

Meilensteine - Alben, die Geschichte machten
SWR1 Rheinland-Pfalz
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
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Jun 23, 2025 • 1h 2min
Fleetwood Mac – "Fleetwood Mac"
1975 haben Fleetwood Mac ihr selbst betiteltes Album herausgebracht und mit dem Dazustoßen von Lindsey Buckingham und Stevie Nicks hat sich die Band auch musikalisch sehr stark verändert. Von einer Bluesband finden Fleetwood Mac jetzt den Weg zu einem Westküsten-Pop-Rock-Sound. Das hören wir nicht nur hier auf Fleetwood Mac, sondern auch auf dem Nachfolgealbum "Rumours".
Dieses Album zeigt ganz wunderbar die Transformation einer erfolgreichen, aber böse gesagt Mittelklasseband zu Superstars. Und es zeigt auch, wie eine Band mit der Zeit geht.
Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über das Album "Fleetwood Mac"
Bei Fleetwood Mac gab es einige Personalwechsel
Neubesetzungen und Nachbesetzungen waren für Fleetwood Mac eigentlich nichts Besonderes. Nachdem die Band von Schlagzeuger Mick Fleetwood 1967 gegründet wurde, gab es bis 1975 insgesamt neun Umbesetzungen. Die prägendste war allerdings die Veränderung durch Stevie Nicks und Lindsey Buckingham.
So kamen Lindsey Buckingham und Stevie Nicks zu Fleetwood Mac
Mick Fleetwood war Anfang der 70er in den Sound City Studios in Los Angeles. Dort hat er auch den Produzenten Keith Olsen getroffen, der gerade mit Stevie Nicks und Lindsey Buckingham ihre Duo-Platte aufgezeichnet hat.
Der Produzent Keith Olsen hat Mick Fleetwood einen Song daraus vorgespielt und der wollte unbedingt Lindsey Buckingham als Gitarristen für seine Band haben. Lindsey Buckingham sagte zu, unter der Voraussetzung, dass auch seine damalige Bandkollegin und Lebenspartnerin Stevie Nicks zur Band dazustoßen darf – Mick Fleetwood war einverstanden.
Die Beziehungen innerhalb von Fleetwood Mac waren kompliziert
Das Beziehungsgeflecht innerhalb von Fleetwood Mac und die Positionen der einzelnen Personen waren durchaus komplex. Mit Lindsey Buckingham und Stevie Nicks kam zur Band ein Songwriter und Liebespaar hinzu. Außerdem waren Bassist John McVie und Christine McVie bereits seit Ende der 60er-Jahre in der Band und auch ein Paar.
Mit Bandgründer Mick Fleetwood war dazu noch ein "echtes Alphatier", wie Benjamin Brendebach es im Podcast beschreibt, in der Führungsposition der Band. Dazu hatte die Band mit Buckingham und Nicks noch zwei neue Mitglieder, die ausgezeichnete Songwriter waren und auch noch ihren Platz in der Band finden mussten.
Dass all das zu sozialen Spannungen geführt hat und später auch zu jeder Menge Drama in der Band, das war abzusehen. Aber es hat der Gruppe auch jede Menge Energie mit reingebracht.
Das ist ja wirklich auch selten [...], dass so eine Superstar-Band mit so vielen Alphatierchen – Männlein und Weiblein – so viele Songwriter hat, die alle über Niveau abliefern.
Quelle: Frank König, Meilensteine-Host, über die ungewöhnliche Zusammensetzung von Fleetwood Mac
Das Vermächtnis von "Fleetwood Mac"
Unter dem offiziellen Bandnamen "Fleetwood Mac" hatte es bis zu dieser Platte 1975 schon neun vorherige Alben gegeben, alle davon waren höchstens mittelmäßig erfolgreich. Mit dem Dazustoßen von Lindsey Buckingham und Stevie Nicks hatte sich für die Band ganz viel verändert, und man könnte eigentlich sagen, dass das Album "Fleetwood Mac" für die Band ein kompletter Neustart gewesen ist – mit der Ausrichtung: Megastars!
Für mich ist dieses Album der Anfang (von Fleetwood Mac)!
Quelle: Katharina Heinius, Musikredakteurin über das Album "Fleetwood Mac"
Shownotes
Meilensteine Spezialfolge über die Sound City StudiosAlbumreview zu "Fleetwood Mac" auf Ultimate Classic RockDie Liveversion von Fleetwood Macs Song "Rhiannon"Die Liveversion von Fleetwoods Macs Song "Landslide"Die angekündigte Fleetwood Mac DokumentationDas SWR PopUp-StudioARD Podcast-Tipp: Die Paartherapie
Über diese Songs vom Album "Fleetwood Mac" sprechen wir im Podcast
(14:14) – "Monday Morning"(25:57) – "Warm Ways"(32:43) – "Rhiannon"(47:13) – "Say You Love Me"(51:16) – "Landslide"
Über diese Songs sprechen wir außerdem noch
(09:13) – "Frozen Love" von Buckingham Nicks(17:22) – "Second Hand News" von Fleetwood Mac

Jun 13, 2025 • 1h 8min
Marillion – "Misplaced Childhood"
Prog-Rock ist eine Stilrichtung, die klassische Rockelemente mit experimentellen Strukturen und Einflüssen aus anderen Genres verbindet. "Misplaced Childhood" gilt bis heute als Paradebeispiel dieses Genres.
Das ist ein wunderschönes Album. [Es ist] Musik für das Herz und die Seele.
Quelle: Nico Würsching, Sänger der Marillion-Tribute-Band "Forgotten Sons".
Konzept und Texte des Albums wurden vom damaligen Sänger Fish (bürgerlich Derek William Dick) entwickelt, der die Band zwischen 1979 und 1988 entscheidend mitprägte. 1989 trat Steve Hogarth seine Nachfolge als Frontmann an.
"Misplaced Childhood" handelt vom Erwachsenwerden
Auf "Misplaced Childhood" erzählt uns die Band eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden und das innere Kind, das uns nie ganz verlässt. Es geht um Heimat, Identität und die Erinnerungen, die unseren Weg und unser Sein prägen.
Fish hat mich erinnert: [Das] innere Kind will gesehen werden und es hat Bedürfnisse. [...] Fish geht mit uns auf diesem Album auf die Reise.
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über die Geschichte, die uns das Album inhaltlich erzählt.
Die fünfteilige Song-Suite "Bitter Suite" erzählt die Lebensreise vom Ursprung des Ichs, über das Erwachsenwerden, bis hin zur Wiederentdeckung und Akzeptanz des inneren Kindes. Die zentrale Botschaft: Akzeptiere, dass dein inneres Kind dich ein Leben lang begleitet.
