Wie der IS-Terror das Weltkulturerbe Palmyra verwüstet
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Aug 22, 2025
Die Zerstörung der antiken Stadt Palmyra durch den IS wird eindrücklich geschildert. Die brutalen Angriffe auf das kulturelle Erbe führten zu unwiderruflichen Verlusten. Palmyra als wichtiges Handelszentrum zwischen dem römischen und persischen Imperium wird beleuchtet, ebenso wie die faszinierende Rolle von Kamele im Handel. Die Geschichte der Königin Zenobia zeigt, wie die Stadt einst florierte und schließlich im Chaos verschwand. Die skrupellosen Geschäfte mit geraubten Antiquitäten auf dem Schwarzmarkt entblößen die grauenhaften Folgen dieser Vernichtung.
14:48
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IS-Übernahme Und Öffentliche Gräueltaten
Im Mai 2015 erobert der IS die Oasenstadt Tadmor und posiert wie antike Feldherren auf Pickup-Ladeflächen.
Khalid al-Assad, langjähriger Direktor der antiken Verwaltung, wird öffentlich enthauptet vor Zuschauern im römischen Theater von Palmyra.
insights INSIGHT
Gezielte Zerstörung Kulturerbes Sichtbar
Drei Monate nach der Eroberung beginnt der IS mit der gezielten Sprengung monumentaler Ruinen wie dem Bel-Tempel.
Satellitenbilder nach der Vertreibung offenbaren das volle Ausmaß der Zerstörung und den Verlust unschätzbarer Kulturgüter.
insights INSIGHT
Antikenhandel Finanziert Terror
Der Islamische Staat verkauft Münzen, Gold und Statuetten über das Darknet auf dem internationalen Schwarzmarkt.
Michael Sommer betont, dass es ausreichend skrupellose Sammler als Abnehmer gibt.
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Fast 100 Jahre lang haben Archäologen die prächtigen Ruinen von Palmyra für die Welt sichtbar gemacht. Im August 2015 beginnt deren brutale Zerstörung durch Terroristen.
In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
wie der IS die historische Stätte für ein grausames Schauspiel missbraucht,
wie Palmyra ab dem 3. Jahrhundert zur "Königin der Wüste" wird,
welche tragende Rolle Kamele bei der Warenpreisfindung spielen,
warum die Römer in der Antike sogar in ihrem Nachtisch Pfeffer verwenden.
Die martialisch vermummten Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat" präsentieren sich wie antike Feldherren in Siegerpose auf den Ladeflächen ihrer Pickups: Im Mai 2015 erobern sie die syrische Oasenstadt Tadmor mit den weltberühmten Ruinen der antiken Stadt Palmyra.
Wenige Monate später beginnen die Sprengungen der monumentalen Ruinen durch den IS. Nach dessen Vertreibung aus Palmyra offenbaren Satellitenbilder das Ausmaß der Zerstörungen: Der Bel- und der Baalshamin-Tempel, der Triumphbogen, Teile der fast 1,5 km langen Säulenstraße quer durch die antike Stadt sind verwüstet. In Palmyra ist nichts mehr wie es war.
Unschätzbare Funde sind für das kulturelle Gedächtnis Syriens für immer verloren. Münzen, Gold, Silber, Bronzen, Statuetten verkauft der Islamische Staat übers Darknet auf dem internationalen Schwarzmarkt. Abnehmer gibt es genug.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
Prof. Dr. Michael Sommer, Althistoriker, Universität Oldenburg
Michael Sommer: Palmyra. Biografie einer verlorenen Stadt. Darmstadt 2017
Paul Veyne: Palmyra. Requiem für eine Stadt. München 2016
Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!
Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann