Handelsblatt Today – Der Finanzpodcast mit News zu Börse, Aktien und Geldanlage

Solveig Gode, Nicole Bastian, Sandra Groeneveld, Nele Dohmen, Anis Mičijević, Ben Mendelson
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Mar 15, 2022 • 44min

Warum Erdogan als Vermittler im Ukraine-Krieg derzeit gefragter ist als Olaf Scholz

Handelsblatt Today vom 15.03.2022 Deutschland und die Türkei verurteilen das gewaltsame, militärische Vorgehen Russlands in der Ukraine. Warum ausgerechnet Präsident Erdogan als Mediator zwischen den Ländern wirken könnte. Es ist ein gefährlicher und symbolträchtiger Besuch: Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien sind am Dienstag mit dem Zug nach Kiew gereist, um mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski vor Ort zu sprechen. Die Hintergründe des Überraschungsbesuchs und die Bedeutung der Journalistin Marina Owsjannikowa, die im russischen Staatsfernsehen gegen den Ukrainekrieg protestierte, ordnet der internationale Handelsblatt-Korrespondent Torsten Riecke in der neuen Folge von Handelsblatt Today ein. Außerdem: „Mit jedem Tag, mit jeder Bombe entfernt sich Russland mehr aus dem Kreis der Weltgemeinschaft, die wir miteinander bilden“, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seinem Antrittsbesuch beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Montag gesagt. Beide forderten einen Waffenstillstand und verurteilten das gewaltsame Vorgehen Russlands in der Ukraine scharf. Die Türkei präsentiert sich derzeit als Vermittler im Ukraine-Krieg. Das Nato-Land pflegt enge Beziehungen sowohl zu Kiew als auch zu Moskau. „Dass die Türkei als erstes Land ein wirklich hochrangiges Treffen zwischen Russland und der Ukraine organisieren konnte, hat in weiten Teilen der Welt für Ansehen gesorgt“, sagt Handelsblatt-Türkei-Korrespondent Ozan Demircan. Erdogan habe bewiesen, dass er nicht nur spalten, sondern auch vermitteln kann. Das könne ihm helfen – sowohl im Inland als auch im Ausland. „Ich sehe darin eine gewisse Neukalibrierung der Kräfte“, kommentiert Demircan. Während sich Erdogan als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine profilieren kann und sich dafür auch die Anerkennung des US-Präsidenten Joe Biden verdient, stehen Scholz und seine Minister international für ihre Ukraine-Politik in der Kritik. Angeprangert wird von vielen Seiten vor allem die Zurückhaltung bei den Sanktionen gegen Russland. Türkei-Korrespondent Ozan Demircan spricht über die neuen Rollenbilder, den scheinbar „neuen“ Erdogan und die Motive hinter dessen Sinneswandel. Der Angriffskrieg Russlands markiert auch den Beginn einer neuen Weltordnung. Auch abseits der Ukraine sind die Kriegsfolgen zu spüren: Die Preise für Rohstoffe sind weltweit stark gestiegen. Vor allem Schwellenländer sind von den steigenden Kosten stark betroffen. Jan Mallien ist geldpolitischer Korrespondent beim Handelsblatt und spricht in der aktuellen Folge über den beliebten Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets, der bereits vor Kriegsbeginn in der Ukraine erheblich an Performance eingebüßt hat. „Viele Schwellenländer haben sich bereits während der Pandemie stark verschuldet, ohne höhere Schulden so gut verkraften zu können“, sagt Mallien. Der Index hänge stark von China ab: Die Regulierungswelle im Tech-Sektor, im Immobiliensektor und der Lockdown in Shenzhen seien Faktoren, die sich bereits vor dem Ukraine-Krieg negativ ausgewirkt hätten. Doch welche Signale braucht es für einen Richtungswechsel? Das hören Sie in der aktuellen Folge des Podcasts Handelsblatt Today. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 14, 2022 • 35min