Marillions starke Texte und die Macht ihrer Musik
Fish arbeitete in seinen Texten häufig mit poetischen Metaphern – besonders das Motiv des Wassers taucht in vielen Facetten auf: als Regen, Wasserloch, Regenbogen oder sogar als Sprinkleranlage. Auch das Herz als Symbol spielt immer wieder eine zentrale Rolle.
Die Musik [ist] in der Lage, genau diese Emotionen in uns zu reproduzieren, die die Geschichte erzählt. Es ist die Macht der Musik.
Quelle: SWR1-Meilensteine Podcast Host Frank König über die Macht der Musik auf dem Album "Misplaced Childhood".
Die Musik auf dem Album ist so kraftvoll, dass sie auch ganz ohne Worte die gewünschten Gefühle beim Hörer wecken könnte. Beim Hit "Kayleigh" hört man beispielsweise, wie jedes einzelne Instrument auf seine Art eine Atmosphäre der Sehnsucht nach Liebe vermittelt.
Ein weiteres Beispiel ist der vorletzte Song "Childhood's End?". Er bricht musikalisch mit der düsteren und melancholischen Stimmung der vorherigen Stücke und strahlt mit seiner positiven Energie die Hoffnung aus, dass die Kindheit nie ganz vorbei ist.
Die Geschichte hinter "Kayleigh"
Der Megahit "Kayleigh" entstand unter Druck. Fish hatte das Schreiben des Songs damals immer vor sich hergeschoben. Eines Abends drohten ihm seine Bandmitglieder an, dass der den Text endlich fertig schreiben müsse. Nachdem das geschafft war, konnten sie in derselben Nacht noch die Vocals aufnehmen.
Eine Kayleigh hat es sogar wirklich gegeben. Anfang der 1980er war Fish mit einer Frau namens Kay Lee liiert. Doch anstatt sich um seine Beziehung zu kümmern, widmete er sich vor allem seiner Karriere bei Marillion, weshalb sie ihn schließlich verließ.
Als Kay Lee später den Song "Kayleigh" hörte, soll sie gesagt haben, dass sie nie geahnt habe, wie viel sie ihm bedeutet habe. Später erklärte Fish allerdings, dass er das Lied nicht nur für Kay Lee, sondern für verschiedene Ex-Partnerinnen geschrieben habe, bei denen er sich entschuldigen wollte.
Shownotes
Das SWR PopUp-StudioLavender’s Blue – das originale KinderliedDie Website von Mark Wilkinson, dem Gestalter des Album Covers von "Misplaced Childhood""Heart Of Midlothian" – das Herz MidlothiansDas Musikvideo zu "Kayleigh"ARD-Podcast-Tipp: "Family Matters"
Über diese Songs vom Album "Misplaced Childhood" sprechen wir im Podcast
(15:02) – "Pseudo Silk Kimono"(19:50) – "Lavender"(22:07) – "Bitter Suite"(26:03) – "Waterhole"(26:50) – "Lord Of The Backstage"(27:10) – "Blind Curve"(29:48) – "Childhood's End?"(40:08) – "Kayleigh"(48:15) – "Lavender"(52:16) – "Heart Of Lothian"(58:54) – "Childhood's End?"(01:03:02) – "White Feather"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(50:09) – "Lavender's Blue", ein englisches Kinderlied aus dem 17. Jahrhundert

Jun 9, 2025 • 1h 12min
Eagles – "One Of These Nights"
"One Of These Nights" ist der internationale Durchbruch für die Eagles
Mit "One Of These Nights" haben die Eagles ihren internationalen Durchbruch geschafft. Bis heute wurde das Album in ihrer US-amerikanischen Heimat gleich viermal mit Platin ausgezeichnet.
Für den Song "Lyin' Eyes", der wie die meisten Songs von den beiden Bandmitbegründern Don Henley und Glenn Frey geschrieben worden ist, gab es zusätzlich noch eine Grammy-Auszeichnung.
Wir hören 100 Prozent Eagles auf "One Of These Nights"
Auch beim Entstehen von "One Of These Nights" ist das Album schon etwas Besonderes für die Band gewesen, denn bei den drei Alben vorher hat die Gruppe immer mit Songwritern zusammengearbeitet.
Es war der entscheidende Schritt zum Superstar-Status der Band!
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Bedeutung des Albums "One Of These Nights"
Dieses Mal ist jeder Song durch (mindestens) ein Mitglied der Eagles geschrieben worden. Einige der Songs sind dabei auch durch das geniale Songwriter-Duo Glenn Frey und Don Henley entstanden, die im Jahr 2000 gemeinsam in die Songwriter Hall of Fame aufgenommen worden sind.
Sie (Henley und Frey) etablieren sich endgültig als eines der größten Songwriter-Duos der Rockmusik!
Quelle: Stephan Fahrig über das Songwriter-Duo Henley und Frey
Mit "One Of These Nights" entwickeln die Eagles sich weiter
Mitte der 70er gab es in den USA jede Menge guter Countryrock-Bands, erzählt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast. Und die Eagles waren eine dieser sehr guten Gruppen. Aber um aus der Masse herauszustechen, mussten sie sich weiterentwickeln.
SWR1 Meilensteine Podcast zum legendären Album: "Hotel California"
Und genau das hat die Band getan, indem sie mehr Rock und mehr R'n'B in ihre Musik hat einfließen lassen. Geklappt hat diese Weiterentwicklung auch, weil die Eagles mit Gitarrist Don Felder ein neues Bandmitglied hatten, das einfach frischen Wind in die Musik gebracht hat – ganz besonders was den Anteil der Rockgitarren betrifft.
Ich würde es als Progressive-Country bezeichnen!
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über die Weiterentwicklung der Eagles
Die Eagles haben sich als Band mit "One Of These Nights" verändert, weiterentwickelt und damit auch deutlich von vielen anderen Countryrock-Gruppen abgegrenzt. Bei ihnen gab es mehr Rock, mehr mehrstimmige Gesänge und durch ihren Produzenten haben sie auch viel mit Soundeffekten und Ähnlichem herumprobiert. Das hat ihnen auch den typischen "Eagles-Sound" eingebracht.
Das ist das, was die Eagles ausmacht, die Kunst des Arrangements!
