

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Jul 5, 2021 • 12min
Hans-Georg Maaßen: Aufmerksamkeit um jeden Preis
Seit Jahren hart rechtsaußen. Als Verfassungsschutzpräsident geschasst. Und jetzt CDU-Bundestagskandidat in Südthüringen. Hans Georg Maaßen ist das Enfant terrible seiner Partei - und für viele eine Reizfigur. Einer, der nach Ansicht von rot-rot-grünen Politikern und Politikerinnen am rechten Rand fischt. Gerade ist der ehemalige Chef der Verfassungsschützer mit Angriffen auf die Medien und den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk im Speziellen aufgefallen.
Maaßen treibt die Suche nach Aufmerksamkeit und Zuspruch, sagt Innenpolitik-Redakteur Ronen Steinke. Er halte sich für einen "Unvollendeten, der noch viel in der Bundesregierung hätte erreichen können". Doch mit seiner Terminologie bediene er seit langem klassische Verschwörungstheorien. Er fische am rechten Rand und gieße Wasser auf die Mühlen der AfD, aber oft würden die Menschen das Original wählen. Seine Kandidatur schade dem Kurs der Mitte, den CDU-Chef Armin Laschet in der Tradition von Angela Merkel fortsetzen will. Maaßen sei somit ein Geschenk im Wahlkampf seiner politischen Gegner.
Weitere Nachrichten: Debatte um Impfschwänzer, weltweiter Hackerangriff.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Victoria Marciniak
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über Welt und tv Berlin.

Jul 2, 2021 • 13min
Globale Mindeststeuer: Größter Wurf in hundert Jahren?
130 Länder haben sich auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Der "Wettbewerb nach unten" sei nun vorbei, sagt Olaf Scholz.
Schluss mit dem rücksichtslosen Steuerwettbewerb: 130 Länder haben sich auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geeinigt. Endlich sollen große Konzerne wie Amazon, Google und Facebook mehr abgeben und sich nicht mehr in Steueroasen verkriechen.
Die internationale Steuerreform ist allerdings nicht unumstritten. Irland beteiligt sich vorerst nicht, die Schweiz hat Bedenken und das Vereinigte Königreich will Banken ausklammern. Dennoch, sagt Bastian Brinkmann, sei die Vereinbarung ein historischer Schritt. Alle Ungerechtigkeiten werde sie aber nicht beseitigen, sagt der stellvertretende Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion.
Weitere Themen: Toni Kroos beendet DFB-Karriere, Länder wollen Stiko-Empfehlung zur Kreuzimpfung sofort umsetzen.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Victoria Marciniak und Lars Langenau
Produktion: Benjamin Markthaler und Carlo Sarsky
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und französisches Finanzministerium.

Jul 1, 2021 • 13min
Unwetter: Warum kracht und regnet es gerade so oft?
Überschwemmungen in Deutschland, 49,5 Grad Celsius in Kanada: Zufall oder nehmen solche Extremwetter durch die Klimakrise zu?
Es ist sehr heiß, dann blitzt, donnert und schüttet es. Teils richtig heftig, mit Überschwemmungen. So sah es die vergangenen Tage immer wieder in Deutschland aus. Eigentlich typisch, dass sowas mal im Sommer vorkommt. Aber in der Häufung?
Steckt dahinter vielleicht mehr? Werden wegen der Klimakrise in den kommenden Sommern Unwetter immer mehr zunehmen? Der Meteorologe Prof. Felix Ament gibt Auskunft und spricht auch darüber, warum die Vorhersage eines Gewitters so kompliziert ist.
Weitere Themen: Seehofer attackiert Uefa, Steinmeier besucht Yad Vashem.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über BR24.

Jun 30, 2021 • 13min
Afghanistan: Die Bundeswehr zieht ab, die Furcht bleibt
Die Bundeswehr hat ihren Einsatz in Afghanistan beendet. Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften, den Informanten und Übersetzern zum Beispiel?
20 Jahre lang waren deutsche Soldatinnen und Soldaten am Hindukusch stationiert. Nun sind die letzten von ihnen aus dem Lager in Masar-i-Scharif ausgeflogen worden.
Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften? Den Informanten und Übersetzern zum Beispiel, die der Bundeswehr jahrelang geholfen haben? Sie müssen jetzt um ihr Leben fürchten, sagt Außenpolitikredakteur Tobias Matern.
Weitere Themen: Löw übernimmt Verantwortung, Corona-Neuinfektionen nehmen weltweit zu.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Lars Langenau
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über DFB.

