

AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie
Karl Urban und Franziska Konitzer
Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziskia Konitzer und Karl Urban regelmäßig Geschichten, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Es sind wahre Geschichten aus Astronomie und Astrophysik, Geologie und Geowissenschaften.
Episodes
Mentioned books

Nov 29, 2023 • 58min
Rätselhaftes Erdmagnetfeld: vom Kompass zum Supercomputer
Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!
Es schützt uns vor gefährlichen Ausbrüchen der Sonne und zaubert Polarlichter an den Himmel: Heute wissen wir, dass wir dem Magnetfeld der Erde eine Menge verdanken. Tatsächlich aber dauerte es 2500 Jahre, um zu verstehen, wie es entsteht.
Karl erzählt in dieser Folge des Podcasts, wie das Erdmagnetfeld über die Jahrhunderte immer genauer untersucht wurde, ohne dass Forscherinnen und Forscher ihm wirklich auf die Schliche kommen konnten. Beginnend vom ersten Kompass im alten China, über erste Versuche mit runden Magneten bis zur Entdeckung des Elektromagnetismus im 19. Jahrhundert: Der Geodynamo tief im Erdinnern weigerte sich, seine wahre Natur zu zeigen.
Am Ende brauchte es tief gehende Erkenntnisse aus der Geologie und Supercomputer, um dem Erdmagnetfeld mit seinen verwirrenden Schwankungen und Umpolungen auf die Schliche zu kommen.
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AG052: Warum hat die Welt Inge Lehmann vergessen?
AG068: Wie Marie Tharp die Geologie revolutionierte
AG076: Subduktion: Das tiefe Geheimnis des Blauen Planeten
Weiterführende Links
WP: Nordwestpassage
WP: James Clark Ross
WP: John Herschel
WP: Kompass
WP: Gerhard Mercator
WP: William Gilbert
WP: Deklination
WP: Magnetit
WP: Edmond Halley
WP: Charles de Coulomb
WP: Coulombsches Gesetz
WP: Torsionswaage
WP: Hans Christian Ørsted
WP: André-Marie Ampère
WP: Richard Christopher Carrington
WP: Carrington-Ereignis
WP: William Thomson
WP: Ionosphäre
WP: Harold Jeffreys
WP: Inge Lehmann
WP: Curie-Temperatur
Quellen
Royal Museums Greewich: John Ross’s second North-West Passage expedition 1829–33
Buch: Anke Wilde – Unsichtbar und übeall – Den Geheimnissen des Erdmagnetfelds auf der Spur, Kosmos (2019)
Fachartikel: Glatzmaier & Roberts – A three-dimensional self-consistent computer simulation of a geomagnetic field reversal (1996)
Episodenbild: Gary A. Glatzmaier / UCSC

Nov 9, 2023 • 45min
Fehlende Neutrinos: Als die Sonne kaputt war
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Warum scheint unsere Sonne? Antwort: Kernfusion! Tief in ihrem Innern verschmelzen also unter anderem Atomkerne des Wasserstoffs- zu Helium. Doch Forschende wollten sich in den 1960er Jahren nicht nur mit schönen Erklärungen begnügen, sondern eine so schlüssige Erklärung auch experimentell überprüfen: zum Beispiel mit einem unterirdischen Tank in der Homestake-Mine in South Dakota, der, gefüllt mit chemischem Reinigungsmittel, darauf wartete, dass ab und zu ein Neutrino von der Sonne vorbeikäme.
Denn unsere Sonne erzeugt bei der Kernfusion auch Neutrinos – und diese wollten Forscherinnen und Forscher finden und zählen. Das gelang ihnen auch. Doch leider kamen in den irdischen Neutrinodetektoren nur rund ein Drittel der erwarteten Neutrinos an. War gar die Sonne kaputt? Hatte man doch nicht verstanden, warum die Sonne scheint? Oder war das Problem ganz woanders zu verorten – vielleicht waren die Neutrinos selbst schuld?