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Qualität der Eagles
Die Bedeutung von "One Of These Nights" für die Geschichte der Eagles
Mit "One Of These Nights" hat die Band viele Weichen neu gestellt und alle in Richtung Erfolg. Das liegt auch an der Veränderung in den Führungspositionen innerhalb der Gruppe. Don Henley und Glenn Frey haben – um es in Country-Worte zu fassen – die Zügel in der Hand. Wenn man sich die Entwicklung der Eagles anschaut, fasst Katharina Heinius in persönlichen Worten zusammen:
Mit diesem Album fängt der "Adler" an zu fliegen!
Quelle: Katharina Heinius über den Stellenwert von "One Of These Nights" für die Karriere der Eagles
Shownotes
Das SWR PopUp-StudioStudio Record Plant in Los AngelesCriteria Studios MiamiDas Coverart-Design von "One Of These Nights" vom Künstler Boyd ElderEagles Dokumentation: "The Eagles – Himmel und Hölle Kaliforniens"ARD-Podcast-Tipp: "Weird Animals"
Über diese Songs vom Album "One Of These Nights" sprechen wir im Podcast
(12:20) – "One Of These Nights"(27:41) – "The Journey Of The Sorcerer"(33:49) – "Lyin' Eyes"(51:01) – "Take It To The Limit"(01:01:40) – "I Wish You Peace"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(15:13) – "I Wouldn't Treat A Dog" von Bobby Bland(53:18) – "If You Don't Know Me By Now" von Harold Melvin and the Blue Notes(01:04:52) – "You've Got A Friend" von Carole King(01:06:03) – "The Long And Winding Road" von The Beatles

Jun 2, 2025 • 30min
Deep Purple – "Deep Purple In Rock"
"Deep Purple In Rock" ist insgesamt das vierte Studioalbum der Band, aber das erste in der sogenannten "Mark-II-Besetzung". Die besteht aus Sänger Ian Gillan, Gitarrist Ritchie Blackmore, Organist Jon Lord, Bassist Roger Glover und Drummer Ian Paice.
Ist "Deep Purple In Rock" das erste Heavy-Metal-Album?
Für einige Fans gilt "Deep Purple In Rock", oder auch nur "In Rock", als das erste Heavy-Metal-Album aller Zeiten. Wohin man es auch immer einsortieren möchte – für den Musikjournalisten Matthias Breusch hat das Album die Musikwelt definitiv verändert.
(Das Album) entpuppte sich als gnadenlose, blutige Revolution [...]. Nach "In Rock" war nichts mehr so wie vorher. Die Beach Boys und die Blumenkinder konnten einpacken.
Quelle: Matthias Breusch, Musikjournalist beim Rock Hard über "In Rock"
Auf "Deep Purple In Rock" hören wir Ausnahmetalente
Mit "Deep Purple In Rock" hat sich die Band damals neu orientiert. Es sollte härter und dramatischer werden. Dazu passte natürlich die Stimme von Ian Gillan ungemein gut, die er fantastisch einsetzen kann, zum Beispiel beim Höhepunkt vom Meisterwerk "Child In Time".
Besonders war und ist aber auch das Zusammenspiel von Ausnahmegitarrist Ritchie Blackmore und Organist Jon Lord. Zum einen ergänzen sie sich soundtechnisch ungemein gut. Zum anderen ist es auch eine Art Konkurrenzkampf zwischen den beiden Instrumenten, der immer wieder auch als Call and Response – wie wir es vom Blues kennen – in den Songs zu hören ist. So beispielsweise auch im Openersong "Speed King".
Die Hammondorgel auf "Deep Purple In Rock"
Jon Lord ist eine echte Legende der Rockmusik. Und seine Hammondorgel, die ja eigentlich einen einigermaßen weichen Klang hat, klingt auch auf "Deep Purple In Rock" teilweise richtig fies und finster.
Grund dafür ist einerseits die Komposition. Andererseits liegt es daran, dass er nicht nur die typische Leslie-Box als Lautsprecher an die Orgel angeschlossen hat, sondern immer mal wieder auch einen Gitarrenverstärker, der noch etwas mehr knurrt und etwas kerniger klingt.
Neben der Musik ist natürlich auch das Plattencover von "Deep Purple In Rock" nicht nur legendär, sondern wortwörtlich monumental. Auf dem Artwork der Platte sehen wir die Bandmitglieder eingemeißelt in einen Berg. Es ist eines der ikonischsten Plattencover der Rockgeschichte.
Wenn man das einmal gesehen hat, dann vergisst man das sein Leben lang nicht mehr!
Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger SWR1 Musikredakteur über das Cover von "Deep Purple In Rock"
In dem amerikanischen Monument in den Rocky Mountains sind normalerweise die US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln zu sehen.
Der größte Hit auf "Deep Purple In Rock" ist "Child In Time"
Mit über zehn Minuten Länge ist "Child in Time" ein richtiges Monster von einem Song. Aber diese Länge braucht der Song auch, damit man sich richtig reinfallen lassen kann, beginnend mit der epischen Orgel von Jon Lord bis hin zu den exzessiven Schreien von Ian Gillan und den bretternden Gitarren von Ritchie Blackmore. Inspiriert wurden Deep Purple zu "Child In Time" übrigens durch den Song "Bombay Calling" von der Band It's A Beautiful Day.
Über diese Songs vom Album "Deep Purple In Rock" wird im Podcast gesprochen
(03:27) – "Speed King"(13:32) – "Bloodsucker"(17:40) – "Flight Of The Rat"(20:37) – "Hard Lovin' Man"(24:34) – "Child In Time"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(10:13) – "Fire" von Jimi Hendrix(18:48) – "The Flight Of The Bumblebee" von Nikolai Rimski-Korsakov(26:21) – "Bombay Calling" von It's A Beautiful Day

May 26, 2025 • 1h 1min
Sting – "The Dream Of The Blue Turtles"
Vor 40 Jahren, am 17. Juni 1985, ist "The Dream Of The Blue Turtles" von Sting herausgekommen. Sting selbst kann es kaum glauben, dass es schon so lange her sein soll, hat er im SWR1 Interview erzählt.
Es fühlt sich überhaupt nicht an wie 40 Jahre, viel mehr so, als ob es gestern gewesen wäre. Es überrascht mich immer, wie schnell die Zeit vergeht.
Quelle: Sting im SWR1 Interview
Mit "The Dream Of The Blue Turtles" wollte Sting sich weiterentwickeln
Nachdem die Zeit für The Police 1984 geendet hatte, wollte Sting, der mit bürgerlichem Namen Gordon Sumner heißt, sich weiterentwickeln. Weg von der Musik mit einem Rockband-Powertrio und hin zu komplexerer Musik, auch mit Jazzelementen.
