

Armutszeugnis
Eva Völpel, Sabine Nuss
Warum haben Wenige so viel und Viele so wenig? Soziale Ungleichheit ist kein Betriebsunfall, sondern Voraussetzung und Resultat «unserer» Wirtschaftsweise und Nährboden für Faschismus und völkisches Denken. Ein Armutszeugnis, denn: Theoretisch wäre genug für alle da. Monatlich diskutieren Eva Völpel und Sabine Nuss mit Expert*innen über die Verteilungskrise. «Armutszeugnis» ist der neue Wirtschaftspodcast der Rosa-Luxemburg Stiftung.
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Apr 12, 2024 • 47min
#3 Bürgergeld: Von Sanktionen und sozialstaatlicher Disziplinierung | mit Helena Steinhaus
Die Debatte um das Bürgergeld tobt. Sie wird mit falschen Zahlen und absurden Behauptungen geführt. Unter anderem im Fokus: Angebliche Totalverweigerer, eine verschwindend geringe Zahl von Menschen. Doch warum dieser Frontalangriff auf derartige Pappkameraden? Steckt dahinter ein Angriff auf uns alle, weil in Zeiten von Fachkräftemangel und Sparkurs die sozialstaatliche Disziplinierung für den Arbeitsmarkt verschärft wird? Und wollte die SPD das Bürgergeld nicht fairer gestalten? In der dritten Folge von «Armutszeugnis» gehen wir diesen Fragen nach und sprechen mit Helena Steinhaus vom Verein Sanktionsfrei über die Hetze gegen Bürgergeldbezieher*innen, den Sinn und Unsinn von Sanktionen – und wie der Verein für eine menschenwürdige Grundsicherung streitet.
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Zum Weiterlesen und Weiterschauen:
«Es braucht nicht viel. Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair und armutsfest machen.» Buch von Helena Steinhaus und Claudia Cornelsen
Hier geht’s zu den Berechnungen, dass man mit Arbeit immer deutlich mehr hat als im Bürgergeldbezug
Der erwähnte Aufsatz von Christian Brütt zur sozialstaatlichen Regulierung der Ware Arbeitskraft in der Mindestsicherung findet sich in: Ingo Stützle (Hrsg.): Work-Work-Balance. Marx, die Poren des Arbeitstags und neue Offensiven des Kapitals
ZDF-Sendung «Die Anstalt» zum Thema Schuldenbremse vom 12. März 2024
ZDF-Reportage: So sind sie reich geworden: Fünf Millionäre gewähren seltene Einblicke, 19. August 2023
Forscher über Reichtum «Heute ist es einfacher, reich zu werden», Tagesschau, 28. März 2024

Mar 8, 2024 • 51min
#2 Von Klassenfragen und Aufstiegsmärchen | mit Betiel Berhe
Jede und jeder kann es schaffen, ist eine gängige Erzählung in unserer Gesellschaft. Aber stimmt das überhaupt? In der neuen Folge unseres Wirtschaftspodcasts „Armutszeugnis“ sprechen wir u.a. mit der Ökonomin, Aktivistin und Autorin Betiel Berhe über Aufstiegsmärchen und darüber, wie Kapitalismus und Rassismus zusammenhängen. Wir schauen zudem – anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März – auf Leerstellen eines liberalen Feminismus, auf die weiterhin riesige Kluft in der Verteilung von Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern und auf Zahlen zum Thema unbezahlte Care-Arbeit. Wir diskutieren außerdem, ob der Kampf für steuerliche Umverteilung nur an den Symptomen einer Wirtschaftsweise herumdoktert, da diese prinzipiell auf Ungleichheit beruht.
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**Zum Weiterlesen: **
Über unseren Studiogast:
Betiel Berhe - Expertin für Race, Class und Gender
Betiels Buch: Nie mehr leise | Betiel Berhe | Aufbau Verlag
Hier finden sich die Daten zur Einkommensteuer, etwa welche Einkommensgruppen welchen Anteil bei der Lohn- und Einkommensteuer bestreiten (S. 20): Datensammlung zur Steuerpolitik 2023
Studie zur Frage, dass viele zwischen Vermögen und Einkommen keinen Unterschied wahrnehmen: Deutsche unterschätzen ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen erheblich - Das Progressive Zentrum
Neue Daten zur Verteilung u.a. des Betriebsvermögens in Deutschland bzw. im Euroraum findet man in den verteilungsbasierten Vermögensbilanzen der Europäischen Zentralbank (EZB). Eine erste Zusammenfassung und Kommentierung der Daten findet sich hier: Drei Lehren aus neuen EZB-Vermögensdaten - Dezernat Zukunft
Interview mit dem Soziologen Steffen Mau im Podcast „Lage der Nation“ (Folge vom 18. Februar 2024) LdN369 Spezial: Wer spaltet unsere Gesellschaft? (Steffen Mau, Soziologe) – Lage der Nation
Interview mit Linus Westheuser in der Ausgabe 2/2023 der Zeitschrift Luxemburg zu den Thesen des Buchs „Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft“
Zur Kritik der Lohnform empfehlen wir das Bildungsmaterial PolyluyMarx, herausgegeben von der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dort siehe kurz und knackig die Seiten 119 ff. Zum ungleichen Tausch von Arbeit und Lohn sowie der Politik der Gewerkschaften in der Frage siehe auch: Lohn und Leistung - OXI Blog
Hier geht’s zu den erwähnten Zahlen, in welchen Berufen migrantisierte Menschen überdurchschnittlich häufig arbeiten: Sechs von zehn Erwerbstätigen in Reinigungsberufen haben eine Einwanderungsgeschichte - Statistisches Bundesamt
Die neue Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamts: Zeitverwendung - Statistisches Bundesamt – und hier geht’s zu den erwähnten Berechnungen der Initiative closeecondatagap - die u.a. zeigen, dass Frauen jährlich in Deutschland 380 Milliarden Euro weniger verdienen als Männer, obwohl sie in der Woche eine Stunde länger – bezahlt und unbezahlt – arbeiten (Achtung, die Berechnungen beziehen sich noch auf die letzte Zeitverwendungserhebung von 2012/2013). Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat zudem die Entwicklung des Gender Pay Gap und des Gender Care Gap im Lebensverlauf untersucht: DIW Berlin: Gender Pay Gap und Gender Care Gap steigen bis zur Mitte des Lebens stark an
Was tun angesichts von Geschlechterungleichheit und Sorgekrise? Das Konzept „Sorgende Städte“ öffnet einen Horizont für eine andere, feministische (Care-)Politik im Sinne der Bedürfnisse aller: Sorgende Städte - Rosa-Luxemburg-Stiftung
Über den feministischen Generalstreik im Baskenland: Baskenland: Feministischer Streik: Nicht nur bessere Arbeitsbedingungen
Zum Podcast „Systemrelevant“ (Folge 179) der Hans-Böckler-Stiftung: Hat Deutschland einen aufgeblähten Sozialstaat?
„Kanonen und Butter sind Schlaraffenland“: Clemens Fuest im ZDF-Interview
Und hier geht’s zur Studie von Sebastian Gechert und Philipp Heimberger, die feststellt, dass Steuergeschenke an Unternehmen kaum bzw. kein Wirtschaftswachstum bringen: Böckler Impuls bzw. Do corporate tax cuts boost economic growth? - Macroeconomic Policy Institute (IMK) in the Hans Boeckler Foundation