Franzi erzählt Karl in dieser Ausgabe des AstroGeo Podcasts vom Rätsel der fehlenden Sonnen-Neutrinos – und zur Beruhigung: Nein, unsere Sonne war wohl doch nicht kaputt.
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Folge 58: Überwintern am Südpol
Folge 63: Sterne verstehen mit Lochkarten
Folge 77: Asteroseismologie: Schwingende Sterne und innere Geheimnisse
Weiterführende Links
Bandcamp: The Ocean – Phanerozoic I: Palaeozoic
WP: Neutrino
WP: Homestake-Experiment
WP: Tetrachlorethen
WP: Neutrinooszillation
WP: Schwache Wechselwirkung
WP: Helioseismologie
WP: KATRIN
WP: Solar neutrino problem (engl.)
WP: Bruno Pontecorvo (engl.)
WP: John N. Bahcall
Fachartikel: Neutrino Oscillations for Dummies (2003)
Quellen
Fachartikel: Search for Neutrinos from the Sun (1968)
Fachartikel: Direct Evidence for Neutrino Flavor Transformation from Neutral-Current Interactions in the Sudbury Neutrino Observatory (2002)
Fachartikel: Are Standard Solar Models Reliable? (1996)
Fachartikel: Solar Models with Helioseismic Constraints and the Solar Neutrino Problem (2001)
Episodenbild: CERN

Oct 18, 2023 • 1h 5min
Kernenergie vor 2 Milliarden Jahren: Der Atomreaktor Oklo
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Im Jahr 1972 finden Kerntechniker an einer französischen Wiederaufbereitungsanlage ein merkwürdiges Material: Es wurde aus dem Uranerz einer Lagerstätte in Gabun hergestellt. Und dieses Uranerz ist deutlich abgereichert: Der Anteil des Isotops Uran-235 ist viel geringer als überall sonst auf der Erde, dem Mond oder den Planeten. Was hier fehlt, ist das spaltbare Material: Es ist jenes Uran-Isotop, das in Kernreaktoren und für den Bau von Atombomben verwendet wird. Was ist mit diesem besonderen Uran-Isotop passiert: Wohin ist es verschwunden?
Karl erzählt in der Folge die Geschichte des Naturreaktors von Oklo. Während der Entdeckung war die Existenz eines stabilen nuklearen Kettenreaktion in der Erdgeschichte zwar für denkbar, aber kaum für wahrscheinlich gehalten worden. Mittlerweile aber ist das Rätsel in weiten Teilen gelöst, wie genau sich Kernreaktoren an 17 verschiedenen Stellen im Gestein Westafrikas spontan bilden konnten. Seit dieser Nachweis erbracht wurde, gelten Naturreaktoren als geheime Kraft der Erdgeschichte. Möglicherweise haben wir ihr sogar unser Leben zu verdanken.
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Nach dem Putsch in Niger: Warum nun überall im Sahel Militärregimes herrschen
Kernkraft und Krieg: „Risikopotenzial, das wir bisher nicht erlebt haben“
Kosmisches Geschoss mit menschlichen Spuren?