Für dieses Vorhaben hat sich der britische Sänger fantastische Jazzmusiker ins Studio geholt. Unter anderem war auch Omar Hakim dabei, der gerade ein Jahr zuvor den Schlagzeuger bei den Dire Straits ersetzt hatte, während der Aufnahmen zum legendären Album "Brothers In Arms".
Weg vom Pop und Rock, hin zum Jazz. Für einen etablierten Künstler, der mit seinen Songs schon Millionen Menschen erreicht hat, war das eine enorme Veränderung, die ein gleichermaßen großes Risiko mit sich bringt, welches Sting allerdings nicht scheut.
Es gibt keinen Punkt bei einer kreativen Unternehmung ohne Risiko, das ist essenziell. Das Risiko ist der Motor, der etwas Kreatives und etwas Neues erzeugen kann – du brauchst das Risiko.
Quelle: Sting über die Beudeutung von Risiko für Künstler
Aufgenommen wurde "The Dream Of The Blue Turtles" im Studio von Musiker Eddy Grant. Innerhalb von sechs Wochen haben Sting und seine Gastmusiker die Platte eingespielt – kein Problem, wenn man sich wie Sting solche Studio- und Jazzprofis dazuholt. Sting beschreibt den Aufnahmeprozess heute, 40 Jahre später, im SWR1 Interview immer noch als "eine wundervolle Erfahrung".
Sting kehrt zurück zu seinen Wurzeln
Und auch wenn die Zuwendung zum Jazz auf dem Album für einige Fans von The Police ungewöhnlich erscheint, ist es für Sting eigentlich eher eine Rückbesinnung auf seine musikalischen Ursprünge gewesen. Vor seiner Zeit bei The Police hat der Musiker nämlich in unterschiedlichen Jazzbands gespielt.
Dort ist er auch zu seinem Künstlernamen Sting gekommen. Zu der Zeit ist er nämlich häufig in einem gelb-schwarz geringelten Pulli aufgetreten und die Menschen haben deshalb angefangen, ihn "Sting" zu nennen – das englische Wort für Stachel.
"The Dream Of The Blue Turtles" ist komplex, aber zugänglich
Musikalisch ist "The Dream Of The Blue Turtles" von Sting zwar sehr durchdacht und hat durch die vielen musikalischen Ausnahmetalente an den Instrumenten auch sehr komplexe Passagen, in denen sich die Jazzmusiker wirklich austoben können. Doch für den Hörer startet dieses Album gleich mit zwei sehr eingängigen Nummern, die auf den ersten Blick gar nicht so komplex wirken. Zum einen wäre das der Album-Opener "If You Love Someone Set Them Free" und das karibisch (mehr als nur angehauchte) "Love Is The Seventh Wave".
Der Albumtitel kommt aus einem Traum von Sting
SWR1 Redakteur Dave Jörg erzählt im Meilensteine Podcast, dass der Albumtitel tatsächlich einem Traum von Sting entsprungen sein soll, den er während der Aufnahmen in Barbados hatte. Dabei sind ihm riesige blaue Schildkröten erschienen, die seinen heimischen Garten verwüstet und seine Rosenbüsche angeknabbert haben sollen. Dieser Traum hat offenbar starke Spuren bei Sting hinterlassen.
Darum ist "The Dream Of The Blue Turtles" ein Meilenstein
Mit seinem Album "The Dream Of The Blue Turtles" und seiner neuen musikalischen Ausrichtung hat Sting 1985 mit Sicherheit einige Fans überrascht, vielleicht sogar schockiert, aber auch viele neue Fans dazugewonnen. Für Nina Waßmundt ist aber vor allem dieser neue Weg, den Sting mit der Platte gegangen ist, ein Grund dafür, dass dieses Album ein echter Meilenstein geworden ist.
Das Album ist ein absolutes Meisterwerk in der Verschmelzung von Pop, Rock und Jazz! Musik schreibt immer dann Geschichte, wenn sie etwas Traditionelles aufbricht und weiterentwickelt und der Künstler was Eigenes dazu gibt und was ganz Neues schafft. Und genau das macht Sting hier.
Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über "The Dream Of The Blue Turtles"
Shownotes
Dokumentation bei Arte zum KinderkreuzzugYoutube-Kanal von StingAlbumrezension zu "The Dream Of The Blue Turtles" auf laut.deAusführliche Songanalyse von "Russians" auf Songlexikon.deMeilensteine "Weihnachtsspecial 2022" mit StingARD-Podcast-Tipp: "Alles Geschichte – Der History-Podcast"
Über diese Songs vom Album "The Dream Of The Blue Turtles" sprechen wir im Podcast
(14:08) – "If You Love Somebody Set Them Free"(21:21) – "Love Is The Seventh Wave"(28:05) – "Russians"(42:45) – "Children's Crusade"(50:44) – "Moon Over Bourbon Street"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(05:20) – "Money For Nothing" von Dire Straits(29:53) – Motiv aus dem zweiten Satz "Romanze" aus der Filmmusik "Leutnant Kishe" von Sergei Prokofjew(55:33) – "Autumn Leaves" (Les Feuilles Mortes) von Edith Piaf(57:39) – "Beautiful Love" von George Shearing Quartett

May 19, 2025 • 1h 12min
Eminem – "The Marshall Mathers LP"
Mit seinem überdrehten, überzogenen und frechen Alter Ego "Slim Shady" schaffte Eminem es 1999 in den USA schon bis in die Top Ten der Charts. In Deutschland blieb der Künstler eher noch ein Underground-Name, den eingefleischte Hip-Hop- und Rapfans feierten. Mit "The Marshall Mathers LP", seinem dritten Album, landet Eminem auch bei uns in Europa auf Spitzenplätzen der Albumcharts.
Eminem, Slim Shady oder Marshall Mathers – Wen hören wir auf "The Marshall Mathers LP"?
Der bürgerliche Name von Eminem ist Marshall Bruce Mathers III. Damit wird schon beim Blick auf den Albumtitel "The Marshall Mathers LP" klar: Hier wird es sehr persönlich. Nach "The Slim Shady LP" demaskiert Rapper Eminem sich hier an vielen Stellen – aber eben nicht an allen.
Welche Person in den einzelnen Songs zu uns spricht, entdeckt man auf diesem Album oft erst auf den zweiten Blick: Ist es der Mensch Marshall Mathers, der Rapper Eminem oder doch wieder sein Alter Ego "Slim Shady"?
Marshall Mathers a.k.a. Eminem kommt von ganz unten
Eminem erzählt auf seinem Album "The Marshall Mathers LP" viele Geschichten. Es geht viel um Gewalt und Drogen – Themen, die ihn schon sein ganzes Leben beschäftigen.
