Claudia Kemfert, Energieökonomin am DIW, erklärt kurz die Rolle von grünem Wasserstoff. Ralf Geißler, MDR-Wirtschaftsreporter, berichtet aus dem Projekt in Bad Lauchstädt. Es geht um Elektrolyse, Speicheroptionen und die verschiedenen Wasserstofffarben. Diskussionen drehen sich um Kosten, politische Vorgaben und technische Hürden beim Hochlauf.
29:30
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Grüner Wasserstoff als Klimaneutraler Idealzustand
Grüner Wasserstoff ist per Elektrolyse aus Ökostrom und Wasser hergestellter Wasserstoff und gilt als klimaneutraler Idealzustand.
Aktuell stammen 95% des Wasserstoffs aus fossilen Quellen und erzeugen bis zu 100 Mio. Tonnen CO2 jährlich, daher hoher Handlungsdruck.
insights INSIGHT
Elektrolyseure Bevorzugen Dauerbetrieb
Elektrolyseure benötigen sehr viel Strom und sind für kontinuierlichen Betrieb optimiert, nicht für häufiges Hoch- und Runterfahren.
Das macht flexible Nutzung mit fluktuierendem Überschussstrom technisch und wirtschaftlich herausfordernd.
question_answer ANECDOTE
Pilotprojekt Bad Lauchstädt Produziert Grünen Wasserstoff
In Bad Lauchstädt entsteht ein großer Elektrolyseur im Energiepark, getragen von Windstrom und angeschlossen ans Wasserstoffnetz nach Leuna.
Projektleiterin Cornelia Müller-Pagel baut das Pilotprojekt trotz Verzögerungen und modularer Montage als Leuchtturm auf.
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Grüner Wasserstoff, hergestellt aus Ökostrom, ist ein Hoffnungsträger bei der Energiewende. Potenzielle Anwendungsbereiche gibt es viele – in der Chemiebranche, als Heizgas in Kraftwerken oder als Kraftstoff für Autos. Doch viele Wasserstoffprojekte liegen auf Eis. Der Vorwurf lautet oft: zu teuer, zu ineffizient! Im beschaulichen Bad Lauchstädt im Süden Sachsen-Anhalts versucht man es dennoch. Hier wird einer der bundesweit größten Elektrolyseure entwickelt, der in großen Mengen grünen Wasserstoff produzieren soll.
Wie genau funktioniert das? Wie weit ist man mit dem Projekt und hat grüner Wasserstoff eine Zukunft? Oder scheitert die Nutzung an den Kosten, bürokratischen Hürden und politischen Entscheidungen? Darüber spricht Theresa Brenner in dieser Folge mit Ralf Geißler. Er ist Wirtschaftsreporter beim MDR und recherchiert seit fünf Jahren regelmäßig zu dem Projekt in Bad Lauchstädt für den Podcast „Tschüss Kohle, Hallo Zukunft“. Geißler erklärt, warum man grauen, grünen, goldenen, schwarzen und braunen Wasserstoff unterscheidet. Er sagt, der grüne Wasserstoff sei in der Theorie ein Gamechanger auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dafür müssten aber einige Hürden genommen werden.
Potenziale und Probleme beim grünen Wasserstoff besprechen wir auch mit der Energieökonomin Claudia Kemfert. Für sie ist der grüne Wasserstoff der „Champagner der Energiewende“. Kemfert sagt, in den nächsten Jahren sei noch nicht damit zu rechnen, dass er eine entscheidende Rolle bei der Energieversorgung spielen werde. Mittelfristig werde er jedoch wichtiger. Wo konkret er gebraucht wird und wie sich der Hochlauf umsetzen ließe, erklärt Kemfert im Detail.
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