Weiterführende Links
WP: Oppenheimer (Film)
WP: Pierrelatte
WP: Uranhexafluorid
WP: Uran
WP: Gabun
WP: Archaikum
WP: Naturreaktor Oklo
WP: Enrico Fermi
WP: Paul Kuroda
WP: Pechblende
WP: Kernspaltung
WP: Moderator
WP: Zerfallskette
WP: Konglomerat
WP: Feinstrukturkonstante
WP: Great Oxydation Event
WP: Miller-Urey-Experiment
Quellen
Alex Meshik: Natürliche Kernreaktoren, Spektrum der Wissenschaft 6/2006
Fachartikel: Laurence Coogan & Jay Cullen: Did natural reactors form as a consequence of the emergence of oxygenic photosynthesis during the Archean?, GSA Today (2009)
Fachartikel: Davis, Gould & Sharapov: Oklo Reactors and implications for nuklear science (2014)
Fachartikel: Davis & Hamdam: Reappraisal of the limit on the variation in α implied by the Oklo natural fission reactors, Physical Review (2015)
Fachartikel: Ebisuzaki & Maruyama: Nuclear geyser model of the origin of life: Driving force to promote the synthesis of building blocks of life (2016)
Fachartikel: Groopman et al.: Discovery of fissionogenic Cs and Ba capture five years after Oklo reactor shutdown, PNAS (2018)
Episodenbild: Geysir: Dall‘e; Schild: Karl Urban

Sep 27, 2023 • 54min
Asteroseismologie: Schwingende Sterne und innere Geheimnisse
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Sag mir, wie du wackelst – und ich sage dir, wie alt du bist. Astronominnen und Astronomen haben mit der Asteroseismologie ein Werkzeug entwickelt, um Sternen intime Details zu entlocken. Die Sternenbeben verraten dazu, wie groß und schwer ein Stern ist und außerdem, wie viel Wasserstoff er seinem Zentrum schon zu Helium verbrannt hat.
Mit der Asteroseismologie können Forschende regelrecht in Sterne hineinhören. Ähnlich wie Erdbeben auf der Erde uns verraten, was im Inneren der Erde los ist, verraten die Schwingungen von Sternen, wie ihr Inneres aufgebaut ist.
Franzi erzählt die Geschichte der Asteroseismologie – und wie das überhaupt funktioniert, die Schwingungen und Sternenbeben eines Objekts zu vermessen, auf dem wir garantiert nie einen Seismographen aufstellen werden.
Weiterhören bei AstroGeo
Folge 73: Wo sind die WIMPs?
Folge 48: Warum hat die Welt Inge Lehmann vergessen?
Folge 63: Sterne verstehen mit Lochkarten
Weiterführende Links
Wir kommen live auf die Bühne! Franzi und Karl sind am 7. November 2023 um 18:30 Uhr im Universum Bremen zu Gast. Hier gibt es (noch) Karten. (Verschoben vom 10.10.)
Spektrum.de: Dunkle Sterne mit James-Webb-Teleskop entdeckt?
Website beim HITS: Prof. Dr. Saskia Hekker
WP: Asteroseismologie
WP: Edward Pickering
WP: Parallaxe
WP: Standardkerze
WP: Cepheiden
WP: Perioden-Leuchtkraft-Beziehung
WP: Radialgeschwindigkeit
WP: Transitmethode
WP: COROT
WP: Kepler-Weltraumteleskop
WP: TESS
WP: PLATO
WP: Roter Riese
WP: Hauptreihe
WP: Helioseismologie
Quellen
Fachartikel: Shape of a slowly rotating star measured by asteroseismology (2016)
Fachartikel: CoRoT and Kepler results: Solar-like oscillators (2013)
Sterne und Weltraum, April 2013: Das Echo aus der Tiefe
YouTube: Gaia sees starquakes (ESA)
Titelbild: CC-BY-SA 4.0 Warrick Ball (danke!), Berechnung basierend auf Referenzmodell der Sonne von Christensen-Dalsgaard et al. (1996)

Sep 6, 2023 • 1h 11min
Subduktion: Das tiefe Geheimnis des Blauen Planeten
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Am 27. März 1964 bebt im südlichen Alaska die Erde – mit verheerenden Folgen. Straßen, Brücken und Häuser werden schwer beschädigt, 131 Menschen verlieren ihr Leben. Ein ganzer Landstrich entlang der Küste wird bis zu acht Meter angehoben und weiter landeinwärts massiv abgesenkt. Mit einer Stärke von 9,2 gilt das Erdbeben von Alaska auch heute noch als die zweitstärkste Erderschütterung seit Messbeginn. Für Geologinnen und Geologen der Zeit ist das Beben ein Rätsel: Welcher Mechanismus mag sich hinter einem solch gewaltigen Ereignis verbergen?