Chinas Masterplan: Warum Xi Jinping den Westen (noch) braucht / Deutsche Behörden warnen vor Cyberkrieg

Handelsblatt Today vom 14.03.2022 Die USA haben China erneut vor einer Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg gewarnt. Unter welchen Umständen China seine Politik ändern könnte. Nach übereinstimmenden Medienberichten aus den USA soll Russland China um militärische Unterstützung im Krieg gegen die Ukraine gebeten haben. Um die Auswirkungen der Sanktionen zu begrenzen, habe Moskau auch angeblich wirtschaftliche Hilfen angefragt. Russland und China haben die Berichte zurückgewiesen. Das chinesische Außenministerium sprach von Desinformation seitens der USA. Aus der Sicht des China-Experten Sebastian Heilmann sind die USA bemüht, einen Keil zwischen China und Russland zu treiben. Doch dass das gelinge, sei zum jetzigen Zeitpunkt völlig ausgeschlossen: „Erst wenn der Krieg immer weiter eskaliert, halte ich es für möglich, dass China Russland irgendwann fallen lässt – zu Gunsten der essenziellen Wirtschaftsbeziehungen zum Westen“, sagte der Professor für Politik und Wirtschaft Chinas an der Universität Trier in der neuen Folge von Handelsblatt Today. Bisher hat sich China in der Ukraine-Frage um Neutralität bemüht. Doch sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müsste sich auch China auf US-Sanktionen einstellen. Mehrfach hatte die US-Regierung China davor gewarnt, Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Zuletzt am heutigen Montag, als sich der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan und der oberste chinesische Außenpolitiker Yang Jiechi in Rom trafen. Sanktionen gegen China hätten laut Heilmann massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft: „Kurzfristig würde ein Ausschluss Chinas aus der westlichen Wirtschaft definitiv zu einer Depression führen“, sagte er. Noch ist aber ohnehin unklar, wie lange China an seiner aktuellen Politik festhält. Denn die zwei wichtigsten Ziele Chinas, ein kurzer und schneller Krieg in der Ukraine und ein Schlag gegen die US-geführten Allianzen, seien beide nicht erreicht worden, erklärt Heilmann. Und: „Wenn Putin in der Ukraine gegen die Wand fahren sollte oder ihm auf einmal innenpolitische Gegner gegenüberstehen sollten, dann verliert er für China schnell an Nützlichkeit.“ Unabhängig vom Ausgang des Ukraine-Krieges fordert Heilmann von Europa, die wirtschaftlichen Abhängigkeiten von China zu reduzieren. „Sonst stehen wir irgendwann blank da.“ Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 13, 2022 • 28min