Feb 9, 2024 • 55min
#1 Von oben und unten | mit Marlene Engelhorn und Natalie Schöttler
Wie Marlene Engelhorn (taxmenow) und Natalie Schöttler (oneworrieless) für Umverteilung kämpfen
Ob Friedrich Merz oder Christian Lindner: Die Hetze gegen Asylsuchende oder Empfängerinnen von Bürgergeld hat gerade wieder Konjunktur, während der extreme Reichtum der Milliardärinnen nicht nur in diesem Land kaum besteuert wird. Warum ist das so? Was hat das mit langlebigen Mythen und irreführenden Bildern von Reichtum und Armut, aber auch mit der Leistungsideologie zu tun? Und wie kommen wir dagegen an?
Darüber sprechen wir in der ersten Folge unseres neuen Wirtschaftspodcasts «Armutszeugnis» mit Natalie Schöttler von der Stiftung OneWorryLess und Marlene Engelhorn von taxmenow – der Initiative für Steuergerechtigkeit. Außerdem verraten wir Euch, warum wir uns Wirtschaftspodcast nennen, obwohl wir die Bezeichnung nicht unproblematisch finden. Und was das Erstarken rechter Weltanschauungen mit unserer Motivation zu tun hat, mit diesem Podcast an den Start zu gehen.
Schreibt uns an armutszeugnis@rosalux.org
Zum Weiterlesen:
OneWorryLess
taxmenow
Die erwähnte Analyse der deutschen Milliardenvermögen und zusätzliches Material zum Thema findet Ihr hier:
argumente Heft, Rosa-Luxemburg-Stiftung: Mythen und Irrtümer zum Reichtum
Netzwerk Steuergerechtigkeit: Die Analyse der deutschen Milliardenvermögen
Pressemeldung Böckler-Stiftung: Superreiche in Deutschland
Podcast Systemrelevant: Mythen um Superreiche: Warum wissen wir so wenig?
Feature «Die geheime Welt der Superreichen - Das Milliardenspiel» (12.12.2023)
Studie, Rosa-Luxemburg-Stiftung: Übergewinne richtig besteuern
Studie «Why is it so difficult to tax the rich? Evidence from German policy-makers» von Florian Fastenrath, Paul Marx, Achim Truger und Helena Vitt (Achtung: Beitrag ist hinter paywall)
Wem das zu teuer ist: Hier ein Interview mit den Autor*innen zur Studie
Außerdem empfehlen wir Euch zum Thema Mythen und Irrtümer zum Reichtum:
Argumente Heft, Rosa-Luxemburg-Stiftung: Geld allein macht nicht glücklich
Die zitierten «Mitte-Studien» der Friedrich-Ebert-Stiftung
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