

Schweigen ist Zustimmung!
Jens Brodersen & Patrick Breitenbach
Der wöchentlich andere Blick auf Politik und Kultur mit Jens Brodersen und Patrick Breitenbach
Episodes
Mentioned books

Jan 31, 2026 • 1h 44min
Links? Rechts? Mitte?
„Hitler war auch links“ – diesen Unsinn hört man heute wieder öfter. Während sich Deutschland politisch wieder stark bewegt, verstecken sich viele hinter dem vermeintlich sicheren Label „Mitte“. Doch was bedeuten links und rechts eigentlich? Und warum ist die Mitte eine gefährliche Illusion?
Die Begriffe „links/rechts“ entstanden 1789 in der französischen Nationalversammlung – links die Revolutionäre, rechts die Monarchisten. Doch dahinter stecken jahrtausendealte Gegensätze: Emanzipation gegen Autorität, Universalismus gegen Hierarchie, Fortschritt gegen Tradition. Wer für Menschenrechte, Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit eintritt, vertritt progressive Werte. Wer Ungleichheit als „natürlich“ verkauft und Herrschaftsstrukturen zementiert, steht auf der regressiven Seite.
Patrick und Jens durchleuchten die Ideengeschichte hinter den Schlagworten und entlarven die „Mitte“ als Depolitisierungstrick. Sie zeigen: Während rechts uns nach Auschwitz brachte, erkämpfte (das echte) links das freie Wochenende. In Zeiten, wo Faschisten wieder marschieren, ist Neutralität keine Option mehr. Zeit für eine Entscheidung.
Themen
Ursprung und Bedeutung von links/rechts seit 1789
Progressive vs. regressive Weltbilder
Die Mitte als politische Illusion
Depolitisierung und ihre Folgen
Repolitisierung als demokratische Notwendigkeit
Erwähnte Personen & Organisationen
Immanuel Kant: Philosoph der Aufklärung, prägte den Begriff der Vernunft
Karl Marx: Gesellschaftstheoretiker, „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“
Willy Brandt: SPD-Bundeskanzler, führte das BAföG ein
Angela Merkel: Bundeskanzlerin 2005-2021, Ära der Depolitisierung
Donald Trump: US-Präsident, Beispiel für rechten Autoritarismus
Begriffe
Universalismus: Gleiche Menschenrechte für alle, unabhängig von Herkunft oder Status
Materialismus: Erkenntnis, dass materielle Verhältnisse das Bewusstsein prägen
Emanzipation: Befreiung aus unterdrückenden Strukturen durch Aufklärung
Partikularismus: Bevorzugung der eigenen Gruppe gegenüber anderen
Depolitisierung: Rückzug aus politischen Diskursen, „Ende der Geschichte“
Weiterführende Quellen
Französische Revolution 1789 bei Wikipedia
Links-rechts-Schema bei Wikipedia
Zeitalter der Aufklärung bei Wikipedia
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Jan 24, 2026 • 2h 6min
Beute & Tribut
Ein Raubzug um venezolanisches Öl, Offshore-Konten und geheime Zahlungen verbinden Geopolitik mit Kriminalität. Entführung eines Präsidenten und das Weiterbestehen alter Machtstrukturen werden skizziert. Diskussion über internationale Reaktionen, Völkerrechtsbruch und Europas schwindende Unabhängigkeit. Auch China, BRICS und Oligarchie-Kapitalismus kommen als treibende Kräfte zur Sprache.

20 snips
Jan 17, 2026 • 3h 53min
2026? Herrschaftszeiten! Zu Gast: Tilo Jung von Jung & Naiv
Tilo Jung, Journalist und Moderator von "Jung & Naiv", beleuchtet die tiefen Ungerechtigkeiten in unserem politischen System. Er erklärt, wie der Staat nach oben buckelt und die lohnarbeitenden Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Themen wie Jens Spahns Maskenaffäre, Steuerflucht und die ungleiche Behandlung von Sozialleistungsbeziehern werden untersucht. Zudem diskutiert Jung über die zunehmende Einflussnahme von radikalen Parteien und die Gefahren des Überwachungskapitalismus. Ein eindringlicher Aufruf zur Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten!

