

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Jan 29, 2020 • 11min
Nahost-Friedensplan: Der unfaire Deal
Eine historische Chance sei sein Friedensplan für die Palästinenser, so Donald Trump. Er sei vielleicht ihre letzte Chance, ihren eigenen Staat zu bekommen - mit einer eigenen Hauptstadt im "östlichen Jerusalem". So steht es zwar im Plan drin, doch müssten die Palästinenser dafür riesige Zugeständnisse machen.
Israels Siedlungen im Westjordanland würden anerkannt, das Jordantal annektiert und Jerusalem bliebe die "ungeteilte Hauptstadt Israels". Trumps Plan, so Moritz Baumstieger, würde die faktische Kapitulation der Palästinenser bedeuten. Jeder Punkt darin, so der SZ-Außenpolitikredakteur, würde ihnen unglaublich wehtun.
Weitere Themen: Rivlin im Bundestag, Huawei weist Vorwürfe zurück.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Material über Reuters und Deutscher Bundestag.

Jan 28, 2020 • 10min
Coronavirus in Deutschland: Vorsicht statt Panik
Das Coronavirus aus China hat Deutschland erreicht. Im Landkreis Starnberg hat sich ein Angestellter der Automobilzulieferers Webasto bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Auch wenn es ihm gut geht: Er ist mit mindestens 40 anderen Menschen in Kontakt gekommen.
Ziemlich sicher ist das eine Tröpfchen- und Schmiereninfektion, sagt Hanno Charisius vom Wissensressort der SZ. Mit Abstand zu Erkrankten und gewöhnlichen Hygieneregeln wie regelmäßigem Händewaschen könne eine Infektion meist vermieden werden. Behandelt würden derzeit nur Symptome, die jedoch sehr einer Grippe ähneln würde. Wenn man in jüngster Zeit keinen Kontakt zu Personen aus der Region um Wuhan hatte, solle man nicht in Panik geraten. Charisius bezweifelt zudem die Wirksamkeit von Quarantänemaßnahmen wie sie in China angewendet werden. Solche Isolierungen würden immer auch unterlaufen.
Weitere Nachrichten: Anklage gegen Netanjahu, Briten beteiligen
Huawei an 5G-Netz.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 27, 2020 • 11min
#WeRemember: Gedenken 75 Jahre nach Auschwitz
Vor 75 Jahren befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Auschwitz ist zum Synonym für den industriellen Massenmord an Juden geworden, zum Symbol für den Holocaust. Denn hier ermordete die SS eine Million Menschen.
Das ist ganz sicher kein "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte, wie AfD-Chef Alexander Gauland meint, sagt SZ-Redakteur Oliver Das Gupta. Die industrielle Vernichtung einer ganzen Menschengruppe nach rassistischen Kriterien sei eine bislang singuläre Tat. Da es jedoch immer weniger Zeitzeugen gibt, müsse dem Massenmord der Nazis in Zukunft anders gedacht werden. Dazu gebe es inzwischen aber gute Videodatenbanken, die die Aussagen des Zeitzeugen konserviert haben.
Weitere Nachrichten: Knobloch: AfD mitverantwortlich für Antisemitismus, in Italien unterliegt Salvinis Lega in Emilia-Romagna den Sozialdemokraten, Bolton bringt Trump in Bedrängnis, Tod von Kobe Bryant.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 24, 2020 • 11min
Nahost-Friedensplan: Trumps größter Deal aller Zeiten
Monatelang hat Donald Trump seinen großen Plan angekündigt, wie er Frieden im Nahen Osten schaffen will. Obama, Bush, Clinton, Reagan und noch ganz andere US-Präsidenten sind daran gescheitert. Aber er, Trump, würde es richten.
Der Deal wurde immer wieder verschoben. Aber jetzt hat Trump angekündigt, er werde den "Deal des Jahrhunderts" am Dienstag zusammen mit Israels Premier Benjamin Netanjahu und dessen Gegenspieler Benny Gantz vorstellen.
Demnach sollen die Palästinenser zwar einen eigenen Staat bekommen, dafür Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennen. Dies ist für Palästina schwer zu akzeptieren. Allerdings haben die Palästinenser kein Druckmittel, das sie in Verhandlungen einbringen können, beschreibt die SZ-Israel-Korrespondentin Alexandra Föderl-Schmid.
Weitere Themen: Schießerei in Rot am See, Gabriel im Aufsichtsrat, ADAC weicht Tempolimit-Position auf.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Material über France24.

Jan 23, 2020 • 9min
Prinz MBS und das Handy des reichsten Mannes der Welt
Im April 2018, bei einem Dinner in einer riesigen Villa in Santa Monica, lernen sich Jeff Bezos und Mohammed bin Salman kennen. Der Amazon-Chef und der saudische Kronprinz tauschen dabei Handynummern aus.
Knapp einen Monat später bekommt Bezos ein Video von bin Salmans WhatsApp-Konto geschickt. Es scheint, als sei es nur ein PR-Video über Saudi-Arabien. Tatsächlich handelt es sich um eine Schleuse für eine Ausspähsoftware. Ab diesem Moment fließen große Datenmengen aus Bezos Handy ab. Eine solche Spyware kann nur mithilfe von spezialisierten Firmen aufgespielt werden, sagt SZ-Digitalredakteur Valentin Dornis. Doch welches Interesse könnte der Kronprinz daran haben, Jeff Bezos Handy anzuzapfen?
Weitere Themen: Innenministerium verbieten Combat 18, Steinmeier-Rede in Yad Vashem.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl und Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 22, 2020 • 10min
Davos: Wie Wirtschaft "grüner" werden kann
Donald Trump macht am Dienstag in Davos klar, worum es ihm geht: Geld. Er will Investoren in die USA locken. Die Prämisse dafür ist Wachstum. Die Wörter Klimaschutz oder Klimawandel kommen ihm nicht über die Lippen.
Auf der anderen Seite spricht beim Weltwirtschaftsforum in der Schweiz auch Greta Thunberg. "Unser Haus brennt immer noch", warnt die 17-jährige Klimaaktivisten. Und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wirbt mit ihrem "European Green Deal". Mit den Worten "Green" und "Deal" findet von der Leyen Gehör bei den Geschäftsleuten, sagt SZ-Wirtschaftsredakteur Bastian Brinkmann. Immer mehr Unternehmen versuchen so schnell wie möglich CO₂-neutral zu werden.
Weitere Themen: Datenleck bei Buchbinder, Glücksspiel.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Material über Reuters und Weltwirtschaftsforum Davos.