Karl beginnt diese Podcastfolge mit der Entdeckung eines der wichtigsten Prozesse auf der Erde: Es sind Subduktionszonen, in denen feste Platten der Erdkruste ruckartig tief in den Erdmantel einsinken – so auch unter dem südlichen Alaska. Das Erdbeben von 1964 half dabei, diesen Prozess zu verstehen und schloss gleichzeitig eine wichtige Lücke im Verständnis der Plattentektonik, bei der feste Kruste nicht nur ständig neu entsteht, sondern andernorts auch wieder verschwindet.
Heute ist klar: Subduktionszonen sind der wahre Motor der Plattentektonik – und nicht nur das. Über lange Zeiträume helfen sie dabei, das Klima der Erde einigermaßen stabil zu halten. Deswegen stellt sich nicht nur die Frage, warum sich auf der Erde feste Gesteinsplatten bewegen können, sondern auch, warum die Kruste von Venus und Mars nie in Platten zerbrach. Möglicherweise blieben sie gerade deshalb tote, trockene Wüsten.
Weiterhören bei AstroGeo
AstroGeo 068: Wie Marie Tharp die Geologie revolutionierte
AstroGeo 064: Massensterben im Treibhaus
AstroGeo 054: Als die Erde zu Eis erstarrte
Weiterführende Links
WP: 1964 Alaska Earthquake (englisch)
WP: Megathrust Earthquake (englisch)
WP: Subduktion
WP: George Plafker
WP: Flussmittel
WP: Ring of Fire
WP: Metamorphose
WP: Eklogit
WP: Hadaikum
WP: Archaikum
WP: Grünsteingürtel
WP: Komatiit
WP: Aktualismus
WP: Zirkon
WP: Hot Spot
Quellen
USGS: A list of the 20 largest earthquakes in the world
Fachartikel: Fuis et al.: A Tribute to George Plafker, Quaternary Science Reviews (2015)
Fachartikel: Gerya et al.: Plate tectonics on the Earth triggered by plume-induced subduction initiation, Nature (2015)
Earth Magazine: When and how did plate tectonics begin on Earth?
Fachbuch: Frisch & Meschede: Plattentektonik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft (2005)
Titelbild: OpenStreetMap contributors under ODbL, Map tiles by CartoDB, under CC BY 3.0

Aug 16, 2023 • 1h 4min
Ein Schwarzes Loch im Zentrum: der etwas andere Quasi-Stern
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Sterne kennen wir. Sterne sind runde, heiße und leuchtende Gaskugeln, es gibt zu Milliarden und Abermilliarden im Universum, angetrieben von der Kernfusion in ihrem Inneren. Aber was soll ein Quasi-Stern sein?
Diese hoch exotischen Himmelskörper betreiben in ihrem Inneren keine Kernfusion. Dafür sind sie so groß wie unser ganzes Sonnensystem – und in ihrer Mitte lauert ein Schwarzes Loch. Und eigentlich haben sie mit Sternen an sich überhaupt nichts zu tun. Wenn es sie wirklich gäbe, sähen wohl aber so aus wie ein viel zu groß geratener, rötlicher Riesenstern.
Gefunden hat bislang noch niemand einen dieser Quasi-Sterne. In dieser Folge von AstroGeo erzählt Franzi trotzdem ihre Geschichte: Sie könnten in der Frühzeit des Universums dafür gesorgt haben, dass die supermassereichen Schwarzen Löcher, die heutzutage im Zentrum fast aller Galaxien existieren, überhaupt erst so supermassereich werden konnten.