Dax-Absturz auf 8000 Punkte? Unter welchen Umständen ein solches Szenario droht

Handelsblatt Today Extended vom 13.03.2022 Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen des Westens gegen Russland sorgen für Alarmstimmung an den Märkten: Der Dax ist seit seinem Allzeithoch im Januar deutlich abgesackt, notierte zwischenzeitlich bei 12.400 Punkten – und es könnte sogar noch weiter nach unten gehen. Handelsblatt-Aktienanalyst Ulf Sommer kann sich unter bestimmten Umständen vorstellen, dass der deutsche Leitindex sogar auf 8000 Punkte abstürzt, wie er bei „Handelsblatt Today Extended“ sagte. Sollte der Ukraine-Krieg länger dauern, könnten die Sanktionen gegen Russland zu einem Staatsbankrott führen. Mögliche Folgen wären eine Rezession samt Energiekrise und massive negative Auswirkungen auf den privaten Konsum und Unternehmen. Umgekehrt hält Sommer im Falle eines baldigen Kriegsendes eine Erleichterungsrally für wahrscheinlich, bei der der Dax sehr schnell das Vorkriegsniveau erreichen und sogar wieder die 16.000 Punkte in Angriff nehmen könnte. Anleger müssten derzeit aber mit beiden Szenarien rechnen. Sommer warnt: „Der Dax und Deutschland sind mehr von Russland und dem Geschehen dort abhängig als die meisten anderen Börsenindizes und als die meisten anderen Länder in Europa.“ Ein Grund dafür ist die hohe Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten aus Russland. Die Auswirkungen der massiv gestiegenen Öl- und Gaspreise spüren die Autofahrer bereits beim Tanken: Benzin und Diesel kosten derzeit deutlich mehr als zwei Euro pro Liter – und hier könnte es noch weiter nach oben gehen. „Ich habe es noch nie erlebt, dass sich die Benzin- und Dieselpreise praktisch jeden Tag um eins, zwei, drei Cent verteuern. Das ist ja wie eine Hyperinflation“, sagte Sommer. Doch nicht nur die Öl- und Gaspreise klettern nach oben, auch der Goldpreis ist zuletzt auf mehr als 2000 Dollar je Feinunze gestiegen. In Krisenzeiten flüchten viele Anlegerinnen und Anleger in sogenannte sichere Häfen. Unabhängig davon, wie lange der Ukraine-Krieg noch andauert, hält Sommer ein Goldinvestment als Absicherung für sinnvoll. Handelsblatt-Aktienanalyst Ulf Sommer erklärt in der aktuellen Folge außerdem, welche Branchen in diesen Zeiten verhältnismäßig sicher sind – vor allem unter dem Gesichtspunkt einer „moralisch wertvollen“ Anlagestrategie. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today Extended-Hörer: Jetzt Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € testen und immer informiert sein, wie Sie noch mehr aus Ihrem Geld machen können. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfakten
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Mar 11, 2022 • 34min

Hohe Inflation: So sichern Sie jetzt Ihr Depot ab

Handelsblatt Today vom 11.03.2022 Die EZB hat ihre Inflationsprognose kräftig nach oben korrigiert. Welche Auswirkungen das hat – und wie Sie Ihr Portfolio inflationssicher gestalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Inflationsprognose für die Eurozone für das laufende Jahr auf 5,1 Prozent angehoben. Das gab EZB-Chefin Christine Lagarde bei einer Pressekonferenz nach der Sitzung am Donnerstag bekannt. Ursprünglich war die EZB in ihrer Jahresprognose von 3,2 Prozent Inflation ausgegangen. Außerdem strafft die Notenbank ihre ultralockere Geldpolitik: Das Volumen der Anleihekäufe will die EZB schneller drosseln als bisher geplant. Es soll bis Juni auf monatlich 20 Milliarden Euro sinken. Ursprünglich sollte dieses Niveau erst im Oktober erreicht werden. Eine Leitzinserhöhung ist hingegen vorerst nicht geplant. Ein Grund für die hohe Inflation sind die seit Monaten hohen Energiepreise, die infolge des Ukraine-Krieges noch weiter nach oben geklettert sind. Die Preise für Öl und Gas bewegen sich auf einem Rekordniveau. Auch die Preise für Lebensmittel wie Weizen – ein Rohstoff, den sowohl Russland als auch die Ukraine üblicherweise in großen Mengen exportieren – lagen zuletzt bei 420 Euro pro Tonne. Welche Folgen hat die steigende Inflation für die Eurozone? Reagiert die EZB angemessen auf den starken Preisanstieg – oder sollte sie angesichts der Lage schneller das Ende des billigen Geldes einleiten? Darüber spricht heute Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe im Podcast Handelsblatt Today. Über die EZB-Sitzung am Donnerstag sagt er: „Es war überraschend, dass die EZB sich so weit aus dem Fenster gelehnt hat.“ Außerdem gibt er Tipps, wie man sein Portfolio inflationssicher gestalten kann und wer möglicherweise von der Inflation sogar profitiert. Außerdem erklärt Handelsblatt-Redakteur Julian Olk, was es mit dem neuen Inflations-Index auf sich hat: Das Frühwarnsystem zur Preissteigerung hat das Handelsblatt gemeinsam mit der TU Dortmund entwickelt. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 10, 2022 • 48min