Jun 29, 2021 • 11min
Wie die Delta-Variante England und die EM trifft
Angesichts wieder rasant steigender Corona-Infektionszahlen im Vereinigten Königreich ist die Freude über ein spannendes Match zwischen England und Deutschland getrübt. Dabei verzeichnet Großbritannien mit einer Quote von fast 50 Prozent bei den Zweitimpfungen einen Spitzenwert. Für 99 Prozent aller Neuinfektionen ist dort die Delta-Variante verantwortlich.
Die Spiele in London mit mehr als 40 000 Zuschauern gelten der britischen Regierung als Forschungsprojekt, sagt Michael Neudecker, SZ-Korrespondent für das Vereinigte Königreich und Irland. Doch trotz der hohen Neuinfektionen kommt es zu weniger schweren Verläufen. Allerdings sei durch die hohe Impfquote und die Rücknahme vieler Einschränkungen auch die Leichtsinnigkeit gestiegen. Treiber der Pandemie seien jetzt vor allem Jugendliche. Trotzdem werde die Regierung aber wohl an dem "Freedom Day" am 19. Juli festhalten, dem Tag, an dem fast alle Einschränkungen fallen sollen, meint Neudecker.
Weitere Nachrichten: Weitere Lockerung von Corona-Regeln, Waffenstillstand in Äthiopien.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über Guardian News und Sportschau.

Jun 28, 2021 • 10min
Messerattacke in Würzburg: "Der Täter war stadtbekannt"
Freitag gegen 17 Uhr sticht ein Somalier in einem Kaufhaus mit einem langen Messer aus der Auslage auf die Verkäuferin und weitere Frauen ein. Er tötet dort drei Frauen und verletzt eine Elfjährige schwer. Dann greift er in der belebten Würzburger Innenstadt weitere, ihm offensichtlich völlig unbekannte Passanten an, verletzt sie zum Teil lebensgefährlich. Gestoppt wird er von mehreren Männern, die sich ihm mit Besen und Stühlen in den Weg stellen. Einer von ihnen ist selbst Asylbewerber. Dann streckt ein Polizist den Angreifer mit einem Schuss ins Bein nieder. Der Attentäter wird festgenommen.
Der Täter ist 24 Jahre alt, kam 2015 aus Somalia, war nach der Ablehnung seines Asylantrags geduldet und lebte in einer Asylunterkunft vor Ort, sagt die SZ-Franken-Korrespondentin Clara Lipkowski. Er selbst habe islamistische Motive für seine Tat angegeben, doch womöglich ist er psychisch krank. So sei er erst kürzlich deshalb zwangsweise behandelt worden. Polizei und Dolmetscher würden derzeit aber noch sein Handy überprüft und angebliches Propagandamaterial sichten. Allerdings sei er oft auch barfuß durch die Stadt geirrt, sei stadtbekannt gewesen und durch sonderbares Verhalten aufgefallen. Die Stadt trauert, sagt Lipkowski. Aber besonders Oberbürgermeister Christian Schuchardt habe sehr besonnen reagiert, als er davor warnte, Geflüchtete nicht pauschal zu verurteilen und die schreckliche Tat eines Einzelnen nicht zu generalisieren.
Weitere Nachrichten: Ausbreitung der Delta-Variante, Schwedens Regierungschef tritt zurück.
Verabschiedungen aus Ihrer Heimat oder Wohnort bitte an podcast@sz.de
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb und Julia Stanton
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

Jun 25, 2021 • 13min
VdK-Präsidentin Bentele zur Pflege: "Jetzt muss gehandelt werden"
3,3 Millionen Pflegebedürftige werden in Deutschland zu Hause betreut. Der überwiegende Teil von Angehörigen, andere von Hunderttausenden Pflegekräften. Die stammen meist aus Osteuropa mit Verträgen oft von ausländischen Dienstleistern. Oft werden ihre Arbeitszeiten nicht eingehalten, viele sind ohne Urlaubsanspruch, geschweige denn haben sie eine Privatsphäre. Dabei sind sie systemrelevant in einem System, dass nicht nur die Gewerkschaft Verdi als rechtlich unhaltbar und als ausbeuterisch anprangert. Für diese häuslichen Pflegekräfte hat das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag ein Grundsatzurteil gefällt. Demnach haben sie einen Anspruch auf den vollen Mindestlohn, auch in Bereitschaftszeiten.
"Die Pflege zu Hause ist mit dem Urteil noch einmal ein Stück schwieriger geworden", sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele im Gespräch mit der SZ. Es brauche dringend Standards auch für ausländische Pflegekräfte, die in Deutschland tätig seien. Es könne nicht angehen, dass manche Menschen dabei 24 Stunden und sieben Tage in der Woche arbeiten würden. In dem Zusammenhang übte sie scharfe Kritik an der Pflegereform von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Es warte auf die neue Bundesregierung deshalb eine riesige Aufgabe, die Interessen der Pflegebedürftigen und die der Pflegekräfte unter ein Dach zu bekommen. Auch wegen der explodierenden Kosten fordert Bentele für den größten deutschen Sozialverband eine "Pflege-Vollversicherung". Finanziert werden müsse die auch durch eine Zusammenlegung der privaten- und gesetzlichen Krankenkassen. Unterstützt werden könnte häusliche Pflege aber auch durch ambulante Pflegedienste und andere flexible Kurzzeitpflege.
Weitere Nachrichten: Verletzte bei Anschlag auf deutsche Soldaten in Mali, EU-Gipfel kritisiert Ungarn.
Post grundsätzlich und gern auch mit Verabschiedungen aus ihrer Heimat oder Wohnort bitte an podcast@sz.de
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über RTL/NTV und Tagesschau.