Weiterlesen bei RiffReporter
Das Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße hautnah: Eine astronomische Annährung an Sagittarius A*
Sagittarius A*: Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße verschlingt Objekt
Interview: Das Universum im Visier des James Webb Space Telescope
Weiterführende Links
WP: Arthur Stenley Eddington
WP: Quasare
WP: Quasi-Stern
WP: Schwarzes Loch
WP: Eddington-Limit
WP: QSO J0313–1806 (engl.)
NASA Pressemitteilung: Webb Detects Most Distant Active Supermassive Black Hole to Date
AstroGeo Folge 61: Quasisterne in der Ferne
WP: Gammastrahlenausbrüche
Quellen
Fachartikel: Quasistars: Accreting black holes inside massive envelopes (2008)
Fachartikel: First Sagittarius A* Event Horizon Telescope Results. V. Testing Astrophysical Models of the Galactic Center Black Hole (2022)
Fachartikel: On the Accretion Rates and Radiative Efficiencies of the Highest-redshift Quasars (2017)
Buch: Mitchell Begelman, Martin Rees – Gravity’s Fatal Attraction: Black Holes in the Universe
Episodenbild: NASA’s Goddard Space Flight Center/Jeremy Schnittman

Jul 26, 2023 • 43min
Leuchtende Nachtwolken: ästhetische Boten der Klimakrise
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Im August 1883 ereignet sich zwischen den Inseln Java und Sumatra im heutigen Indonesien eine Katastrophe: Ein Vulkan bricht mit solcher Macht aus, die zuvor nur selten beobachtet worden ist. Der Ausbruch des Krakatau fordert so viele Menschenleben wie nie zuvor in der Geschichte – und er verändert sogar die Atmosphäre nachhaltig. Sulfatpartikel färben über einige Jahre die Sonnenuntergänge weltweit in intensiven Tönen. Aber da ist noch mehr: Aschepartikel und Wasserdampf des Ausbruchs lösen ein neues Phänomen in den oberen Schichten der Atmosphäre aus, das bis heute existiert. Es sind Wolken, die bei Nacht leuchten.
In dieser Folge des AstroGeo Podcasts erzählt Karl von leuchtenden Nachtwolken und wie sie erstmals beobachtet wurden. Vor allem geht es darum, wie genau diese Wolken entstehen können und ob in neuerer Zeit nicht auch andere Faktoren zu ihrer Bildung beitragen. Denn leuchtende Nachtwolken sind nicht nur schön anzusehen – sie sind auch ein deutliches Zeichen dafür, wie rasant wir das Klima der Erde verändern.
Weiterlesen bei RiffReporter
Der zerbrechliche Planet – Die Erde aus Raumfahrersicht
Klimawandel: Mit Mondstaub die Erderwärmung verlangsamen
Weiterführende Links
WP: Krakatau
WP: Troposphäre
WP: Stratosphäre
WP: Mesosphäre
WP: Leuchtende Nachtwolken
Arbeitskreis Meteore e. V.
Meteoros: Beobachtungstipps Leuchtende Nachtwolken
WP: Observational Bias (englisch)
Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik Kühlungsborn
Michael Gerding, Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik
WP: Sonnenaktivität
WP: Sonnenwind
Quellen
Fachartikel: Gerding et al.: On the unusually bright and frequent noctilucent clouds in summer 2019 above Northern Germany, Elsevier Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics (2021)
Fachartikel: Dalin et al.: Updated Long‐Term Trends in Mesopause Temperature, Airglow Emissions, and Noctilucent Clouds, JGR Atmospheres (2020)
Fachartikel: Lübken, Berger & Baumgarten: On the Anthropogenic Impact on Long-Term Evolution, Geophysical Research Letters (2018) of Noctilucent Clouds
NASA’s AIM Sees First Night-Shining Clouds of Antarctic Summer (2020)

Jul 5, 2023 • 48min
Dunkle Materie - wo sind die WIMPs?