Historiker Münkler über eine neue Weltordnung und 5 „Big Player“/ US-Inflation 7,9 Prozent / EZB strafft Geldpolitik

Handelsblatt Today vom 10.03.2022 Der Historiker Herfried Münkler spricht über die Rolle Chinas und der USA im Ukraine-Krieg. Er erwartet als Reaktion eine globale nukleare Aufrüstung. Während russische Truppen weiter in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew marschieren und ihnen zuletzt auch ein Bombardement einer Kinder- und Geburtsklinik in der Stadt Mariupol zugeschrieben wurde, das weltweit für Entsetzen sorgt, verteidigt Russlands Präsident Wladimir Putin den Angriffskrieg weiterhin mit dem selbsterklärten Ziel, die Ukraine „entnazifizieren“ zu wollen. Sowohl der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski als auch die gesamte westliche Welt sehen darin lediglich einen haltlosen Vorwand Putins, mit dem er seine eigenen machtpolitischen Ziele mit aller Gewalt durchsetzen will. Der Ukraine-Krieg hat die Welt schlagartig verändert – das weiß auch Herfried Münkler. Er ist Historiker, Experte für Geopolitik und ehemaliger Professor an der Humboldt-Universität Berlin. Wie verändert dieser Krieg unsere Weltordnung? Der Historiker ist überzeugt: „Eine regelbasierte und wertegestützte Weltordnung funktioniert im globalen Maßstab nicht mehr“. Die USA könnten seit der Ära von George W. Bush und Barack Obama als US-Präsidenten nicht mehr als „Hüter der Weltordnung“ angesehen werden. Der Rückzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan im vergangenen Sommer war dabei laut Münkler „die definitive Verabschiedung von dieser Hüterrolle“. Münkler ist zudem davon überzeugt, dass der Krieg in der Ukraine eine globale nukleare Aufrüstung zur Folge haben wird. Welche internationalen Bündnisse brechen und welche stärker denn je wachsen könnten, erklärt Münkler in der neuen Folge von Handelsblatt Today. Außerdem: Viele westliche Journalistinnen und Journalisten haben aufgrund des neuen Mediengesetzes Russland verlassen. „Allein das Benennen der Lage in der Ukraine als Krieg kann für die Journalisten vor Ort aktuell bis zu 15 Jahre Haft nach sich ziehen“, so Handelsblatt-Journalistin Agatha Kremplewski. Sie erklärt, wie die aktuelle Lage in Russland aussieht und wie die Sanktionen des Westens die russische Bevölkerung treffen. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 9, 2022 • 42min

Rekordpreise an der Zapfsäule: Was kann die Politik tun? / MSCI World, Dax, Krypto: Worauf es bei ETFs jetzt ankommt