Dec 20, 2025 • 1h 52min
Schöne Bescherung!
8 von 10 Deutschen können nicht mehr entspannt Weihnachten feiern: Onkel Herbert droht wieder mit AfD-Parolen, Tante Gerda wittert Gender-Verschwörungen, und am Nebentisch eskaliert die Klimadebatte. Was früher Familienzusammenkunft war, wird heute zum politischen Minenfeld.
Während sich Millionen auf besinnliche Feiertage freuen, bereiten sich andere mental auf Grabenkämpfe vor. Die Spaltung der Gesellschaft macht nicht vor Weihnachtsbäumen halt. Von geschlechtergerechter Sprache über Migration bis hin zu Kriegsrhetorik – jedes Thema kann zur Explosion führen. Besonders perfide: Rechte Akteure nutzen gezielt emotionale Trigger, um Familien auseinanderzudividieren.
Patrick und Jens holen sich Verstärkung von Kulturwissenschaftlerin Josefina Bajer die bei Democracy Intelligence den demokratischen Diskurs erforscht. Gemeinsam entwickeln sie Strategien für den Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen. Statt Faktenschlachten zu führen, setzen sie auf emotionale Intelligenz: Nach dem „Warum?“ fragen, Perspektivwechsel anregen, Gemeinsamkeiten finden. Ihr Fazit revolutionär wie simpel: Nicht das Gespräch gewinnen wollen, sondern Verständnis schaffen.
Themen
Strategien für schwierige Familiengespräche zu Weihnachten
Geschlechtergerechte Sprache als Streitthema
Migration und Rassismus am Familientisch
Klimawandel-Diskussionen und Desinformation
Krieg, Frieden und gesellschaftliche Spaltung
Demokratischer Diskurs in Zeiten von Social Media
Emotionale Gesprächsführung vs. rationale Argumentation
Erwähnte Personen & Organisationen
Carsten Linnemann: CDU-Politiker, kritisiert für populistische Rhetorik zum Bürgergeld
Gustave Le Bon: Soziologe, Autor von „Psychologie der Massen“
Ludwig Wittgenstein: Philosoph, bekannt für „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“
Josefina Bajer: Kulturwissenschaftlerin bei Democracy Intelligence
Democracy Intelligence: GGMBH zur Förderung demokratischen Diskurses
Mo Asumang: Deutsche Filmregisseurin, Regisseurin von „Die Arier“
Marcant: YouTube-Investigativ-Journalist
Karl Schlögel: Historiker, Autor von „Planet der Nomaden“
Jan Hegenberg (Graslutscher): Autor von „Klima Bullshit Bingo“
Begriffe
Toleranz-Paradoxon (Popper): Konzept, dass unbegrenzte Toleranz zur Abschaffung der Toleranz führen kann
Flooding the zone with sense: Gegenstrategie zu Trumps „Flooding the zone with shit“
Generisches Femininum: Sprachform, bei der die weibliche Form als Oberbegriff verwendet wird
Great Reset: Verschwörungstheorie über angebliche globale Umgestaltung
Remigration: Rechtsextremer Begriff für Massendeportationen
Third Places: Soziologisches Konzept für Orte der Gemeinschaftsbildung
Weiterführende Quellen
Skeptical Science – Fakten zum Klimawandel
Klimafakten.de – Deutsche Informationsplattform
Democracy Intelligence – Demokratieförderung
Buch: „Klimarassismus“ von Matthias Quent, Christoph Richter und Axel Salheiser
Buch: „Klima Bullshit Bingo“ von Jan Hegenberg
Buch: „Planet der Nomaden“ von Karl Schlögel
App: „Cranky Uncle“ – Gegen Klimawandel-Mythen
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Dec 13, 2025 • 1h 30min
Fast Fashion in die Hölle
150 Milliarden Kleidungsstücke werden jährlich produziert – das Zehnfache der Weltbevölkerung. Ein einzelnes T-Shirt verschlingt 2700 Liter Wasser, so viel trinkt ein Mensch in zweieinhalb Jahren. Willkommen in der Hölle namens Fast Fashion: Ein System, das Arbeiterinnen in Bangladesch 17 Stunden am Tag schuften lässt für Löhne, von denen sie nicht leben können, während Shein täglich 9000 Tonnen Fracht per Flugzeug um die Welt schickt.
Aber warum kaufen wir weiter? Die Apps sind perfekte Manipulationsmaschinen: Dark Patterns, Algorithmus-gesteuerte Kaufräusche, 1000 neue Designs täglich. Von der Scheckkarte Mikroplastik im Körper bis zu den Textilmüllbergen in Ghana – die wahren Kosten zahlen andere. 40 Prozent der Kleidung wird nie getragen, dennoch steigen die Emissionen der Branche schneller als der Umsatz. Während Europa das Lieferkettengesetz verwässert und Menschenrechte der „Wettbewerbsfähigkeit“ opfert, vergiften unsere Wegwerf-T-Shirts Flüsse in Produktionsländern und schaffen die Fluchtursachen, vor denen wir uns dann abschotten wollen.
Patrick und Jens zerlegen das perverse System der Ultra-Fast-Fashion – und zeigen, warum unser Schweigen zur Zustimmung für diese globale Katastrophe wird.
Themen
Fast Fashion und Ultra-Fast-Fashion als globales Phänomen
Shein, Temu und die dritte Welle der Fast Fashion
Umweltauswirkungen: Wasserverbrauch, Mikroplastik, CO2-Emissionen
Ausbeutung von Textilarbeiter:innen in Bangladesch und China
Dark Patterns und manipulative App-Designs
Globale Textilmüllkrise in Ghana und der Atacama-Wüste
EU-Lieferkettengesetz: Aufweichung und politisches Versagen
Gesundheitsrisiken durch Chemikalien in billiger Kleidung
Retouren-Wahnsinn und dessen Klimaauswirkungen
Influencer-Marketing und soziale Medien als Treiber
Erwähnte Personen & Organisationen
Inditex: Spanischer Textilkonzern, zu dem Zara gehört
Shein: Chinesischer Ultra-Fast-Fashion-Konzern, geschätzt 60 Milliarden Dollar wert
H&M: Schwedische Modekette, Pionier der Fast Fashion
Zara: Spanische Modekette unter Inditex
Achim Berg: Branchenkenner und Analyst für Fashion-Industrie
Greenpeace: Umweltorganisation, führt Studien zu Textilgiften durch
Fern Davies: Designerin, deren Designs von Shein kopiert wurden
BibisBeautyPalace: Deutsche Influencerin mit Shein-Kollaboration
Begriffe
Fast Fashion: Geschäftsmodell der Textilindustrie mit häufigen Kollektionswechseln und günstigen Preisen
Ultra-Fast-Fashion: Verschärfte Form der Fast Fashion mit täglichen neuen Produkten (Shein, Temu)
Dark Patterns: Manipulative Website-Designs, die zu bestimmten Handlungen verleiten
PFAS: Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, „Ewigkeitschemikalien“ in Textilien
Mikroplastik: Kleinste Plastikpartikel, entstehen beim Waschen synthetischer Textilien
De-Minimis-Regel: US-Zollregel für Pakete unter 800 Dollar (inzwischen abgeschafft)
Geplante Obsoleszenz: Absichtliche Verkürzung der Produktlebensdauer
Intention-Action-Gap: Kluft zwischen nachhaltigen Absichten und tatsächlichem Kaufverhalten
Weiterführende Quellen
Greenpeace-Studie zu Chemikalien in Fast Fashion
Umweltbundesamt: Textilien und Umwelt
Utopia: Fast Fashion Probleme und Alternativen
EU-Parlament: Umweltauswirkungen der Textilproduktion
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Dec 6, 2025 • 2h 18min
Sudan - Die Welt schaut weg
20.000 bis 27.000 Kriegsopfer – doch Experten sprechen bereits von 150.000 Toten: Die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit tobt im Sudan, während die Welt systematisch wegschaut. Über 14 Millionen Menschen sind auf der Flucht, 25,6 Millionen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Sexualisierte Gewalt wird als Kriegswaffe eingesetzt – „in epidemischem Ausmaß“, so die UN.
