
FALTER Radio Politik, Angst, Sprache und Recht – #163
8 snips
Apr 5, 2019 Ruth Wodak, Sprachwissenschaftlerin und Expertin für rechtspopulistische Diskurse, und Alfred Noll, Jurist und Nationalratsabgeordneter, diskutieren den Einfluss rechtspopulistischer Strategien auf die Politik. Sie analysieren den Aufstieg der FPÖ und die Normalisierung von Schamlosigkeit im Diskurs, angefangen bei Jörg Haider bis zur Finanzkrise 2008. Die beiden Gäste beleuchten die Auswirkungen globaler Krisen auf Österreich, die Kommerzialisierung der Gesellschaft und die Herausforderungen für die parlamentarische Demokratie, während sie auch die Rolle der Medien kritisch hinterfragen.
AI Snips
Chapters
Transcript
Episode notes
Haider-Effekt und Professionalisierung des Rechtspopulismus
- Ruth Wodak erklärt den Aufstieg der Haider-FPÖ ab 1989 als Folge von Migrationsdiskursen und politischem Opportunismus.
- Sie argumentiert, dass sich Rechtspopulismus professionalisiert und eine klare nativistische Agenda entwickelt hat.
Verschobene Grenzen des Sagbaren
- Wodak konstatiert eine Rechtsverschiebung der Grenzen des Sagbaren und eine Normalisierung schamloser Rhetorik.
- Sie beschreibt zudem die Verbreitung von absichtlichen Lügen und das Entstehen paralleler Diskurswelten.
Finanzkrise als Stimmungskatalysator
- Alfred Noll sieht die Finanzkrise 2008 als zentralen Auslöser politischer Verunsicherung und sozialer Ungleichheit.
- Er betont, dass die Sozialisierung der Krisenkosten Vertrauen in das System zerstört hat.

