Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Jan 14, 2021 • 16min

Krankenpfleger Jorde: "Auch wir sind Menschen"

Während Corona sei nichts passiert, um der Pflege den Rücken zu stärken, sagt Alexander Jorde. Der Krankenpfleger hat selbst überlegt, hinzuschmeißen. Am Anfang der Coronakrise haben viele Deutsche abends um 21 Uhr noch für diejenigen geklatscht, die an der Supermarktkasse, im Krankenhaus oder in den Pflegeberufen arbeiten. Von dem Applaus kann er sich aber nichts kaufen, sagt Alexander Jorde. Der 25-jährige Krankenpfleger beklagt, dass sein Berufsstand von der Politik nicht nur nicht gewertschätzt, sondern sogar schikaniert worden sei. Jorde beschreibt in dieser Folge den Zustand in der deutschen Pflege, wie er ihn wahrnimmt. Weitere Themen: Höhepunkt bei Intensivpatienten überschritten, deutsche Wirtschaft bricht um fünf Prozent ein. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ARD-Wahlarena.
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Jan 13, 2021 • 12min

Täglich grüßt Söder: Wie gut ist Bayerns Corona-Management?

Schon wieder war Markus Söder die vergangenen Tage sehr umtriebig. Manchem Bürger geht sein Ton jedoch langsam auf die Nerven. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat allein in dieser Woche mit der FFP-2-Maskenpflicht und dem Vorschlag einer Impfpflicht für das Pflegepersonal gleich zweimal für mächtig Wirbel gesorgt. Seine Umfragewerte sind immer noch sehr gut. Der Landesvater hat sich den Ruf eines Machers erworben, aber wie gut ist Söders Krisenmanagement wirklich? Das beurteilt in dieser Folge der SZ-Reporter Andreas Glas. Weitere Themen: So funktionieren FFP-2-Masken, Spahn verteidigt EU-Vorgehen. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und Bayerische Staatsregierung.
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Jan 12, 2021 • 13min

Was der Hitler-Putsch für die US-Demokratie lehrt

Die Ereignisse am Kapitol haben einige Analogien mit der Vor-Nazi-Zeit. Ein Gespräch mit dem Historiker Michael Brenner über Parallelen zu 1923. Arnold Schwarzenegger bemühte die Reichspogromnacht von 1938 in seiner Videobotschaft über die Ereignisse in Washington. Doch der Vergleich des gebürtigen Österreichers geht zu weit. Für den Sturm auf das Kapitol war ein unorganisierter Mob verantwortlich, der von einem Opportunisten aufgewiegelt wurde, meint der Historiker Michael Brenner. Für den Professor an der American University in Washington, DC, und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München bestehen zu dem Ereignis am 6. Januar in der US-Hauptstadt “einige Analogien” zum Hitlerputsch 1923 in München. Schließlich sei der gescheiterte Putsch von Adolf Hitler erst der Anfang einer extremen Bewegung gewesen - und etwas ähnliches erwartet er auch für die USA in den kommenden Jahren. Zwar seien die USA eine gefestigte Demokratie, “aber der Versuch, eine gewählte Regierung mit Gewalt oder rhetorischem Druck in Frage zu stellen oder zu stürzen, wird nicht mit dem 6. Januar aufgehört haben”, meint Brenner. Natürlich gebe es starke Unterschiede zu 1923, aber es gebe eben auch “Millionen Amerikaner mit antidemokratischem Denken”. Ihnen stünde jedoch eine große Mehrheit entgegen, die die Demokratie auch schützen werde. Beide Welten seien jedoch völlig voneinander abgekoppelt. Michael Brenners neues Buch "Der lange Schatten der Revolution - Juden und Antisemiten in Hitlers München 1918 bis 1923" finden Sie hier, seinen Text in der Washington Post finden Sie hier, Schwarzeneggers Video hier. Weitere Nachrichten: FFP2-Maskenpflicht in Bayern, Unwort des Jahres. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Carlo Sarsky
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Jan 11, 2021 • 11min

