Fast 100 Jahre lang haben Archäologen die prächtigen Ruinen von Palmyra für die Welt sichtbar gemacht. Im August 2015 beginnt deren brutale Zerstörung durch Terroristen.
In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
- wie der IS die historische Stätte für ein grausames Schauspiel missbraucht,
- wie Palmyra ab dem 3. Jahrhundert zur "Königin der Wüste" wird,
- welche tragende Rolle Kamele bei der Warenpreisfindung spielen,
- warum die Römer in der Antike sogar in ihrem Nachtisch Pfeffer verwenden.
Die martialisch vermummten Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat" präsentieren sich wie antike Feldherren in Siegerpose auf den Ladeflächen ihrer Pickups: Im Mai 2015 erobern sie die syrische Oasenstadt Tadmor mit den weltberühmten Ruinen der antiken Stadt Palmyra.
Wenige Monate später beginnen die Sprengungen der monumentalen Ruinen durch den IS. Nach dessen Vertreibung aus Palmyra offenbaren Satellitenbilder das Ausmaß der Zerstörungen: Der Bel- und der Baalshamin-Tempel, der Triumphbogen, Teile der fast 1,5 km langen Säulenstraße quer durch die antike Stadt sind verwüstet. In Palmyra ist nichts mehr wie es war.
Unschätzbare Funde sind für das kulturelle Gedächtnis Syriens für immer verloren. Münzen, Gold, Silber, Bronzen, Statuetten verkauft der Islamische Staat übers Darknet auf dem internationalen Schwarzmarkt. Abnehmer gibt es genug.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:- Prof. Dr. Michael Sommer, Althistoriker, Universität Oldenburg
- Michael Sommer: Palmyra. Biografie einer verlorenen Stadt. Darmstadt 2017
- Paul Veyne: Palmyra. Requiem für eine Stadt. München 2016
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Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Sascha Schiemann