Aber dieser Krieg ist kein sudanesischer Bürgerkrieg. Es ist ein internationaler Stellvertreterkonflikt um Gold, Öl und geostrategische Macht am Roten Meer. Die Vereinigten Arabischen Emirate befeuern mit Waffen und Geld die RSF-Milizen, während Iran, Russland und Ägypten die reguläre Armee unterstützen. Chinas Belt-and-Road-Initiative steht auf dem Spiel, Putin will seinen Marinestützpunkt – und Deutschland? Nennt die VAE einen „strategischen Partner“, während aus Dubai Waffen für ethnische Säuberungen starten.
Derweil kämpft die sudanesische Zivilgesellschaft ums nackte Überleben: Emergency Response Rooms organisieren Volksküchen unter Beschuss, flicken Stromleitungen und betreiben geheime Feldkliniken. Es ist das größte Experiment in gegenseitiger Hilfe weltweit – nominiert für den Friedensnobelpreis, ignoriert vom Westen.
Patrick und Jens durchleuchten die komplexe Gemengelage aus Neokolonialismus, Kriegsökonomie und deutscher Komplizenschaft. Sie zeigen, warum Schweigen hier wirklich Zustimmung bedeutet.
Themen
Humanitäre Katastrophe im Sudan: 150.000 Tote, 14 Millionen Geflüchtete
Krieg zwischen SAF (Sudanese Armed Forces) und RSF (Rapid Support Forces)
Internationale Akteure: VAE, Iran, Russland, Ägypten, China, Türkei
Goldschmuggel und Kriegsökonomie über Dubai
Deutsche historische und aktuelle Verantwortung
Sudanesische Zivilgesellschaft: Emergency Response Rooms
Ethnische Säuberungen und systematische Vergewaltigung als Kriegswaffe
Khartoum-Prozess: EU-Kooperation mit Diktatoren zur Migrationskontrolle
Erwähnte Personen & Organisationen
General Abdel Fattah al-Burhan: Anführer der SAF (Sudanese Armed Forces)
General Mohammed Hamdan Dagalo (Hemeti): Anführer der RSF (Rapid Support Forces)
Omar al-Bashir: Sudanesischer Diktator (1989-2019), wegen Völkermord angeklagt
Janjaweed: Vorläufermiliz der heutigen RSF, bekannt für Massaker in Darfur
Roman Deckert: Historiker und Sudan-Analyst, Podcast „Natürliche Ausrede“
Emergency Response Rooms (ERRs): Sudanesische Selbstorganisation der Zivilgesellschaft
Wagner-Gruppe/Afrika-Corps: Russische Söldnertruppe, kontrolliert Goldminen
Khalifa Haftar: Libyscher Warlord, unterstützt RSF
Begriffe
SAF (Sudanese Armed Forces): „Reguläre“ sudanesische Armee unter General al-Burhan
RSF (Rapid Support Forces): Paramilitärische Miliz unter General Hemeti, entstanden aus Janjaweed
Technicals: Pickup-Trucks (meist Toyota) mit aufmontierten Waffen
Weaponization of Hunger: Einsatz von Hunger als Kriegswaffe durch Blockade von Hilfskonvois
Takaya: Volksküchen der Emergency Response Rooms
Abid: Rassistischer Begriff für „Sklave“, wird von Milizen gegen Schwarzafrikaner verwendet
Khartoum-Prozess: EU-Initiative zur Migrationskontrolle durch Kooperation mit afrikanischen Diktatoren
Cross-Border-Aid: Grenzüberschreitende humanitäre Hilfe
Weiterführende Quellen
Podcast „Natürliche Ausrede“ mit Roman Deckert zum Sudan
UN-Berichte zur Lage im Sudan
Amnesty International Sudan-Berichte
Human Rights Watch Sudan
SwissAid Bericht zum afrikanischen Goldschmuggel
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Nov 29, 2025 • 1h 51min
COP30
Pro Minute stirbt ein Mensch durch die Hitze des Klimawandels. In Teheran droht die Evakuierung von 15 Millionen Menschen wegen Wassermangel. Der erste Kipppunkt ist überschritten: Die Warmwasserkorallen sterben, Nahrungsquelle für eine halbe Milliarde Menschen. Doch während die Klimakatastrophe längst Realität ist, verschärft sich das Problem exponentiell.
