Die Diskussion dreht sich um bedeutende Bücher, die wichtige politische Themen ansprechen. Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Eliten und deren Einfluss auf die Demokratie, inklusive der Vertrauenskrise und sozialer Ungleichheit. Wir erfahren von den Folgen der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich und dem Bedarf an politischer Reform. Zudem wird der radikale Universalismus und seine Herausforderungen beleuchtet, während die Teilnehmer auch ihre Leidenschaft für verschiedene Mediengattungen teilen und die Zuhörer zur Mitwirkung ermuntern.
01:00:40
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insights INSIGHT
Entkoppelung der Eliten
Eliten entfernen sich zunehmend sozial, kulturell und ökonomisch von der Gesellschaft.
Ihre Eigeninteressen verdrängen Verantwortung, was Vertrauen und Demokratie gefährdet.
insights INSIGHT
Undienlichkeit als politischer Widerstand
Der Widerstand gegen Gewalt manifestiert sich oft in subtilen, passiven Formen wie Sabotage oder Selbstverstümmelung.
Europäische politische Philosophie hat Gewaltstrukturen historisch legitimiert, besonders im Kontext von Sklaverei und Kolonialismus.
insights INSIGHT
Kapital und Ungleichheit
Ungleichheit wächst, wenn die Kapitalrendite dauerhaft höher als das Wirtschaftswachstum ist.
Piketty fordert globale, progressive Vermögenssteuern zur Demokratisierung von Reichtum und Macht.
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64 Prozent der Verschleppten überlebten die Überfahrt nicht: Iris Dermanns „Undienlichkeit“ zeigt, wie systematische Gewalt durch europäische Philosophie legitimiert wurde. Von Hobbes bis Marx – Denker, die wir als Grundpfeiler westlicher Zivilisation verehren, schufen die akademische Rechtfertigung für Sklaverei und Kolonialismus. Während die Mächtigen über „zivilisatorischen Fortschritt“ philosophierten, profitierten sie persönlich vom Sklavenhandel.
Aber es geht nicht nur um historische Aufarbeitung. Thomas Pikettys ökonomische Analyse beweist: Wenn Kapitalrendite dauerhaft größer ist als Wirtschaftswachstum, entstehen Oligarchien. Genau das erleben wir heute. David Graeber und David Wengrow zerstören den Mythos linearen Fortschritts – prähistorische Gesellschaften experimentierten bereits mit Demokratie und saisonalen Machtstrukturen. Der Club of Rome liefert mit „Earth for All“ konkrete Lösungsansätze für Klimakrise und soziale Ungleichheit. Doch diese Alternativen werden systematisch verschwiegen.
Patrick und Jens präsentieren fünf Bücher, die unser Verständnis von Geschichte, Gesellschaft und Zukunft radikal herausfordern. Von Omri Böhms „Radikalem Universalismus“ bis zu den verschütteten Widerstandsformen versklavter Menschen – hier geht es um die Wurzeln unseres Denkens und warum wir sie hinterfragen müssen.
Themen
Buchempfehlungen zu politischer Philosophie und Gesellschaftstheorie
Iris Dermanns „Undienlichkeit“ – Widerstand gegen systematische Gewalt
Thomas Pikettys „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ – Ökonomie der Ungleichheit
Graeber/Wengrows „Anfänge“ – Alternative Menschheitsgeschichte
Club of Rome „Earth for All“ – Lösungen für Klima- und Sozialkrise
Omri Böhms „Radikaler Universalismus“ – Kritik am modernen Liberalismus
Legitimation von Gewalt durch europäische Philosophie
Prähistorische Gesellschaftsexperimente und Demokratieformen
Klimawandel und soziale Gerechtigkeit als Einheit
Universalismus vs. Identitätspolitik
Erwähnte Personen & Organisationen
Iris Dermann: Deutsche Autorin und Aktivistin, schrieb „Undienlichkeit“
Thomas Piketty: Französischer Ökonom, spezialisiert auf Ungleichheitsforschung
David Graeber: Anthropologe und Mitbegründer von Occupy Wall Street (†2020)
David Wengrow: Professor für vergleichende Archäologie in London
Club of Rome: Globaler Think Tank, bekannt für „Die Grenzen des Wachstums“
Omri Böhm: Israelisch-deutscher Philosoph, lehrt in New York
Malcolm X: US-amerikanischer Bürgerrechtler und Aktivist
John Brown: Weißer Anführer des abolitionistischen Aufstands von 1859
Thomas Hobbes: Englischer Philosoph, „Leviathan“-Autor