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Dunkle Materie muss es geben – jene unsichtbare Materie, die auch unsere Galaxie vor dem Auseinanderfliegen bewahrt. Bis zu 85 Prozent aller Materie in unserem Universum sollte daraus bestehen. Aber wo ist sie? Und was ist sie? Als guter Kandidat galten und gelten hypothetische Teilchen namens WIMP (weakly interacting massive particles). Stimmt das, wäre unsere ganze Galaxie in einen Nebel aus jenen zwar massereichen, aber extrem flüchtigen Teilchen regelrecht eingebettet. Auch durch die Erde würden in jedem Moment von Billionen von WIMPs fliegen.
Zwar gelten die WIMPs als guter Kandidat für die so dringend gesuchten Materieteilchen – aber ihr Nachweis auf der Erde gestaltet sich als schwierig. Oder doch nicht? Es gibt da zumindest ein Experiment in einem italienischen Labor, rund 1400 Meter unter der Erde, das behauptet: Wir haben die WIMPs gefunden! Und das schon seit über 25 Jahren!
Franzi erzählt die Geschichte des Dramas um das DAMA-Experiment: eine Geschichte vom Suchen und, nun ja, Nicht-Finden der Dunklen Materie – eine Erfolgsgeschichte der wissenschaftlichen Methode oder doch eher ein Trauerspiel?
Weiterstöbern bei RiffReporter
Interview: Das Universum im Visier des James Webb Space Telescope
James Peebles und die Rolle der Dunklen Materie bei der Entwicklung des Universums
Andromeda, Vera Rubin und die Dunkle Materie
Weiterführende Links
WP: Dunkle Materie
WP: WIMP
WP (engl.): DAMA/LIBRA
WP: Laboratori Nazionali del Gran Sasso
Spektrum.de: DAMA gegen den Rest der Welt (2019)
Spektrum.de: Dunkle Materie gesehen, wo wahrscheinlich keine ist (2022)
Europäische Südsternwarte: Simulation eines Dunkle-Materie-Halos um die Milchstraße
WP: Modifizierte Newtonsche Dynamik (MOND)
Quellen
Buch: Thomas Bührke – Was ist Dunkle Materie?
Fachartikel: How dark matter came to matter (2017)
Fachartikel: Searching for WIMPs by the annual modulation signature (1998)
Fachartikel: An induced annual modulation signature in COSINE-100 data by DAMA/LIBRA’s analysis method (2023)

Jun 14, 2023 • 57min
Nizza-Modell: Chaos zwischen jungen Planeten
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Unser kosmischer Vorgarten besteht aus Himmelskörpern, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Da sind verschieden große Planeten und ihre Monde, von denen manche brav auf regulären und andere auf äußerst verschrobenen Bahnen kreisen. Da sind auch Asteroiden, die in Gürteln oder auf kräftefreien Punkten der Planetenbahnen herumlungern.
Karl erzählt in dieser Folge davon, wie Planeten, Monde, Asteroiden, Kometen und sonstiger planetarer Schutt an ihren heutigen Platz gekommen sind. Es geht um das Nizza-Modell, eine Simulation des Planetensystems vor rund 3,9 Milliarden Jahren, als die großen Gasplaneten sich gegenseitig in die Quere kamen und wahrscheinlich eine gewaltige Katastrophe auslösten. Dabei wurde das Planetensystem einmal durchgerührt und es entstanden gewaltige Einschlagskrater. Möglicherweise tauschten sogar einzelne Planeten ihre Plätze.
Am Ende sah es völlig anders aus als zuvor – unser kosmischer Vorgarten hatte seine heutige Form angenommen. Obwohl es einige Zweifel gibt – bis heute passt das Nizza-Modell recht gut zu unserem Sonnensystem.