Was haben 20 Gigawatt neue Gaskraftwerke mit Klimaschutz zu tun? Wirtschaftsministerin Gascati – pardon, Gassner – weiß als ehemalige Gasmanagerin, was gut ist: Gas subventionieren mit Geld aus dem Klimafonds. Gleichzeitig soll in der Nordsee nach neuem Öl gebohrt werden. Während Deutschland seine Klimaziele aufgibt, investiert die EU 128 Milliarden Euro – nicht in Klimaschutz, sondern in Klimaschäden. Die haben wir nämlich schon heute.
Auf der COP30 in Brasilien treffen mehr Fossil-Lobbyisten als Delegierte aufeinander. Saudi-Arabien blockiert den Ausstieg aus fossilen Energien – obwohl Riyadh genauso bedroht ist wie Teheran. Friedrich Merz düpiert derweil die Gastgeber mit Beschwerden über schlechtes Brot, während zuhause Ticketpreise für Inlandsflüge gesenkt werden.
Patrick und Jens analysieren, warum die Klimakonferenzen versagen, welche Kipppunkte bereits überschritten sind und warum Deutschland 2,8 Grad Erwärmung bis zu 6 Grad bedeuten würden. Eine schonungslose Bestandsaufnahme der größten Krise unserer Zeit.
Themen
COP30-Konferenz in Belém, Brasilien: Ergebnisse und Blockaden
Klimakipppunkte: Korallenbleiche und Permafrost-Schmelze
Deutsche Klimapolitik: Gaskraftwerke statt Erneuerbare
Globale Klimaschäden: 128 Milliarden Euro in der EU
Fossil-Lobbyismus: Mehr Lobbyisten als Delegierte auf Klimakonferenzen
Klimafinanzierung und Entwicklungsländer-Unterstützung
Künstliche Intelligenz als Energiefresser
Klimadesinformation und Medienverantwortung
Erwähnte Personen & Organisationen
Steffi Lemke: Bundesumweltministerin (Die Grünen)
Friedrich Merz: CDU-Vorsitzender und Oppositionsführer
Donald Trump: US-Präsident und Klimawandelleugner
WMO (Weltwetterorganisation): UN-Organisation für Wetterbeobachtung
IPCC (Weltklimarat): UN-Gremium für Klimaforschung
Expertenrat für Klimafragen: Deutsches Beratungsgremium
Klaus Dörre: Soziologie-Professor, erforscht Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit
Begriffe
Kipppunkt: Kritische Schwelle im Klimasystem, nach deren Überschreitung unumkehrbare Veränderungen eintreten
1,5-Grad-Ziel: Pariser Klimaabkommen: Erderwärmung auf maximal 1,5°C über vorindustriellem Niveau begrenzen
NDCs (National Determined Contributions): Nationale Klimaschutzbeiträge der Länder
CCS (Carbon Capture and Storage): Abscheidung und Speicherung von CO2
Wet Bulb-Temperaturen: Kombination aus Hitze und Luftfeuchtigkeit, die menschliche Kühlung verhindert
Permafrost: Dauerhaft gefrorener Boden, der beim Auftauen Methan freisetzt
Transition Away from Fossil Fuels (TAFF): Ausstiegsplan aus fossilen Energien
Tropical Forest Forever Fund (TFFF): 125-Milliarden-Dollar-Fonds zum Schutz tropischer Regenwälder
Weiterführende Quellen
IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change
World Meteorological Organization (WMO)
Expertenrat für Klimafragen
Fossil Fuel Non-Proliferation Treaty Initiative
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Nov 22, 2025 • 1h 34min
Anno 2025
180 Milliarden Dollar Umsatz – Gaming übertrifft Film und Musik zusammen. In einer Branche, die längst zur größten Medienform der Welt geworden ist, verstecken sich ideologische Botschaften hinter bunten Pixeln und vermeintlich harmlosen Aufbauspielen.
