
WDR Zeitzeichen Tournier: Ein "Deutschlandversteher" spaltet die Literaturwelt
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Jan 18, 2026 Michel Tournier, der bedeutende französische Schriftsteller, spricht über seine prägenden Kindheitserlebnisse während des Nationalsozialismus und die Faszination der Nazi-Propaganda. Seine Professorin, Cornelia Klettke, erläutert sein einzigartiges Erzählhandwerk und die Verwendung von Mythen. Tournier diskutiert die Kontroversen um seinen Roman 'Der Erlkönig', der mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, jedoch kritisiert wird, weil er die Nazizeit als unrealistisch darstellt. Die Diskussion beleuchtet die Komplexität seiner Persönlichkeit und das Spannungsfeld zwischen fiktionaler Erzählung und historischer Realität.
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Ästhetik Als Teil Der Nazi-Realität
- Jean Améry kritisierte Tournier für eine angebliche Ästhetisierung der Barbarei im "Erlkönig".
- Tournier antwortete, die Nazi-Propaganda sei bereits ästhetisch und müsse daher in einer realistischen Darstellung mitgedacht werden.
Kindheit Zwischen Faszination Und Abscheu
- Michel Tournier erzählt, wie Ferienaufenthalte in Deutschland seine Kindheit prägten und ihn dem Naziregime nahebrachten.
- Er beschreibt die Mischung aus Abscheu und Faszination gegenüber Nazi-Paraden als persönliche Erfahrung.
Vom Philosophiestudium Zur Schriftstellerlaufbahn
- Nach dem Krieg studierte Tournier Philosophie in Tübingen, bestand aber später die Lehramtsprüfung nicht und arbeitete in Rundfunk und Verlagen.
- Aus der gescheiterten Universitätskarriere wurde eine Schriftstellerlaufbahn mit Pendlerleben und übersetzen Tätigkeiten.