Schülervertreter: Streiten mit dem Internet statt Unterricht

Bundesweit hat der Schulunterricht wieder begonnen. Meist aber digital vor dem PC. Allerdings funktionieren die digitalen Lernplattformen kaum, kritisiert der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz Dario Schramm. “Es war heute eine große Party”, sagt der Abiturient. Die Server seien zumindest an diesem Montag völlig überlastet gewesen. Das sei kein Unterricht, sondern “ein Streiten und Versuchen mit dem Internet klar zu kommen”. Zudem seien noch immer nicht alle Schüler und Schülerinnen mit den technischen Voraussetzungen ausgestattet, geschweige denn sie haben einen ruhigen Ort oder ein eigenes Zimmer zum Lernen. Das angestrebte Ziel einer Bildungsgerechtigkeit sei so zumindest nicht zu erreichen. Stattdessen brauche es einen Ausgleich von Nachteilen für diejenige, die durch den digitalen Unterricht immer mehr abgehängt werden würden. Weitere Nachrichten: Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, Biden nominiert neuen CIA-Chef, Impfstoff Moderna in Deutschland. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk
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Jan 8, 2021 • 15min

Corona: Brauchen wir härtere Regeln?

Fast 1200 Menschen sterben an einem Tag an oder mit Corona. Braucht es jetzt noch schärfere Maßnahmen? Ein Streitgespräch. Das Robert-Koch-Institut meldet an diesem Freitagmorgen einen traurigen Rekord bei der Zahl der Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind. Es sei deswegen Zeit für deutlich schärfere Regeln, sagt der SZ-Wissenschaftsredakteur Felix Hütten. Er diskutiert in dieser Folge mit seiner Kollegin aus dem Investigativressort Nina Bovensiepen. Sie sagt, dass die Kollateralschäden durch die Macht-alles-zu-Politik zu hoch seien. Weitere Themen: NRW führt 15-Kilometer-Regelung nicht ein, Weitere 300 Millionen Impfdosen für EU, Fünftes Todesopfer nach Kapitol-Krawallen. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak
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Jan 7, 2021 • 13min

Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Die Bilder der Ausschreitungen in Washington unterstreichen: Die USA sind nicht länger der Leuchtturm der Freiheit. In Washington überschlagen sich in den vergangenen Stunden die Ereignisse. Unterstützerinnen und Unterstützer von Donald Trump stürmten das Kapitol, die Nationalgarde musste anrücken, vier Menschen starben. Und Trump selbst stachelte seine Fans noch weiter an. Überraschend seien die Proteste nicht gewesen, sie hätten sich über Wochen angekündigt, sagt der ehemalige SZ-Chefredakteur Kurt Kister. Spätestens jetzt sollten die letzten Skeptiker begriffen haben: Das Jahrhundert der Vereinigten Staaten ist vorbei. Weitere Themen: EU-Kommission verweigert Parlament Einsicht in Impfstoffverträge, Spätere Prüfungen für Abschlussklassen in Bayern. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak Zitiertes Audiomaterial über CNN.
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Jan 5, 2021 • 11min

Senatswahlen in Georgia: Trumps Kampf gegen die eigenen Leute

Die USA schauen in diesen Tagen ziemlich gespannt in den Bundesstaat Georgia: Dort finden am Dienstag die Nachwahlen für zwei Senatssitze statt. Wenn die Demokraten beide gewinnen, hätte Joe Biden als Präsident den kompletten Kongress auf seiner Seite - und ausgerechnet Donald Trump könnte den entscheidenden Beitrag zu demokratischen Wahlsiegen geleistet haben. Denn seit kurzem ist der Mitschnitt eines Telefonats von Trump mit Georgias republikanischem Innenminister öffentlich, in dem Trump ihn drängt, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von November nachträglich zu kippen. Wie brisant die Situation in Georgia ist, erklärt in dieser Folge US-Korrespondent Thorsten Denkler. Weitere Themen: Bund-Länder-Treffen zu Corona-Maßnahmen - weitere Infos finden Sie hier; Impfgipfel im Kanzleramt. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zitiertes Audiomaterial über die Washington Post
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Jan 4, 2021 • 11min