Patrick und Jens tauchen in die schöne neue Welt von Anno 1800 ein: Ein Spiel über Kapitalismus im 19. Jahrhundert, das alles ausblendet, was unbequem ist. Wo sind die Sklaven auf den Kolonialplantagen? Warum sterben Arbeiter nie, obwohl sie drei Liter Schnaps pro Minute konsumieren? Und wieso können Bauern per Mausklick zu Investoren werden, ohne dass jemand fragt, wo die Verlierer dieser Transformation bleiben? Das Spiel erzählt die Geschichte der Industrialisierung als Märchen – ohne Umweltzerstörung, ohne Ausbeutung, ohne die dunklen Seiten des frühen Kapitalismus.
Doch das ist nur die eine Seite der Gaming-Kultur. Während Anno die Realität verschleiert, tobt parallel der Kulturkampf der „Gaming-Taliban“: Wokespotting nennt sich das Phänomen, bei dem reaktionäre Gamer jeden weiblichen Protagonisten als Verschwörung deuten. Patrick und Jens zeigen, wie Diskurse entweder komplett ausgeblendet oder ins Absurde verzerrt werden – und warum das mehr ist als nur Spielerei.
Themen
Anno 1800: Kapitalismus als Märchen
Gaming-Industrie und gesellschaftlicher Einfluss
Verschleierung von Kolonialismus und Sklaverei in Spielen
Wachstumsfetisch und unendliche Ressourcen
Gamergate und Wokespotting-Phänomen
Gentrifizierung im virtuellen Raum
Kulturkampf in der Gaming-Community
Alkohol als Herrschaftsinstrument (Butty System)
Ideologische Mystifikation durch Unterhaltungsmedien
Erwähnte Personen & Organisationen
Ubisoft Blue Byte (Mainz): Entwicklerstudio der Anno-Reihe
Donald Trump: Ex-US-Präsident, erwähnt im Kontext Grönland-Annexionspläne
Franz Beckenbauer: Fußball-Legende, zitiert zu Saudi-Arabien-Aussage
Wolfgang M. Schmidt: Filmanalyst auf YouTube
Dom Schott: Podcast-Host mit Gaming-Industrie-Einblicken
Begriffe
4X-Spiele: Explore, Expand, Exploit, Exterminate – Strategiespielgenre
Butty System: Historisches Ausbeutungssystem im englischen Bergbau mit Zwangskonsum von Alkohol
Truck System: Lohnsystem mit fabrikeigenen Läden statt Bargeld
Gamergate: Kontroverse ab 2014 um Sexismus und Journalismus in der Gaming-Industrie
Wokespotting: Reaktionäres Phänomen, bei dem Diversität in Spielen als Verschwörung gedeutet wird
Ludonarrative Dissonanz: Widerspruch zwischen Spielmechanik und erzählter Geschichte
Gentrifizierung: Verdrängung ärmerer Bevölkerungsschichten durch Aufwertung
Weiterführende Quellen
Offizielle Anno-Website
Wikipedia: Gamergate-Kontroverse
Wikipedia: Deutscher Kolonialismus
Wolfgang M. Schmidt – Filmanalyse
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Nov 15, 2025 • 2h 18min
Mamdani: Hope reloaded?