Handelsblatt Today vom 09.03.2022 Der Ukraine-Krieg sorgt für massive Verwerfungen an den Märkten. Privatanleger sollten jedoch nicht in Panik verfallen, empfehlen zwei ETF-Experten. In Krisensituationen lassen sich unerfahrene Anleger oft von Angst leiten. Das kann zu Kauf- oder Verkaufsentscheidungen führen, die sich im Nachhinein als unklug erweisen. ETF-Experte Gerd Kommer, Chef der Vermögensverwaltung Gerd Kommer Invest, rät in der aktuellen Situation zu einer klassischen Buy-and-Hold-Strategie. Verkaufen wäre aus seiner Sicht die denkbar schlechteste Entscheidung. Historisch gesehen folgten auf Rückschläge an den Börsen in Zeiten bewaffneter Konflikte und Kriege immer wieder Erholungen nach einigen Wochen, sagte Kommer im Handelsblatt-Today-Interview. Vor allem Anleger mit diversifizierten Portfolios hätten in Krisenzeiten profitiert, wenn sie ihre Bestände nicht verkauft haben. Jan Altmann, der sich seit fast 20 Jahren mit ETFs befasst, sieht ein solches Szenario auch als potenzielle Möglichkeit, um nachzukaufen. Der Senior-ETF-Analyst beim Informationsportal justETF rät allerdings dazu, bei der Strategie zu bleiben, die bereits vor der Krise entwickelt wurde und auf diese Weise das eigene Depot aufzufüllen. Dabei den perfekten Zeitpunkt zu ermitteln, sei allerdings nahezu unmöglich. Was ETF-Anleger angesichts der aktuellen Unsicherheit sonst noch beachten sollten, das erfahren Sie im ganzen Interview mit Gerd Kommer und Jan Altmann. Außerdem: Die infolge des Ukraine-Krieges massiv gestiegenen Benzin- und Dieselpreise sorgen derzeit für Aufregung in Deutschland. Autofahrer müssen aktuell sowohl für Benzin als auch für Diesel mehr als zwei Euro pro Liter bezahlen. Handelsblatt-Energieexperte Klaus Stratmann verrät, wie die Politik jetzt die Bürger entlasten könnte. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 8, 2022 • 28min

Wer dreht den Gashahn als erstes zu – Deutschland oder Russland? / Ölboykott der USA

Handelsblatt Today vom 08.03.2022 Die USA wollen die Sanktionen gegen Russland verschärfen und kein russisches Öl und Gas mehr importieren. Kann es sich Deutschland leisten, nachzuziehen? Die USA wollen die Erdöl- und Gas-Importe aus Russland stoppen, heißt es aus dem Weißen Haus. Und auch hierzulande werden die Forderungen nach einem Importstopp für russisches Gas immer lauter. Bislang lehnt das Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) allerdings ab. Russland selbst drohte am Montag mit einem Lieferstopp von Erdgas durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. Ein solcher Schritt könnte die Gasversorgung in Deutschland gefährden, immerhin kommen 55 Prozent der Gas-Importe aus Russland. Diese Unsicherheiten lassen den Gaspreis in die Höhe schießen: Am Montag wurde eine Megawattstunde zeitweise für knapp 350 Euro gehandelt, das entsprach einem Aufschlag von 60 Prozent im Vergleich zum vergangenen Freitag. Für zusätzliche Verunsicherung sorgt, dass nun auch der britisch-niederländische Konzern Shell verkündet hat, kein Öl oder Gas mehr aus Russland beziehen zu wollen. Wer könnte als erstes den Gashahn zudrehen – Russland oder Deutschland? Wie viel sind wir bereit, für die Unabhängigkeit zu zahlen? Und welche Alternativen haben wir eigentlich? Kathrin Witsch, Leiterin des Handelsblatt-Energie-Teams und Moderatorin des Podcasts Handelsblatt Green, sagte dazu bei Handelsblatt Today: „Es ist schwierig zu sagen, wie sich die Situation weiter entwickelt, aber das Worst-Case-Szenario ist kein Gutes.“ Sie erklärt, wie wahrscheinlich ein von Deutschland initiierter Lieferstopp ist und welche Auswirkungen ein solcher Schritt auf den heimischen Energiemarkt hätte. Außerdem spricht Handelsblatt-Auslandschefin Nicole Bastian über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. Die letzte Folge Handelsblatt Green hören Sie hier: https://www.handelsblatt.com/audio/green-podcast/handelsblatt-green-sigmar-gabriel-wie-veraendert-der-krieg-europa-/28127774.html Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 7, 2022 • 28min

Preisschock an den Öl- und Gasmärkten: Droht jetzt eine weltweite Rezession?