Von seinem Vater verlassen landet Eminem mit seiner Mutter Deborah im Kindesalter in einem Trailerpark in Warren, einem Vorort von Detroit. Zu Schulzeiten bringt ihn sein nur wenige Jahre älterer Onkel und bester Freund Ronnie zum Hip-Hop.
Die Jugendzeit ist für Eminem besonders hart. Seine Mutter ist von Tabletten abhängig und gewalttätig, sein Onkel Ronnie nimmt sich das Leben und Eminem bricht die Schule ab. Viele dieser Themen verarbeitet Eminem in seinen Songs.
Auf "The Marshall Mathers LP" geht es auch um den Druck der Gesellschaft
Wer nur kurz in die Platte reinhört, bekommt den Eindruck, dass es hier nur um vulgäre Beleidigungen, Gewaltfantasien und Drogen geht. Dabei setzt Eminem sich an vielen Stellen von "The Marshall Mathers LP" mit den Schattenseiten des neuerworbenen Ruhms auseinander. Was erwartet das Plattenlabel von mir? Was erwarten die Fans? Und was macht dieser Druck mit mir und meinem Umfeld?
Einer von Eminems wichtigsten Songs auf "The Marshall Mathers LP" ist "Stan"
Sehr erfolgreich wurde auch der Song "Stan" in dem sich Eminem mit genau diesen Themen auseinandersetzt: Wie sehen mich meine Fans? Was erwarten sie und was kann ich ihnen tatsächlich geben?
Im Song und Video zu "Stan" erzählt Eminem aus unterschiedlichen Perspektiven einen Dialog mit einem Fan, der sehr tragisch eskaliert. Hier thematisiert Eminem auch, dass die Übertreibungen und radikalen Gedanken, die er in seine Songs packt, von vielen Fans auch missverstanden worden sind und selbst eingefleischte Fans oft nicht unterscheiden können, wo der Rapper Eminem aufhört und sein Alter Ego "Slim Shady" anfängt.
Homophobie und Frauenfeindlichkeit – Eminem ist kontrovers diskutiert
Immer wieder wurde Eminem als homophob und frauenfeindlich kritisiert. Von hohen politischen Ämtern und von Aktivisten wurde gegen ihn mobil gemacht. Dabei wurde ihm auch vorgeworfen, Täter, wie zum Beispiel die des Amoklaufs an der Columbine High School durch seine Songtexte mit expliziten Gewaltfantasien angeheizt und motiviert zu haben.
Eminem selbst weist in seiner Musik immer wieder darauf hin, dass man seine Songs nicht zu ernst nehmen sollte und er gerne übertreibt. Klar ist, Eminem will provozieren.
Er ist der schelmisch-grinsende Mittelfinger an alle die, die sich gerne über ihn aufregen wollen.
Quelle: Patrick Schütz, SWR1 Musikredakteur über Eminem
"The Marshall Mathers LP" von Eminem fordert den Hörer
"The Marshall Mathers LP" ist ein Album, das mit seinen sehr transparenten, eingängigen und markanten Beats (zum Großteil von Hip-Hop-Legende Dr. Dre) definitiv im Ohr bleibt und auch Spaß macht. Aber die Platte fordert den Hörer sehr, denn die Texte von Eminem, wenn sie auch vollgepackt sind mit – bewusst provozierenden – Ausdrücken und mehr als vulgären Beleidigungen, ist unglaublich tiefgründig und vielschichtig.
Ohne die vielen Referenzen zu seinen Alter Egos oder anderen Personen aus der Popkultur zu verstehen, wird es schwer, die Platte in Gänze zu erfassen und verstehen zu können – aber die Arbeit lohnt sich.
Shownotes
Eminem reimt auf "Orange"Der Weltrekordsong "Rap God" von EminemZDF-Dokumentation "The True Story of Eminem"Albumrezension zu "The Marshall Mathers LP"Eminem erklärt die Idee und die Hintergründe zu seinem Song "Stan"Artikel zum 20-jährigen Jubiläum von "The Marshall Mathers LP""The Marshall Mathers LP" auf Eminem.net"How to Rap Like Eminem" – Analyse seines RapstilsARD-Podcast-Tipp: "COSMO Machiavelli – Rap und Politik"
Über diese Songs vom Album "The Marshall Mathers LP" sprechen wir im Podcast
(15:20) – "Kill You"(29:08) – "The Real Slim Shady"(45:25) – "Stan"(01:00:16) – "The Way I Am"(01:05:42) – "Bitch Please II"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(40:32) – "Rap God" von Eminem(56:04) – "In The Air Tonight" von Phil Collins

May 12, 2025 • 57min
Dire Straits – "Brothers In Arms"
Mit Songs wie "Money For Nothing", "Walk Of Life", "Your Latest Trick" und natürlich dem Titelsong "Brothers In Arms" sind auf dem Album auch einige der größten Hits der Dire Straits vertreten. Für die Band rund um Gitarrenlegende Mark Knopfler war es schon das fünfte Studioalbum der Dire Straits.
Und mit mehr als 30 Millionen verkauften Einheiten und Diamantauszeichnungen in Deutschland, Großbritannien und den USA zählt "Brothers in Arms" auch zu den kommerziell erfolgreichsten Rockalben der Geschichte.
"Brothers In Arms" von den Dire Straits ist perfekt (?!)
"Brothers In Arms" von den Dire Straits ist aber nicht nur das erfolgreichste Album von Mark Knopfler und Co., für SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld ist es auch das perfekteste Album der Band, mit Ausnahme eines Songs, erklärt er im Podcast.
Das sind durchweg mega geniale Songs. Jeder für sich ist fast schon sowas wie eine kleine Rockoper.
Quelle: Niels Berkefeld, SWR1-Musikredakteur über "Brothers In Arms" von den Dire Straits
Aber "Brothers In Arms" ist nicht nur vom Songwriting ein absoluter Meilenstein, sondern auch von der Seite der technischen Produktion her. Damals war das Medium CD und digitale Musikproduktion noch sehr neu und die Dire Straits haben auf dieser Platte alle neuen Möglichkeiten der CD-Produktion ausgenutzt und das hatte kaum eine Gruppe und kaum eine Künstlerin oder ein Künstler vorher so gemacht.
Mark Knopfler hat dieses Album für die CD konzipiert und sich deshalb auch nicht um Längen, die für ein Album (Vinyl) wichtig sind, gekümmert.