Jan 21, 2020 • 9min
So gefährlich ist das neue Coronavirus
China hat einen massiven Anstieg von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Inzwischen haben sich knapp 300 Menschen angesteckt, teilten die Behörden mit. Erstmals sei auch die Hauptstadt Peking betroffen, wo zwei Fälle aufgetreten seien. Den Anfang nahm der Ausbruch in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, vermutlich auf einem Fischmarkt. Dieser wurde mittlerweile geschlossen.
Die Behörden fürchten eine weitere Ausbreitung des Virus durch die aktuelle Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest. Millionen Chinesen sind dieser Tage quer durch das Land unterwegs zu ihren Familien und könnten so das Virus weiter verbreiten.
Berit Uhlmann aus dem Wissensressort erklärt, was man bereits über das Virus weiß - und wieso es wohl ansteckender ist, als man lange dachte.
Weitere Themen: Donald Trump und Greta Thunberg in Davos, Renate Künast hat Erfolg mit Beschwerde, Impeachment beginnt.
Unter diesem Link finden Sie den im Podcast erwähnten Text über die ETF-Sparpläne.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Material über Reuters.

Jan 20, 2020 • 10min
Wie der Libyen-Konflikt gelöst werden soll
Bei der Libyen-Konferenz in Berlin hat man sich am Wochenende auf einen 55-Punkte-Plan geeinigt. So soll der libysche Bürgerkrieg langsam entschärft werden.
Die zentralen Punkte sind, dass das bereits bestehende Waffenembargo eingehalten wird und die Konfliktparteien keine Unterstützung mehr aus dem Ausland bekommen. Das soll dazu führen, dass der Konflikt austrocknet und die beiden Regierungen in Libyen deshalb mit Friedensverhandlungen beginnen.
Das wird aber nur gelingen, wenn sich alle an die Absprachen halten und das auch überwacht wird, so SZ-Hauptstadtkorrespondent Daniel Brössler. Er hat am Wochenende den Gipfel begleitet. Und dafür wird eine deutsche Beteiligung wohl nötig sein.
Weitere Themen: IWF veröffentlicht Wachstumsprognose, Urteil im Stromstoß-Prozess, neues Virus in China.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth, Carlo Sarsky
Zusätzliches Material über dpa.

Jan 17, 2020 • 10min
Wie Deutschland in der Libyen-Krise vermitteln will
Seit 2014 ist Libyen zwischen zwei Regierungen aufgeteilt. Die eine sitzt in der Hauptstadt Tripolis und wird angeführt von Fajis al-Sarradsch. Seine Regierung ist von den Vereinten Nationen eigentlich anerkannt. Die andere Regierung ist die des Rebellengenerals Chalifa Haftar. Der sitzt in Bengasi und seine Truppen versuchen schon länger, die Hauptstadt einzunehmen.
Weil diese Parteien aber jeweils von internationalen Playern unterstützt werden, ist der Konflikt weitaus komplizierter. Nun lädt die Bundesregierung zu einer großen Libyen-Konferenz nach Berlin. Der Erfolg der Veranstaltung, sagt der SZ-Hauptstadtkorrespondent Daniel Brössler, wird sich daran messen lassen, ob weiterhin Waffen in die Krisenregion geliefert werden.
Weitere Themen: Chamenei bezeichnet Trump als "Clown", Seehofer lenkt bei Passfotos ein.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Material über dpa.

Jan 16, 2020 • 13min
Organspende: Das neue Gesetz reicht nicht aus
Fast 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ. Verglichen mit anderen Ländern sind hierzulande relativ wenige Organspender. Gesundheitsminister Spahn machte deswegen den Vorschlag der sogenannten "doppelten Widerspruchslösung". Das heißt, jeder würde als Organspender gelten. Es sei denn, er widerspricht.
Durchgesetzt hat sich aber ein anderer Vorschlag, für den unter anderem die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und die Linken-Vorsitzende Katja Kipping geworben haben. Sie wollen die bewusste Entscheidung zur Organspende stärken. Niemand soll vom Staat zur Organspende gezwungen werden. Für den SZ-Wissenschaftsredakteur Felix Hütten ist das zu wenig. Manche Leute müssen irgendwann zu einer Entscheidung gezwungen werden, meint er. Seine Kollegin Christina Berndt widerspricht: Menschen sollten auch das Recht haben, sich nicht mit dem Tod beschäftigen zu müssen.
Weitere Themen: Einigung bei Kohleausstieg, Neuer russischer Ministerpräsident.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audio-Material über Deutscher Bundestag.