Handelsblatt Today vom 07.03.2022 Die Debatte über ein Embargo auf russisches Öl alarmiert die Rohstoffmärkte. Stefan Schneider, Deutschland-Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank, erklärt die Folgen für die Konjunktur. Die Öl- und Gaspreise sind zu Wochenbeginn massiv gestiegen: Ein Fass der Nordseeölsorte Brent kostete zeitweise knapp 140 US-Dollar, so viel wie seit 2008 nicht mehr. Damals lag das Rekordhoch bei 147,50 Dollar pro Barrel. Auch der europäische Gaspreis stieg zwischenzeitlich auf knapp 350 Euro pro Megawattstunde – ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zum Freitag. Ein Grund für die Alarmstimmung an den Rohstoffmärkten ist die Debatte über ein mögliches Embargo auf russisches Öl, die US-Außenminister Antony Blinken am Sonntag angestoßen hatte. Angesichts des anhaltenden Blutvergießens in der Ukraine beraten die USA und Europa über eine Verschärfung der bereits geltenden Sanktionen gegen Russland. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich am Montag zwar gegen einen Importstopp für Öl und Gas aus Russland ausgesprochen. Die Versorgung Europas mit Energie für die Wärmeerzeugung, für die Mobilität, die Stromversorgung und für die Industrie kann laut Scholz im Moment nicht anders gesichert werden. Doch der Handlungsdruck auf die Politik wächst mit jedem weiteren Kriegstag. Stefan Schneider, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht angesichts der hohen Öl- und Gaspreise jetzt schon große Risiken für die globale Wirtschaft: „Wenn die Preise auf dem jetzigen Niveau bleiben, wird das die Weltwirtschaft nahe an eine Rezession bringen. Die Unsicherheit ist sehr groß“, sagte er bei „Handelsblatt Today“. Dennoch erwartet Schneider auch im Falle eines Konjunkturrückgangs keinen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Dafür sei der deutsche Arbeitsmarkt zu robust. Außerdem: Nach Angaben der ukrainischen Armee hat Russland begonnen, seine Truppen für einen Sturm auf die Hauptstadt Kiew zusammenzuziehen. Zudem habe die russische Armee den Beschuss auf die Städte des Landes verstärkt. Handelsblatt-Korrespondent Mathias Brüggmann ordnet die aktuellen Geschehnisse ein. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 4, 2022 • 30min

Können die Oligarchen Putin aufhalten? / Diese deutschen Firmen stoppen Russland-Geschäft – und diese nicht