Quelle: Niels Berkefeld, SWR1-Musikredakteur über "Brothers In Arms"
Für "Brothers In Arms" reisen die Dire Straits um die Welt
Für ihr fünftes Studioalbum hat die Band sich einige der bekanntesten und besten Studios der Welt ausgesucht, um "Brothers In Arms" einzuspielen und zu produzieren. Die Gruppe um Mark Knopfler ist dafür in die Air-Studios nach Montserrat in die Karibik gereist. Dort hatte George Martin, der ehemalige Produzent der Beatles, sein Tonstudio.
Viele der großen Namen des Pop- und Rockbusiness hat es in den 80ern dorthin verschlagen: The Police, Paul McCartney, Rush, Pink Floyd oder auch Supertramp.
Neben den AIR-Studios sind die Dire Straits auch in die Power Station Studios nach New York gegangen. Auch in diesen legendären Räumen haben schon viele große Stars ihre Musik aufgenommen, beispielsweise Nile Rodgers mit Sister Sledge, Bruce Springsteen war dort und auch Musiklegende David Bowie.
"Money For Nothing" ist der Überhit auf "Brothers In Arms"
Einer der bekanntesten Hits des Albums ist natürlich "Money For Nothing", auf dem auch The-Police-Sänger Sting zu hören ist – ein absoluter Zufall. Sting war nämlich eigentlich nur in Montserrat gewesen, um die Dire Straits im Studio zu besuchen und mit ihnen zu Abendessen zu gehen.
Hier geht es zur ganzen Geschichte hinter dem Song "Money For Nothing" von den Dire Straits
Die Inspiration zum Song "Money For Nothing" entstand in einem Elektrogeschäft als Mark Knopfler einige Arbeiter vor einer Fernsehwand beobachtet, wie sie sich darüber ärgern, dass sie so schwer schuften müssen und die Rockstars, die auf dem Musiksender MTV zu sehen sind, reich werden und die hübschen Mädchen bekommen – frei übersetzt: Die bekommen Kohle fürs Nichtstun!
Das Artwork zu "Brothers In Arms" von den Dire Straits
Neben der Musik von "Brothers In Arms" zählt auch das Plattencover des Albums zu einem der bekanntesten der Rockgeschichte. Die Inspiration für dieses Artwork ist ein Gemälde des deutschen Künstlers Thomas Steyer. Im Meilensteine-Podcast spricht der Künstler selbst – der großer Fan der Dire Straits ist – über die Entstehung seines Gemäldes und die persönliche Begegnung mit Mark Knopfler.
Das Vermächtnis vom Dire Straits Album "Brothers in Arms"
In den 80er-Jahren kam man nicht an diesem Album vorbei. "Es lag überall rum", sagt Dave Jörg aus der SWR1 Musikredaktion, was auch die unglaublichen Verkaufszahlen von über 30 Millionen Einheiten attestieren.
Es ist eines der größten Pop- und Rockalben der 80er-Jahre! Es hat aus den Dire Straits eine Megaband gemacht!
Quelle: Dave Jörg, SWR1-Musikredakteur über "Brothers In Arms"
Shownotes
Die Website von Künstler Thomas SteyerYoutube-Kanal von Dire StraitsARD-Podcast-Tipp: "Fühlst Du’s? Was Musik mit uns macht"
Über diese Songs vom Album "Brothers In Arms" sprechen wir im Podcast
(10:57) – "So Far Away"(14:57) – "Money For Nothing"(32:39) – "Walk Of Life"(43:48) – "Brothers In Arms"(49:28) – "Your Latest Trick"

May 5, 2025 • 33min
The Who – "Live At Leeds"
Mitgründer und Sänger der Rockband The Who Roger Daltrey sagte einmal, die Rolling Stones seien die beste Rock 'n' Roll-Band der Welt, aber The Who machten keinen Rock 'n' Roll, sondern Rock. Damit grenzte sich die Band bewusst ab und setzte auf kompromisslosen, direkten Rock und genau das setzten sie in "Live At Leeds" auch musikalisch um.
"Live At Leeds" ist unumstritten ein musikalisches Megawatt-Kraftwerk, das uns bis heute zeigt, welch eine Power The Who direkt von der Bühne zum Publikum übertragen konnte.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
"Live At Leeds" – Die Entstehung eines Live-Klassikers
Die Originalpressung von "Live At Leeds" aus dem Jahr 1970 enthält nur sechs Songs und beginnt mit "Young Man Blues". Spätere Neuveröffentlichungen hatten andere Reihenfolgen und fügten deutlich mehr Titel hinzu, die Vinyl-LP bot jedoch nur begrenzten Platz.
"Live At Leeds" enthält auf der ersten Seite vier Songs und auf der zweiten Seite zwei lange Stücke: Eine fast 15-minütige Version von "My Generation" mit Teilen aus der Rockoper "Tommy" und eine fast achtminütige Version von "Magic Bus", die die LP-Seite füllten. Die Songs wurden bei zwei Konzerten im Februar 1970 aufgenommen: in Leeds und in Hull. Letztlich konnte jedoch nur das Leeds-Konzert verwendet werden, da beim Hull-Mitschnitt die Bass-Spur fehlte.
Pete Townshend hatte erkannt, dass The Who eine genauso große Live- wie Studioband ist. Nach einer Tournee durch europäische Opernhäuser Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre, wollten The Who zurück in die Clubs, wo das Leben stattfindet, und ihre Fans mitgrölen. Deshalb spielten sie am 14. Februar 1970 in Leeds und am 15. Februar in Hull, um diese beiden Konzerte für ihr kommendes Live-Album zu nutzen.
Der Live-Sound von The Who
The Who legten großen Wert auf gutes Monitoring, also darauf, sich selbst oder die gesamte Band auf der Bühne hören zu können. Viele andere Bands wie die Beatles scheiterten dagegen oft an der Lautstärke des Publikums. Pete Townshend hatte sogar einen eigenen Mischer für seine Monitorbox. Das ermöglichte ihnen präzises Spielen, unabhängig vom Lärm im Publikum. "Live At Leeds" klingt anders als viele andere Live-Aufnahmen damals, rauer, direkter und authentischer.
Statt aufwendiger Technik setzten sie bei den Aufnahmen auf ein einfaches Acht-Spur-Gerät und die Nähe zu den Verstärkern, was zu einem kompakten, klaren Sound führte: Gitarre, Bass und Schlagzeug sind deutlich hörbar, und "mehr brauchte es gar nicht", so SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach.