Was beim Impfstart falsch gelaufen ist

Rund 260 Tausend Menschen in Deutschland haben den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schon bekommen. Bislang wurden etwa 1,3 Millionen Impfdosen an die Bundesländer geliefert. Weitere sollen schon am Freitag folgen. Doch in den letzten Tagen wurde die Kritik am schleppenden Impfstart in Deutschland immer lauter. Die zwei häufigsten Punkte sind dabei: Es soll zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehen und die Impfungen sollen schlecht organisiert sein. SZ-Korrespondent Nico Fried warnt davor, nun alles zu dramatisieren, mahnt aber eine Verbesserung der Informationen an die Bevölkerung an. Im Podcast spricht er darüber, welche Schuld die Bundesregierung und die EU am holprigen Impftstart haben und wie es nun weiter geht. Den Podcast "Das Thema" zum Impfen und Langzeitfolgen finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Antonia Franz Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial von der ARD.
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Dec 23, 2020 • 16min

Weihnachten, ein Fest der Niedrigkeit

Heiligabend und die Festtage sind dieses Jahr anders. Doch trotz allem bleibt das Eigentliche am Fest bestehen. Es ist ein Weihnachten unter Pandemie-Bedingungen: Ob mit oder ohne dem Besuch von Gottesdiensten, aber zumindest ohne inbrünstiges Singen in der Kirche. Es sei nicht die Zeit für Ausnahmen, selbst wenn es dazu laut Grundgesetz die Möglichkeit gebe, sagt Bernd Berger. Er ist Pastor der evangelischen Auferstehungskirche in München. Deshalb habe zumindest seine Gemeinde auf Präsenz-Gottesdienste verzichtet. Corona habe auch in der Kirche vieles neu und anders gemacht. So sei er und die gesamte EKD viel interaktiver geworden. Für den Theologen hat dieses emotional so aufgeladene Fest eh einen ganz ursprünglichen Hang zur "Niedrigkeit". Ein Fest für die, die es eh schwer haben. Gute Nachrichten: Weniger Verkehrstote, Steuervorteil Homeoffice, gesunkener Soli-Beitrag, mehr Kindergeld. Hinweis in eigener Sache: Haben Sie vielen Dank für Ihre Sprachnachrichten. Wir machen bis zum 4. Januar Pause und freuen uns darauf, wenn Sie danach wieder dabei sind. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz, Lea Weinmann Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial von unseren Hörern und Hörerinnen sowie Julia Ongyerth.
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Dec 22, 2020 • 11min

Coronavirus: Siegeszug der britischen Mutante

In Großbritannien grassiert eine Mutation des Corona-Virus. Wie gefährlich ist diese neuartige Variante? Unmittelbar nach der Nachricht, dass in England eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht ist, haben zahlreiche Staaten die Verkehrsverbindungen nach Großbritannien gekappt. Bislang wissen wir, dass diese Mutation wesentlich ansteckender ist, und bereits jeder zehnte neue Fall in Großbritannien das neue Virus aufweist. Trotzdem ist es deshalb kein Killervirus, sagt SZ-Wissenschaftsredakteurin Christina Berndt. Allerdings setze es wegen seiner schnellen Verbreitung gerade zu einem gefährlichen Siegeszug an. Auch in Deutschland sei es mit großer Sicherheit bereis zu finden, nur werde die Gensequenzen bei uns nicht so genau untersucht. Weitere Nachrichten: Corona-Testpflicht in Bayern, Russland verhängt Sanktionen gegen Deutschland, Bundesanwaltschaft: Angeklagter ist alleiniger Lübcke-Mörder. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz, Lea Weinmann Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über dpa und ZDF.

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