
JACOBIN Podcast Wie Marxisten das Mittelalter sehen – von Paolo Tedesco
Jan 19, 2026
In dieser Folge spricht der Historiker Paolo Tedesco, der die marxistische Sicht auf Antike und Mittelalter analysiert, über die komplexen Klassenstrukturen vergangener Epochen. Er erklärt Marx’ Stufenmodell der Geschichte und beleuchtet den Übergang von Antike zu Feudalismus. Mythen über die Sklavenarbeit werden widerlegt, und Tedesco diskutiert, wie tributäre Systeme Handel und Überschussproduktion beeinflussten. Er betont die Vielfalt der historischen Entwicklung und widerlegt deterministische Sichtweisen, die den Kapitalismus als unvermeidlichen Weg darstellen.
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Marx’ Historischer Entwicklungsrahmen
- Marx suchte einen allgemeinen Mechanismus gesellschaftlicher Transformation, der Aufstieg und Niedergang von Systemen erklären sollte.
- Geschichte verstand er als Abfolge von Produktionsweisen, deren Wandel durch Konflikte und technologische Veränderungen bestimmt wird.
Andersons Kritik Am Stufenmodell
- Perry Anderson versuchte, Marx' Stufenmodell systematisch auf Antike und Feudalismus anzuwenden und identifizierte hybride Formen wie das spätrömische Kolonat.
- Sein Werk zeigte zugleich Grenzen des universellen Stufenmodells des klassischen Marxismus auf.
Variabilität Vorkapitalistischer Arbeit
- Das traditionelle marxistische Schema ist trügerisch, weil es Europa universal setzt und klare Modi der Mehrwertaneignung suggeriert.
- Quellen zeigen, dass Sklaverei, Leibeigenschaft und Lohnarbeit historisch viel variabler und überlappend waren.