Weiterlesen bei RiffReporter
Raumfahrt: Was „Lucy“ im Trojaner-Gürtel des Jupiter erwartet
DART: Der erste Schritt zur Abwehr gefährlicher Asteroiden
Neue Mondsteine für die Erde
Weiterführende Links
WP: Lagrange-Punkte
WP: Alessandro Morbidelli
WP: Nizza-Modell
WP: Côte d’Azur Observatory (englisch)
WP: Mare
WP: Spätes schweres Bombardement
WP: Hal Levison (englisch)
WP: Bahnresonanz
Quellen
Fachartikel: Tera , Papanastassiou & Wasserburg: Isotopic evidence for a terminal lunar cataclysm, Earth and Planetary Science Letters (1974)
Fachartikel: Morbidelli et al.: A plausible cause of the late heavy bombardment, Meteoritics & Planetary Science (2001)
Fachartikel: Gomes et al.: Origin of the cataclysmic Late Heavy Bombardment period of the terrestrial planets, Nature Letters (2005)
Fachartikel: Norman, Duncan & Huard: Imbrium provenance for the Apollo 16 Descartes terrain: Argon ages and geochemistry of lunar breccias 67016 and 67455, Geochimica et Cosmochimica Acta (2010)
Fachartikel: Morbidelli et al.: The timeline of the Lunar bombardment – revisited, Icarus (2017)
Fachartikel: De Sousa et al.: Dynamical origin of the Dwarf Planet Ceres, Icarus (2022)

May 24, 2023 • 52min
Dunkle Materie: Warum wir nicht auseinanderfliegen
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Inzwischen hat man sich fast an den Gedanken gewöhnt, dass unser Universum voll Dunkler Materie ist. Die können wir zwar nicht sehen, aber sie sorgt dafür, dass unsere Galaxienhaufen und auch unsere eigene Galaxie nicht auseinanderfliegen. Tatsächlich ist die Dunkle Materie für uns überlebenswichtig. Da verzeiht man ihr es gerne, dass sie wohl 84 Prozent aller Materie im Universum ausmacht.
Seit Jahrzehnten suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fieberhaft nach der Dunklen Materie – was gar so einfach ist, wenn man bedenkt, dass niemand sie sehen kann und sie auch nicht mit sichtbarer Materie wechselwirkt, aus der wir und alles um uns herum besteht. Aber, da sind Forschende fast sicher: Es muss sie einfach geben, die Dunkle Materie.
Aber warum muss es Dunkle Materie in unserem Universum geben? In dieser Folge von AstroGeo erzählt Franzi den Anfang einer Geschichte: die der Entdeckung der Dunklen Materie. Sie fängt mit dem Coma-Galaxienhaufen an, dessen Galaxien zu schnell unterwegs sind, hin zu Galaxien, die zu schnell rotieren und eigentlich auseinanderfliegen sollten. Doch schließlich war es die Kosmologie und der Wunsch nach einem ganz bestimmten Universum, welche der Dunklen Materie zu ihrem Durchbruch auf der wissenschaftlichen „Most-Wanted“-Liste verhalfen.
Weiterlesen bei RiffReporter
Interview: Das Universum im Visier des James Webb Space Telescope
James Peebles und die Rolle der Dunklen Materie bei der Entwicklung des Universums
Andromeda, Vera Rubin und die Dunkle Materie
Weiterführende Links
WP: Rotverschiebung
WP: Haar der Berenike
WP: Dunkle Materie
WP: Fritz Zwicky
WP: Vera Rubin
WP: Galaxienhaufen
WP: Coma-Galaxienhaufen
WP: Friedmann-Gleichungen
WP: Big Crunch
Quellen
Buch: Thomas Bührke – Was ist Dunkle Materie?
Fachartikel: How dark matter came to matter (2017)
Fachartikel: The Size and Mass of Galaxies, and the Mass of the Universe (1974)
Fachartikel: Dynamic evidence on massive coronas of galaxies (1974)
Fachartikel: Die Rotverschiebung von extragalaktischen Nebeln (1933)
Fachartikel: Rotation of the Andromeda Nebula from a Spectroscopic Survey of Emission Regions (1970)