80.000 Wahlhelfer. Millionenschwere Gegenkampagnen. Ein Präsident, der mit Deportation droht: Die Wahl von Zuhair Mamdani zum Bürgermeister von New York war mehr als nur Kommunalpolitik – sie war ein Erdbeben im amerikanischen Establishment.
Während Trump seine zweite Amtszeit antritt und die Demokraten nach Antworten suchen, zeigt ein 33-jähriger Rapper und Aktivist aus Uganda, wie progressive Politik wieder Wahlen gewinnen kann. Mamdani verspricht nicht weniger als die Transformation der teuersten Stadt Amerikas: Mietenstopp, kostenlose Kinderbetreuung, städtische Supermärkte – finanziert durch höhere Steuern für Millionäre und Konzerne.
Doch kann er liefern? Seine bisherige Laufbahn als Abgeordneter zeigt: Der Mann versteht Politik als Graswurzel-Bewegung. Von Hungerstreiks mit Taxifahrern bis zur Verhinderung von Fracking-Kraftwerken – Mamdani nutzt eine „Inside-Outside-Strategie“, die parlamentarische Arbeit mit Straßenaktivismus verbindet.
Patrick und Jens analysieren, was hinter diesem politischen Phänomen steckt. Wie schafft man es mit 90-Sekunden-Botschaften gegen Milliardäre zu gewinnen? Warum funktioniert „Affordability“ besser als Kulturkampf? Und was können progressive Bewegungen in Deutschland von New Yorks neuem Bürgermeister lernen – bevor das Establishment zurückschlägt?
Themen
Zuhair Mamdanis Biografie und politischer Werdegang
New Yorker Bürgermeisterwahl 2025 und ihre internationalen Auswirkungen
Mamdanis politisches Programm: Mietenstopp, kostenlose Kinderbetreuung, städtische Supermärkte
Inside-Outside-Strategie: Parlamentsarbeit kombiniert mit Aktivismus
Erfolgreiche Kampagnenführung gegen das Establishment
Reaktionen von Trump und der republikanischen Opposition
Herausforderungen bei der Umsetzung seiner Wahlversprechen
Lehren für progressive Politik in Deutschland
Erwähnte Personen & Organisationen
Zuhair Mamdani: Bürgermeister von New York City, geboren 1991 in Uganda
Mahmoud Mamdani: Politikwissenschaftler und Vater von Zuhair Mamdani
Mira Nair: Filmregisseurin und Mutter von Zuhair Mamdani
Alexandria Ocasio-Cortez (AOC): US-Abgeordnete und Mitglied der Democratic Socialists of America
Bernie Sanders: US-Senator und demokratischer Sozialist
Donald Trump: US-Präsident, drohte Mamdani mit Deportation
Andrew Cuomo: Mamdanis Hauptkonkurrent bei der Bürgermeisterwahl
Democratic Socialists of America (DSA): Politische Organisation, der Mamdani angehört
New York Taxi Workers Alliance: Gewerkschaft der Taxifahrer in New York
Begriffe
Inside-Outside-Strategie: Kombination aus parlamentarischer Arbeit und außerparlamentarischem Aktivismus
Affordability: Bezahlbarkeit als zentrales Wahlkampfthema Mamdanis
Working Class: In New York auch Menschen mit Einkommen bis zu 150.000 Dollar aufgrund hoher Lebenshaltungskosten
Predatory Loans: Räuberische Darlehen, mit denen sich Taxifahrer für Lizenzen verschuldeten
Rent Guidelines Board: Kommission zur Regulierung von Mieterhöhungen in New York
City-Owned Grocery Stores: Städtische Supermärkte als Alternative zu privaten Ketten
Property Tax: Grundsteuer, die in Mamdanis direkter Zuständigkeit liegt
Green Schools: Programm zur ökologischen Renovierung öffentlicher Schulen
Weiterführende Quellen
Offizielle Website von Zuhair Mamdani
Democratic Socialists of America
New York Taxi Workers Alliance
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Nov 8, 2025 • 1h 48min
Venezuela - neue Kriege für Öl?