Als ich sie das erste Mal live gesehen habe, ist das mir als Erstes dieser ganz klare Sound aufgefallen, und zwar von jedem […]. Das hat mich schon sehr beeindruckt. Das war Anfang der 70er anscheinend eben genauso, sonst würde "Live At Leeds" nicht so brachial und durchdringend klar klingen, wie es klingt.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
"My Generation" trifft "Tommy" von The Who
Auf der Original-Vinylversion von "Live At Leeds sind lediglich sechs Songs enthalten, unter anderem, weil "My Generation" in einer außergewöhnlich langen, fast 15-minütigen Version gespielt wird. Inmitten von "My Generation" taucht ein musikalisches Zitat aus "We’re Not Gonna Take It" auf, ein zentrales Stück aus der Rockoper "Tommy".
Eine bewusste Entscheidung von Pete Townshend, denn beide Stücke thematisieren die Nachkriegsgeneration und deren ungelöste Probleme und verpasste Chancen. Dass Townshend diese Themen immer wieder miteinander verwebt, zeigt: The Who treten nicht nur als Rockband auf, sondern auch als Sprachrohr einer Generation.
Ich hatte das große Glück The Who vor ein paar Jahren in der Royal Albert Hall live erleben zu dürfen, und zwar mit "Tommy". […] Das Publikum war ruhig, während The Who auf der Bühne standen und "Tommy" gespielt haben, sie haben gelauscht. […] Das ist ja auch Kunst, was da stattfindet, das ist nicht nur einfach eine Rock-Nummer, oder ein Song, der runtergespielt wird […], sondern es ist wirklich Musik zum Zuhören und das britische Publikum will das auch. Für mich war das damals total beeindruckend, das mitzuerleben, dass noch nicht mal jemand mitgesungen hat bei "Tommy".
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius über das besondere Konzerterlebnis mit The Who
"Live At Leeds" von The Who – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Warum The Who einiges an Live-Material verbrannten, wie ein offizielles Album zum kultigen Bootleg werden konnte und noch viel mehr erfahrt ihr im Meilensteine Podcast zu "Live At Leeds" von The Who.
Shownotes
"Live At Leeds" auf thewho.com"Blow Up" The Who im Film Meilensteine Folge zu "Tommy" von The WhoYouTube-Kanal von The WhoBuchtipp: "The Who – Maximum Rock | Die Geschichte der verrücktesten Rockband der Welt"Buchtipp: "Who I Am" – Die Autobiographie von Pete Townshend
Über diese Songs vom Album "Live At Leeds" wird im Podcast gesprochen
(03:49) – "Young Man Blues"(12:26) – "Summertime Blues"(18:58) – "Substitute"(22:38) – "My Generation"(32:23) – "Magic Bus"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(12:50) – "Young Man Blues" von Mose Allison (28:44) – "Pinball Wizard" von The Who

Apr 28, 2025 • 1h 9min
Britney Spears – "Oops!... I Did It Again"
Mit gerade mal 16 Jahren hat Britney Spears ihr Debütalbum "...Baby One More Time" herausgebracht und es damit gleich an die Spitze der Charts geschafft – in ihrer Heimat Amerika und auch bei uns. Nur ein Jahr später kam dann "Oops!... I Did It Again" raus. Der Plan für das Album – der Titel der Platte verrät es – war wieder der gleiche wie beim Debüt: Die Spitze der Charts erobern!
Mit "Oops!... I Did It Again" wird Britney Spears vom Popsternchen zum Popstar
Das zweite Album ist für junge Künstler und Künstlerinnen oft das schwierigste, denn damit entscheidet sich oft, ob das Popsternchen am Himmel verglüht ist oder ob man sich im Popbusiness etablieren kann. Britney Spears hat sich mit "Oops!... I Did It Again" für viele Jahre ein Fundament im Musikgeschäft gegossen.
Und mit diesem Album passiert noch mehr bei Britney Spears: Sie vollzieht einen Imagewandel – vom braven Schulmädchen und ehemaligen Mitglied des Micky-Maus-Klub hin zum sexy Popstar.
Sie verändert ihr Bild bewusst mit diesem Album [...]. Es ist nicht nur die Musik, sondern auch die Person Britney Spears, die hier viel zum Meilenstein beiträgt.
Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über den Wandel von Britney Spears mit ihrem zweiten Album
Der Erfolg von "Oops!... I Did It Again" ist aber natürlich nicht alleine der Verdienst von Britney Spears selbst. An dem Album haben fast 100 Menschen aus der Musikwelt mitgearbeitet. Zum Beispiel auch Mutt Lange, der unter anderem auch schon beim AC/DC Album "Highway To Hell" mit dabei gewesen ist.
Die Hits, dafür ist Max Martin verantwortlich!
Quelle: Stephan Fahrig über "Oops!... I Did It Again"
"Oops!... I Did It Again" von Britney Spears ist Hochglanz-Pop aus Schweden
Außerdem war aber auch das schwedische Popteam rund um den Produzenten Max Martin mit dabei. Die haben seit Ende der 1990er unglaublich viele Songs für große Popkünstler geschrieben und auch produziert.
Neben Britney Spears zum Beispiel auch für die Backstreet Boys, Pink, Katy Perry, Céline Dion, Justin Timberlake, Coldplay, Taylor Swift, Ariana Grande und noch viele mehr. Insgesamt 27 Nummer-1-Hits gehen auf die Kappe von Songwriting- und Produktionstalent Max Martin. Dabei sind die Popsongs, die er schreibt, von der Harmonie meistens sehr einfach gehalten.
In dieser Einfachheit auch was Interessantes abzubilden, was dich zu der Musik zieht, das ist enorm harte Arbeit.
Quelle: Stephan Fahrig über das Songwriting von Max Martin
Und der Vorteil dieser "einfachen" Musik ist, so beschreibt es SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius im Podcast zu "Oops!... I Did It Again", dass die Zielgruppe dieser Musik, also junge Menschen, diese Musik auch vielleicht mit geringen englischen Sprachkenntnissen verstehen konnten und sie genau deshalb so gut bei den Teenies ankam.
Ein popkulturelles Gesamtpaket: das Phänomen Britney Spears
Zu dem Phänomen Britney Spears gehört aber viel mehr als nur die produzierte Hochglanz-Popmusik, bei der Britney selber lediglich die Interpretin und Figur des Ganzen ist. Neben der Musik geht es zum Beispiel auch ums Tanzen und die speziellen Moves, die die Teenies aus den Musikvideos nachahmen konnten.
Das hat auch einfach Spaß gemacht, erzählt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius, die früher selbst mit ihren Freundinnen die Tanzmoves von Britney zu Hause im Kinderzimmer nachgemacht hat.
Es ist [...] ein popkultureller Meilenstein, ein Zeitgeist-Phänomen!
