Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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May 19, 2020 • 11min

Corona in Indien: Wenn das Virus auf bittere Armut trifft

Es gibt bewegende Berichte aus Indien. Besonders die ganz Armen leiden unter den Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Seit dem 25. März gelten Ausgangssperren in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde, die kürzlich bis Ende Mai verlängert wurden. Besonders dramatisch ist die Lage für Wanderarbeiter und in den Slums, sagt der SZ-Korrespondent für Süd- und Südostasien, Arne Perras. Viele Tagelöhner seien nach dem Shutdown in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt, weil sie dort auf Versorgung durch ihre Familie hoffen. Das habe jedoch das Coronavirus weiter verbreitet. Doch sei es bislang nicht zu den befürchteten Horrorszenarien gekommen. Weitere Nachrichten: Bundesverfassungsgericht kippt BND-Überwachungspraxis, Vorschulkinder dürfen wieder in den Kindergarten. Alle Infos zum Coronavirus gibt es auch auf sz.de/coronavirus Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters
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May 18, 2020 • 13min

Grundrechte und seltsame Vögel

Insgesamt sieben Grundrechte können derzeit außer Kraft gesetzt werden, wenn gegen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus verstoßen wird. Politiker wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) müssen sich deshalb gerade übel beschimpfen lassen. Aber jenseits von Verschwörungstheoretikern, verirrten Linke und Rechtsextremisten sind manche Bürger ernsthaft über den Eingriff in unsere Freiheit besorgt. Zu ihnen zählt der Ex-Chef der SZ-Innenpolitik Heribert Prantl. "Wir sollten die Grundrechte nicht mit seltsamen Vögeln allein lassen", sagt das ehemalige Mitglied der Chefredaktion. In der Geschichte der Inneren Sicherheit seien Einschränkungen von Freiheitsrechten fast nie zurückgenommen worden. Es sei aber Heuchelei, dass die "Grundrechtsverachter der AfD" jetzt für Grundrechte eintreten würden, die sie sonst missachten. Viele Menschen seien verunsichert, weil auch Extremisten und Spinner sich an den Demos beteiligen. Aufrechte Demokraten bräuchten deshalb derzeit ein dickes Fell, weil sie womöglich damit rechnen müssten, auch als „so einer“ einsortiert und beschimpft zu werden. Prantl wünscht sich deshalb eine breite, kritische Diskussion, an der sich auch die großen Verbände und Einrichtungen der Zivilgesellschaft beteiligen – die Gewerkschaften und die Wohlfahrtsverbände beispielsweise. Und die Parlamente und die Gerichte müssten intensiv über Grundrechtseinschränkungen und ihre Aufhebung in den Zeiten der Pandemie beraten. Weitere Nachrichten: Arbeitsminister Heil für besseren Arbeitsschutz auf Schlachthöfen, Außenminister Maas macht Hoffnung für Sommerurlaub in Europa, Kalbitz bleibt in AfD-Fraktion. Beteiligen Sie sich am kollektiven Corona-Tagebuch der SZ. Schreiben Sie uns auf sz.de/kollektivestagebuch oder per Whatsapp unter 0176-96 50 10 41. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial von Michael Kretschmers Twitteraccount
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May 15, 2020 • 12min

Samstag, 15:30 Uhr: Der Ball rollt wieder

An diesem Samstag um 15:30 Uhr wird die Fußball-Bundesliga wieder angepfiffen. Als bisher einzige Spitzenliga in Europa. Die Kritik ist stark. Viele finden, dass bei der Bundesliga andere Maßstäbe gelten als beim Rest der Bevölkerung. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) argumentiert dagegen, sie habe ein ausgefeiltes Hygienekonzept - und wenn man den Argumenten gegen einen Neustart Folge leisten würde, gäbe es wohl noch im Herbst keinen Sport. Eine schwierige Situation, findet auch Martin Schneider. Der Sportredakteur befürchtet, dass sich die Bundesliga durch ihr hastiges Vorgehen von ihren Fans entfernen könnte. Weitere Themen: Deutsche Wirtschaft schrumpft um 2,2 Prozent, Streit um Grundrente, Heil für Lohnfortzahlung. Beteiligen Sie sich am kollektiven Corona-Tagebuch der SZ. Schreiben Sie uns auf sz.de/kollektivestagebuch oder per Whatsapp unter 0176-96 50 10 41. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Facebook-Seite von Salomon Kalou, DFL und NDR.
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May 14, 2020 • 13min

Europa: Grenzen, öffnet euch!