Jun 24, 2021 • 13min
EU-Gipfel: Zurück zum Dialog mit Russland?
Am Donnerstag und Freitag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Europäische Union. Auf der Agenda stehen einige Themen mit großem Konfliktpotenzial: Bei einem Abendessen soll es um das ungarische Anti-LGBTQ-Gesetz gehen. Auf dem Gipfel selbst um die Kooperation mit der Türkei und Russland. Und gerade beim letzten Punkt sorgt ein Vorschlag von Angela Merkel und Emmanuel Macron für Unruhe.
Werden sich die Länder auf dem Gipfel also überhaupt auf etwas einigen können? Das erklärt in dieser Folge Matthias Kolb, SZ-Korrespondent in Brüssel.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz
Produktion: Benjamin Markthaler

Jun 23, 2021 • 14min
Die Angst vor der Delta-Variante
Eigentlich steht Deutschland gerade im Kampf gegen das Coronavirus sehr gut da. Die Delta-Variante sorgt aber seit einigen Wochen für Verunsicherung und tritt im Wettrennen gegen unseren Impf-Fortschritt an. Zuerst hat sie sich in Indien verbreitet, später auch in Großbritannien. Dort liegt die Inzidenz aktuell wieder über 100 - und das obwohl viele Briten und Britinnen schon geimpft sind.
Auch hier in Deutschland verbreitet sich die hochansteckende Delta-Variante immer weiter. Und als ob das nicht genug wäre, hat die Variante jetzt eine weitere Mutation entwickelt: Delta Plus. Indien stuft diese neu nachgewiesene Virusvariante als “besorgniserregend” ein.
Christina Berndt aus der SZ-Wissensredaktion sagt im Podcast, dass wir bei Delta "stark aufpassen müssen", gerade weil man nach der ersten Impfung noch nicht "gut geschützt" sei. Trotzdem hätten wir hier in Deutschland den Vorteil, dass wir im Kampf gegen die Variante eine "bessere Ausgangslage" hätten als etwa Großbritannien: "Wir starten später mit Delta, wir starten auf einem niedrigeren Level, und wir sind vorgewarnt."
Weitere Themen: EU will gegen Ungarn vorgehen, Zwischenfall vor der Krim.
Redaktion, Moderation: Antonia Franz
Redaktion: Magdalena Pulz
Produktion: Justin Patchett

Jun 22, 2021 • 14min
Zwischen Delta und Regenbogen: Uefa im Zwielicht
Die Uefa wird kritisiert: wegen voller Stadien, Zuschauern, die keine Maske tragen und ihrer Absage an eine in Regenbogenfarben leuchtende Arena.
Während der Europameisterschaft wird nicht allein über Fußball gesprochen. Der Europäische Fußballverband Uefa steht seit Beginn des Turniers in der Schusslinie. Zum Beispiel, weil einige Spiele in London stattfinden, wo die Delta-Variante des Virus um sich greift.
Jetzt hat der Verband verboten, dass das Münchner Stadion als Symbol für Solidarität mit Lesben und Schwulen beim Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchtet. Die Uefa macht gerade keine glückliche Figur, kommentiert Claudio Catuogno. Der SZ-Sport-Chef sagt, privat hätte er sich sehr über dieses Symbol gefreut. Der Uefa blieb aber kaum eine andere Wahl als ihr Veto.
Weitere Themen: Wirecard-Untersuchungsausschuss legt Bericht vor, Verschwörungsmythen in Deutschland verbreitet.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Antonia Franz
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über dpa und YouTube-Kanal des DFB.