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Oops!... I Did It Again" und Britney Spears
So hat "Oops!... I Did It Again" von Britney Spears die Popwelt verändert
Mit ihrer Musik hat Britney Spears viele von den jungen Popkünstlerinnen beeinflusst, die heute in den Charts sind. Viele der aktuellen Popstars beziehen sich immer wieder auf Britney Spears, für die Britney den Weg mit geebnet hat.
Shownotes
Britney Spears Dokumentation "Britney ohne Filter"Youtube-Kanal von Britney SpearsMusikdoku-Reihe: "This Is Pop" (Folge: Stockholm Syndrom)Meilensteine Folge zu "Highway To Hell" von AC/DCMeilensteine Folge zu "Happy Nation" von Ace of BaseARD-Podcast-Tipp: "Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche"
Über diese Songs vom Album "Oops! I Did It Again" wird im Podcast gesprochen
(16:00) – "Oops!... I Did It Again"(38:44) – "(I Can't Get No) Satisfaction"(46:36) – "Stronger"(57:09) – "Lucky"(01:01:33) – "Dear Diary"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(22:45) – "Larger Than Life" von den Backstreet Boys(48:07) – "Dancing Queen" von ABBA(50:48) – "Are You That Somebody" von Aaliyah(01:00:21) – "The Lucky One" von Taylor Swift

Apr 21, 2025 • 1h 10min
Prince And The Revolution – "Around The World In A Day"
"Around The World In A Day" ist opulent, bunt und ganz anders als die Musik, die Prince vorher so erfolgreich gemacht hat. Das Album ist auch kommerziell gesehen nicht so erfolgreich geworden wie die Vorgängerplatte "Purple Rain", aber an die Spitze der Charts hat Prince es damit trotzdem geschafft.
Die Kritiker sind geteilter Meinung beim Prince-Album "Around The World In A Day"
So unterschiedlich die Songs auf dem Album sind, so unterschiedlich urteilen auch die Kritiker über "Around The World In A Day". An den Erfolg von "Purple Rain" anzuknüpfen war zu diesem Zeitpunkt aber auch gar nicht möglich, suggeriert SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast. Mit "Purple Rain" war Prince zu der Zeit vielleicht sogar größer als Michael Jackson oder Madonna, findet Stephan Fahrig.
Prince war das Maß aller Dinge!
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über Prince zur Zeit von "Purple Rain"
"Von so einem Erfolg (wie "Purple Rain") hätten andere Künstler zwei oder drei Jahre gezehrt", erklärt Stephan Fahrig – Prince nicht. Der hat nach seinem Über-Album direkt diese Platte nachgelegt, zum Unmut seiner Plattenfirma, die das Meisterwerk von Prince gerne noch mehr finanziell ausgequetscht hätte.
Das Album ist das Gegenteil von "Purple Rain"!
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Around The World In A Day"
Das Prince-Album "Around The World In A Day" ist nicht die Fortsetzung von "Purple Rain"
Nach seinem Welterfolg von "Purple Rain" hatten viele Fans von Prince eine Art Fortsetzung erwartet oder erhofft, als "Around The World In A Day" im April 1985 herausgekommen ist. Die Realität sah ganz anders aus.
Statt mit einem kraftvollen Rocksong, wie man es vielleicht als Fan von Prince erwartet hat, startet das Album mit Trommeln und orientalischen Klängen – also ganz anders. Das hat auch unseren Podcastgast Patrick Obrusnik überrascht. "Das ist ja ein mutiger Einstieg", hat er gedacht, als er die Platte damals aus dem Laden nach Hause gebracht hat und zum ersten Mal die Nadel auf die Rille gesetzt hat. Trotzdem ist das Album für den Journalisten vom BR ein tolles Album, erklärt er.
Für mich ist das Album ein Meilenstein, weil es Prince am Zenit seiner Schaffenskraft zeigt!
Quelle: Patrick Obrusnik, Prince-Fan und Meilensteine-Gast über "Around The World In A Day"
"Open your heart, open your mind", sind die ersten Zeilen des Albumopeners und Titeltracks der Platte. Zu den für Prince ungewohnten Klängen liefert er damit vielleicht auch direkt die Botschaft mit, dass man dieses Album mit offenen, unvoreingenommenen Ohren hören soll.
Meilensteine-Gast Patrick Obrusnik war in der Heimat von Prince: Paisley Park
Der Ort, den man mit Prince am ehesten verbindet, ist der Paisley Park. Der Studiokomplex und das Anwesen von Musiklegende Prince. Meilensteine-Gast Patrick Obrusnik erzählt im Podcast, dass er selber schon sechs Mal dort war – nach dem Tod von Prince. Für den Journalisten und ausgemachten Prince-Fan ist es ein ganz besonderer Ort, erklärt er uns im Podcast zum Album "Around The World In A Day"
Man spürt den Geist des großen Meisters in Paisley Park überall! Paisley Park ist Prince!
Quelle: Patrick Obrusnik, Journalist und Prince-Fan im Meilensteine Podcast
"Around The World in A Day" von Prince war selbst eine Reise
Im Album "Around The World In A Day" von Prince geht es nicht nur im Titel selbst um eine Reise, sondern auch bei der Produktion ist Prince ganz gut herumgekommen. Das Album wurde nämlich nicht nur in einem Tonstudio eingespielt, sondern gleich in mehreren. Aber wenn es nur nach der Zahl der Orte bzw. der Tonstudios gehen würde, müsste der Albumtitel heißen "Around The USA In A Day".
Das Vermächtnis von "Around The World In A Day" von Prince
Meilensteine-Gast Patrick Obrusnik sagt, für ihn war das Album "Around The World In A Day" von Prince damals eine "Offenbarung", weil das Album zeigt, was der Ausnahmekünstler Prince auch über "Purple Rain" hinaus noch so alles drauf hat.
Shownotes
Alles zum Album "Around The World In A Day" auf Ultimate PrinceDas Musikmagazin "Pitchfork" über "Around The World In A Day"The Revolution spricht über "Around The World In A Day"Hier wird das Artwork zu "Around The World In A Day" erklärtPrince Live in Nizza (1985)Feature der ARD-Audiothek von Patrick Obrusnik über seine Reise nach Minneapolis zu "Seinem Prince" – und zu sich selbstSWR1 Meilensteine Podcast zum Album "Purple Rain"ARD-Podcast-Tipp "Mein Mensch"
Über diese Songs vom Album "Around The World In A Day" wird im Podcast gesprochen
(13:49) – "Around The World In A Day"(24:13) – "Paisley Park"(35:52) – "Raspberry Beret"(43:32) – "America"(48:14) – "Pop Life"(59:07) – "Temptation"