Seit über zwei Monaten ist der Grenzverkehr in Europa ziemlich eingeschränkt. Deutschland hat zum Beispiel einige Grenzübergänge zu den Nachbarländern Österreich, Frankreich, Schweiz, Luxemburg und Dänemark geschlossen. Und an den Übergängen, die offen sind, werden Kontrollen durchgeführt. Nur Berufspendler, Transporteure von Waren oder wer einen triftigen Reisegrund hat, darf passieren. Nun kündigte Innenminister Horst Seehofer stellvertretend für die Bundesregierung an, Übergänge ab Samstag wieder zu öffnen und Kontrollen nur noch stichprobenartig durchzuführen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagt der Chef des SZ-Meinungsressorts Stefan Ulrich. Denn ein Europa ohne Schengen sei ein entkerntes Europa. Weitere Themen: EuGH erklärt ungarische Transitzonen für unzulässig, 100 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen. Beteiligen Sie sich am kollektiven Corona-Tagebuch der SZ. Schreiben Sie uns auf sz.de/kollektivestagebuch oder per Whatsapp unter 0176-96 50 10 41. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über "maischberger. die woche".
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May 13, 2020 • 13min

Warum sich Corona in Russland immer stärker ausbreitet

Nach dem Ende der harten Quarantäne sind wieder Millionen Russen zur Arbeit gegangen. Doch die Corona-Neuinfektionen steigt weiter an und Russland liegt mit mehr als 230.000 nachgewiesenen Fällen nach den USA jetzt weltweit auf Platz zwei. Selbst den Kreml hat Covid-19 erreicht. Präsident Wladimir Putin habe zunächst lustlos auf die Krise reagiert und jetzt die Verantwortung überforderten Technokraten in den Regionen übertragen, sagt SZ-Russland-Korrespondentin Silke Bigalke. Inzwischen seien die selbst Kliniken zu Infektionsherden geworden, bei denen sich immer mehr Personal ansteckt. Weitere Nachrichten: Abbau der Grenzkontrollen und EU-Empfehlungen, Brandenburgs AfD-Chef Kalbitz unter Druck, Kemmerich lässt Amt im FDP-Vorstand ruhen. Beteiligen Sie sich am kollektiven Corona-Tagebuch der SZ. Schreiben Sie uns auf sz.de/kollektivestagebuch oder per Whatsapp unter 0176-96 50 10 41. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Global News
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May 12, 2020 • 11min

Wo man noch Urlaub planen kann

In der Tourismusbranche geht seit Monaten nichts mehr. Diese Woche will die EU-Kommission Leitlinien vorlegen. Sicher ist: Auslandsreisen bleiben dieses Jahr ein unkalkulierbares Abenteuer. Die weltweite Reisewarnung besteht vorerst bis zum 14. Juni. Aber Urlaub in Deutschland ist ja auch mal schön. Zwar richten sich Italien und Teile von Spanien schon auf Gäste ein, aber auch dort werden vor allem Einheimische Urlaub machen, sagt SZ-Reiseredakteurin Monika Maier-Albang. So habe der Reiseveranstalter Tui für Mallorca für Juni schon mit Lufthansa und Hoteliers Vereinbarungen getroffen, aber dann erlässt Madrid eine 14-tägige Quarantäne für Einreisende. Das gehe beides nicht zusammen. Der Wunsch der Touristen und die Wirklichkeit würden weit auseinander klaffen. Sie empfehle eine Städtetour durch Deutschland. Weitere Nachrichten: Schwesig übersteht Krebs-Therapie, Vettel verlässt Ferrari, Debatte um Grenzöffnung. Alle Infos zum Coronavirus gibt es auch auf sz.de/coronavirus Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über dpa
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May 11, 2020 • 12min

Der lodernde Irrsinn auf Corona-Demos

5000 in Stuttgart, 3000 in München, 1000 Demonstranten in Berlin skandierten am Samstag “Freiheit”, “Widerstand”, “Volksverräter” und "Wir sind das Volk". Bei den sogenannten Hygiene-Demos kommen gerade ziemlich kuriose Gestalten mit ziemlich kruden Thesen zusammen. Diese wilde Mischung aus komplett unterschiedlichen Welten versucht ihre Corona-Angst auf einen gemeinsamen Nenner zu bekommen. Da lodert der Irrsinn, sagt SZ-Autor Willi Winkler, der am Wochenende eine "Hygiene-Demos" in Berlin besucht hat. Viele Teilnehmende einen der Wahn und die Wut auf die Einschränkungen und die Missachtung für die Regeln im Kampf gegen die Seuche. "Es wundert mich, wie viele Leute diesen Blödsinn glauben." Dass sich da Linke und rechte verbünden würden sei historisch aber nicht neu. Auch in den frühen 30er Jahren habe es diese "Querfront" schon einmal gegeben. Heute würden diese Leute aber bewusst Zeichen aus dem Nationalsozialismus übernehmen, um sich als Opfer geben zu können. Weitere Nachrichten: Deutsche Bahn braucht Milliardenhilfe, Nahles soll Bundesanstalt für Post leiten. Alle Infos zum Coronavirus gibt es auch auf sz.de/coronavirus Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix, Spiegel TV, rbb, ntv
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May 8, 2020 • 12min