Handelsblatt Today vom 04.03.2022 Die russischen Großunternehmer sind ein Ziel der Sanktionen. Nun beginnen einige, sich von Putin zu distanzieren. Die ersten russischen Milliardäre sprechen sich gegen Putins Kurs im Ukrainekrieg aus. So etwa der russische Aluminium- und Stromkonzernbesitzer Oleg Deripaska. Obwohl man ihn gebeten habe, es nicht zu tun, betonte er auf dem Krasnojarsker Wirtschaftsforum am Donnerstag, dass er für Frieden sei. Damit ist er laut Moskau-Korrespondent André Ballin nicht allein: „Ganz vorsichtig wünschen sich einige Oligarchen mittlerweile Frieden, aber ohne dabei Putin persönlich anzugreifen.“ Doch haben die Oligarchen Russlands Macht und Mittel, um ihren Präsidenten umzustimmen? Abwegig ist das nicht, wie Ballin in der aktuellen Folge Handelsblatt Today gesagt hat: „Die Oligarchen könnten ihn theoretisch zu einem gewissen Einlenken bewegen." Je länger der Krieg dauert, desto größer seien auch die wirtschaftlichen Verluste. Irgendwann sei Putin gezwungen, Kompromisse einzugehen. Außerdem: Immer mehr westliche Unternehmen ziehen sich aus Russland zurück. Neben Apple, den Energiekonzernen Shell und BP und dem Sportartikelhersteller Nike geben auch deutsche Konzerne ihre Geschäfte mit Russland auf. So hat unter anderem der Autohersteller BMW seine Produktion in und den Export nach Russland gestoppt. Adidas beliefert nicht mehr den russischen Fußball- und Puma nicht mehr den Basketballverband. Auch Playmobil möchte seine wirtschaftlichen Verbindungen zum Kreml kappen, trotz eines geplanten Umsatzes von zehn Millionen Euro. Doch dass sich Unternehmen aus Russland zurückziehen, ist laut Unternehmensredakteur Michael Scheppe ein bekanntes Phänomen: „In zehn Jahren hat sich fast die Hälfte aller deutschen Firmen aus dem russischen Markt zurückgezogen, und ich glaube, der Trend wird sich fortsetzen.“ Ein gravierender Verlust würde der deutschen Wirtschaft dadurch nicht entstehen: „Selbst wenn wir den Geschäftsbetrieb mit Russland komplett einschränken, würde das Deutschland weniger als ein Prozent des BIP kosten.“ Einige Unternehmen haben allerdings auch angekündigt, ihr Geschäft in Russland aufrechtzuerhalten, wie zum Beispiel der Lebensmittelgroßhändler Metro. Der Konzern sieht keine persönliche Verantwortung seiner Mitarbeiter für die Invasion. Henkel und Knauf argumentieren ebenso und führen deshalb ihre Geschäfte mit Russland fort. Sollte die NATO in den Ukrainekrieg eingreifen – und was hätte das für Konsequenzen? Schicken Sie uns doch gern Ihre Meinung, Ihre Sorgen oder Hoffnungen dazu an today@handelsblatt.com oder als maximal 20 Sekunden lange Sprachnachricht an die 0151 440 212 96 und wir lassen ihre Gedanken dann von einem Experten einordnen. Wenn Sie Anmerkungen, Fragen, Kritik oder Lob zu dieser Folge haben, schreiben Sie uns gerne per Email an today@handelsblatt.com. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
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Mar 3, 2022 • 32min

Metallbörsen: Sorge vor Lieferengpässen wächst / Ukrainischer Botschafter fordert Flugverbotszone über AKWs

Handelsblatt Today vom 03.03.2022 Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk fordert von Deutschland weitere Waffenlieferungen für den Kampf seines Landes gegen die russischen Invasionstruppen. Aus seiner Sicht können Panzer, Kriegsschiffe oder Drohnen auch als Defensivwaffen gelten, sagte er im Handelsblatt-Interview. Zudem müsse schnell ein Versorgungskorridor von Deutschland über Polen bis in die Stadt Charkiw eingerichtet werden. Melnyk sprach von „einer Berliner Luftbrücke 2.0“ – aber auf dem Landweg. Melnyk bekräftigte die Forderung der Ukraine, eine Flugverbotszone über dem Land einzurichten, vor allem über den Atomkraftwerken. Die Nato-Bündnispartner haben dies bisher klar abgelehnt, da sie keine direkte Konfrontation mit Russland riskieren wollen. „Es kann eine kreative Lösung gefunden werden“, sagte Melnyk. Wie diese genau aussehen könne, müsse die Nato diskutieren. Wenn Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aber verspreche, Russlands Präsident Wladimir Putin werde nicht gewinnen, brauche die Ukraine mehr Hilfe. Der ukrainische Botschafter forderte zudem, die Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Russland auszuweiten. Der Ausschluss russischer Banken aus dem Zahlungssystem Swift müsse auf weitere Banken als die sieben bisherigen Institute ausgedehnt werden und unter anderem auch die größte russische Bank Sberbank umfassen. Zudem müssten Europa und die USA auch über den Stopp von Gasimporten nachdenken. Das eingefrorene Vermögen von russischen Oligarchen infolge der Sanktionen sollte Melnyks Ansicht nach an die Ukraine gespendet und für den Wiederaufbau verwendet werden. Für den Status seines Landes als EU-Beitrittskandidat erhofft sich Melnyk aus Berlin besondere Unterstützung. Wenn Sie Anmerkungen, Fragen, Kritik oder Lob zu dieser Folge haben, schreiben Sie uns gerne per Email an today@handelsblatt.com. Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen

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