Ivor van Heerden, Meereswissenschaftler und ehemaliger stellvertretender Direktor des Louisiana State University Hurricane Center, spricht über die katastrophalen Auswirkungen von Hurrikan Katrina. Er erklärt, wie menschliches Versagen und unzureichende Vorbereitungen die Situation verschärften. Besonders betroffen waren arme und hilfsbedürftige Menschen, während die Behörden versagten. Van Heerden thematisiert auch die lange Genesung New Orleáns und die ökologischen Folgen der Schutzmaßnahmen, die die Stadt zunehmend gefährden.
14:47
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insights INSIGHT
Katastrophe Durch Menschliches Versagen Verstärkt
Katrina allein war nicht Ursache der Katastrophe; menschliches Versagen und Sparmaßnahmen verschärften die Folgen.
Mangelnde Zuständigkeiten und Ungenügende Vorbereitungen verwandelten die Naturkatastrophe in ein Desaster.
insights INSIGHT
Verlust Natürlichen Küstenschutzes
Der Verlust von Feuchtgebieten und Marschland reduzierte den natürlichen Sturmflutschutz für New Orleans.
Deichbau und Entwässerung führten zu Bodensenkungen, wodurch große Teile der Stadt nun unter Meeresspiegelniveau liegen.
question_answer ANECDOTE
Vorübung Wurde Ignoriert
Ivor van Heerden beschreibt eine Übung ein Jahr vor Katrina, die Behörden kaum ernst nahmen.
Ingenieurkorps-Mitarbeiter lachten während seiner Vorträge und reagierten nicht auf Warnungen.
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Am 29. August 2005 trifft ein extrem starker Wirbelsturm die US-Golfküste. Er verwüstet die Mississippi-Metropole New Orleans. "Katrina" gerät zum nationalen Trauma.
In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:
warum der Wirbelsturm Katrina nicht allein verantwortlich für seine verheerenden Folgen ist,
warum in New Orleans rasend schnell das Wasser steigt,
warum vor allem Kranke, Alte, Arme und Schwarze in der Stadt zurückbleiben,
wie Sparmaßnahmen die Hilfe nach dem Sturm behindern,
warum Katrina eine Rassismus-Diskussion auslöst.
Trotz aller Warnungen vor dem Hurrikan Katrina sind die Bars im French Quarter der Stadt New Orleans am Vorabend der Katastrophe gut gefüllt. Derweil lädt sich der Sturm über dem warmen Wasser des Golfs von Mexico rasant auf und nimmt Kurs auf Louisianas Küste.
Experten warnen vergeblich vor den Folgen eines Hurrikans der Kategorie Fünf. Eine Computersimulation zeigt deutlich, dass die Stadt versinkt, wenn ein tropischer Wirbelsturm der Stärke fünf sie trifft. Mit einer Windgeschwindigkeit von 280 Stundenkilometern erreicht Katrina diese Stufe bereits über dem Golf von Mexiko.
Katrina trifft New Orleans in den frühen Morgenstunden am 29. August 2005. Häuser wackeln, aber die Zerstörungen sind nicht übermäßig groß. Die Hoffnung, die Stadt sei noch einmal vergleichsweise glimpflich davongekommen, ist aber verfrüht. 8,5 Meter hohe Wellen drücken gegen die Deiche, die wie Kanäle und Pumpen zum Teil schon hundert Jahre alt sind und dem Druck nicht standhalten. Die Wiege des Jazz versinkt in den Fluten.
Unsere wichtigste Quelle und unser Interviewpartner:
Prof. Ivor van Heerden, Meereswissenschaftler, ehemaliger stellvertretender Direktor des "Louisiana State University Hurricane Center"
Ivor van Heerden and Mike Bryan: The Storm. What went wrong and why during Hurricane Katrina - the inside story of a Louisiana scientist. Penguin Books 2006.
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