Depressionen in Zeiten von Corona

Noch gibt es keine Langzeituntersuchungen dazu, was die weltweiten Kontaktbeschränkungen mit uns machen. Es gibt aber ältere Studien über die Effekte von Quarantäne. Sie zeigen, dass soziale Isolation zu Stress und psychischen Störungen führen kann. Und auch jetzt gibt es erste Berichte von einer starken Zunahme von Angstzuständen und Depressionen. Die freie Autorin Heide Fuhljahn hat ihre Depressionen hinter sich, leidet aber noch an einer Traumafolgestörung (PTBS). Über ihre Krankheit hat sie den Bestseller "Kalt erwischt" und “Von Wahn und Sinn” geschrieben. Im Podcast erzählt sie, wie sich die Seelenlage ändert, welche spezielle Ängste entstehen und was helfen kann. Und sie sagt, um welche Menschen sie sich gerade besondere Sorgen macht. Weitere Nachrichten: Gedenken an Kriegsende vor 75. Jahren, Corona in Schlachthöfen, US-Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit 30er Jahren. Alle Infos zum Coronavirus gibt es auch auf sz.de/coronavirus Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Tagesschau Wenn Sie sich selbst von Depressionen betroffen fühlen und Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 suchen Sie Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Weitere Hilfen und Empfehlungen finden Sie hier: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/depression?s=&p=1&n=1&nid=111389 und https://lir-mainz.de/assets/downloads/10tipps_sprachen/10-wichtigste-Empfehlungen_Resilienter-Umgang_Corona_Pandemie.doc.pdf
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May 7, 2020 • 11min

Die Verschwörungstheorien um Bill Gates

Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung unterstützt weltweit Impfprogramme - und die Weltgesundheitsorganisation WHO. Bereits vor fünf Jahren warnte der Microsoft-Gründer eindringlich vor einer Pandemie. Doch auch diese prophetische Rede dient Verschwörungstheoretikern als Steilvorlage. Man kann durchaus kritisieren, dass die Stiftung nicht demokratisch legitimiert sei, sagt SZ-Feuilleton-Chef Andrian Kreye. Gates aber sei heute vor allem ein Philantroph und Wohltäter. Dass er zum Hassobjekt von Verschwörungstheoretikern könne er vielleicht noch nachvollziehen, aber sicher nicht teilen. Diese Vorstellungen würden Denkmuster des 19. Jahrhunderts bedienen, aus dem sich schon der Antisemitismus gespeist habe. Weitere Nachrichten: Schleswig-Holstein hebt Einreiseverbot auf, Unionspolitiker fordern Öffnung der Außengrenzen. Alle Infos zum Coronavirus gibt es auch auf sz.de/coronavirus Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über TED.com
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May 6, 2020 • 11min

Corona-Lockerungen: Warum der Flickenteppich sinnvoll ist

So langsam soll Schluss sein mit dem Corona-Stillstand. Deshalb haben sich Bund und Länder am Mittwoch darauf geeinigt, viele Corona-Maßnahmen deutlich zu lockern. Zum Beispiel sollen demnächst alle Geschäfte wieder öffnen dürfen. Man muss sich dabei aber an Hygieneregeln halten und dafür sorgen, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig die Geschäfte betreten. Auch sollen bis zu den Sommerferien wieder alle Schüler schrittweise zurück in die Schule gehen dürfen. Diese Entscheidung ist ein Paradigmen-Wechsel, erklärt Parlaments-Korrespondent Stefan Braun: Die Regierung gibt einen Teil der Verantwortung auf uns alle ab. Denn wenn es in bestimmten Landkreisen wieder mehr Fälle gibt, müssen die Beschränkungen wieder sehr schnell eingesetzt werden. Welche Lockerungen es ab wann in welchem Bundesland gibt, können Sie auch hier nachlesen. Moderation, Redaktion: Laura Terberl Redaktion: Lars Langenau Produktion: Justin Patchett

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