300 Milliarden Barrel. Venezuela sitzt auf den größten Erdölreserven der Welt – und versinkt trotzdem im Chaos. Während 7 Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen sind und eine Richterin mit 10 Euro Monatsrente überleben muss, kreisen US-Kriegsschiffe vor der Küste. Die größte Militärpräsenz in der Karibik seit Jahrzehnten. Trump bombardiert Boote im Namen des Kampfes gegen „Narkoterroristen“. Doch geht es wirklich um Drogen?
Was verbindet Hugo Chávez‘ Bolivarische Revolution mit Trumps MAGA-Bewegung? Warum wurde aus dem einst reichsten Land Südamerikas ein gescheiterter Staat? Und weshalb erhielt ausgerechnet die wirtschaftsliberale Oppositionelle María Corina Machado den Friedensnobelpreis – während sie gleichzeitig rechtsextreme Politiker grüßt?
Patrick und Jens sprechen mit Angel, einem venezolanischen Journalisten, der 2012 vor Chávez‘ Repression nach Deutschland floh. Gemeinsam durchleuchten sie die Monroe-Doktrin, das Kartell der Sonnen, die TASCON-Liste und jene fatale Dynamik, die Länder zwischen sozialistischen Versprechen und libertären Heilsversprechen zerreißt. Eine Episode über Öl als Fluch, Populismus als Waffe und die Frage, wer wirklich von Venezuelas „Befreiung“ profitieren würde.
Themen
Venezuelas Ölreichtum und wirtschaftlicher Kollaps
Hugo Chávez‘ Aufstieg und autoritäre Entwicklung
Nicolás Maduros Repressionsregime
US-Militärpräsenz in der Karibik unter Trump
María Corina Machados Opposition und Friedensnobelpreis
Monroe-Doktrin und US-Interventionspolitik
Fluchtbewegung und venezolanische Diaspora
Geopolitische Interessen von USA, Russland, China und Iran
Erwähnte Personen & Organisationen
Hugo Chávez: Venezolanischer Präsident 1999-2013, Begründer der Bolivarischen Revolution
Nicolás Maduro: Venezolanischer Präsident seit 2013, Chávez‘ Nachfolger
María Corina Machado: Venezolanische Oppositionspolitikerin, Friedensnobelpreisträgerin 2024
Marco Rubio: US-Senator und Außenminister unter Trump
PDVSA: Staatliche venezolanische Ölgesellschaft, gegründet 1976
OPEC: Organisation erdölexportierender Länder
Foro Penal Venezolano: Menschenrechtsorganisation, dokumentiert politische Gefangene
SUMATE: Venezolanische Wahlbeobachter-NGO, mitgegründet von Machado
Begriffe
Monroe-Doktrin: US-Doktrin von 1823, beansprucht amerikanischen Kontinent als US-Einflusszone
TASCON-Liste: Schwarze Liste von Chávez-Gegnern, führte zu politischer Verfolgung
Kartell der Sonnen: Mutmaßliches Drogennetzwerk venezolanischer Militärs und Politiker
El Caracazo: Blutige Unruhen 1989 in Venezuela nach IWF-Sparprogramm
Bolivarische Revolution: Chávez‘ sozialistisches Reformprogramm
Maximum Pressure Kampagne: US-Strategie massiver Sanktionen gegen unliebsame Regimes
Big Stick Politik: US-Diplomatie mit militärischer Drohkulisse
Weiterführende Quellen
UN-Drogenreport zu Lateinamerika
Foro Penal Venezolano – Menschenrechtsorganisation
CIA World Factbook: Venezuela
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