Meilensteine - Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz
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Oct 6, 2025 • 1h 2min

Otis Redding – "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul"

"Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" entstand an einem Tag "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" erschien am 15. September 1965 und verkaufte sich mehr als 250.000 Mal. Entstanden ist das Album in den legendären Stax-Studios in Memphis – und das in gerade einmal 24 Stunden. Das Indie-Label Stax Records war neben Motown Records eines der wichtigsten Labels für Soulmusik und prägte den typischen "Memphis-Soul". Die Stax-Hausband Booker T. & The MG's war auch maßgeblich an der Produktion von "Otis Blue" beteiligt. Das Album und die Bürgerrechtsbewegung In einigen Songs des Albums zeigt sich ein deutlicher Bezug zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Mitte der 1960er Jahre. Ein Beispiel dafür ist der Song "Ole Man Trouble", in dem Otis Redding musikalische Brücken schlägt. Er verknüpft Elemente des als "weiß" wahrgenommenen Country mit den afroamerikanischen Traditionen der Soul- und Bluesmusik. Gerade in den Jahren des Höhepunkts der Bürgerrechtsbewegung war diese musikalische Verbindung mehr als ein Stilmittel. Sie wurde zur künstlerischen Aussage gegen Trennung und Ausgrenzung. "Change Gonna Come" wird zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung Ein weiterer Song, der in diesem Zusammenhang genannt werden muss, ist "Change Gonna Come". Dabei handelt es sich um eine Coverversion des Songs "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke. Cooke, ein wichtiges Vorbild für Redding, hatte den Song nach einer eigenen rassistischen Erfahrung geschrieben. Zusätzlich zum Schreiben inspiriert wurde er, als er Bob Dylans "Blowin' In The Wind" hörte – ein Moment, der ihn dazu brachte, selbst ein Lied über die Ungerechtigkeiten gegenüber Afroamerikanern zu verfassen, diesmal aber aus der Sicht eines schwarzen Musikers. Während Dylan der Dichter ist, (...) der, der was vorträgt, ist Otis oder auch Sam Cook (...) der Prediger. Das ist der, der es lebt. Quelle: Meilensteine-Redakteurin Katharina Heinius Nach Cookes frühem Tod im Jahr 1964 führte Otis Redding dieses Erbe weiter. Er kürzte den Titel zu "Change Gonna Come" und machte den Song endgültig zu einer Hymne der Bürgerrechtsbewegung, die heute sozusagen als amerikanisches Kulturerbe gilt. Die Stimme von Otis Redding war voller Emotionen Otis Redding hatte die ganz besondere Gabe, mit seiner Stimme pure Emotion zu transportieren und sein Publikum vom ersten Ton an in den Bann zu ziehen. Genau das ist es, was Soulmusik so besonders macht. Anders als im Blues, der oft von Schmerz und Leid geprägt ist, schwingt im Soul stets eine Spur Hoffnung mit. Unser Meilensteine-Gast Rolf Stahlhofen, selbst Sänger und früheres Mitglied der Söhne Mannheims, weiß, wie dieser Effekt entsteht: Man darf nicht nachdenken, sondern muss ganz im Moment sein. Und man muss das fühlen, was man singen möchte. Das ist, wenn du das Gehirn ausschaltest. Wenn du nicht denkst, sondern nur bist. Quelle: Musiker Rolf Stahlhofen über die Gesangskunst von Otis Redding Auch Weggefährten beschrieben Redding immer wieder als einen herzensguten, positiven und mitreißenden Menschen, der seine Leidenschaft für die Musik in jeder Note spürbar machte. Otis Redding, Aretha Franklin und die Rolling Stones Die Songs "Respect" und "Satisfaction" kennen wir nicht nur von Otis Redding, sondern auch von anderen berühmten Musikerinnen und Musikern. Aretha Franklin machte 1967 aus Reddings "Respect" eine Hymne für Emanzipation und Bürgerrechte, während Otis Redding selbst den bekannten Song "(I Can't Get No) Satisfaction" von den Rolling Stones in eine mitreißende Soul- und R&B-Version verwandelte. Mehr darüber erfahrt ihr in dieser Episode der Meilensteine. Shownotes Offizielle Homepage unseres Gastes Rolf StahlhofenArtikel über den Tod von Sam Cooke aus dem "People" Magazine zum Filmstart von "One Night in Miami"Buchtipp: "Sweet Soul Music"Webseite von Stax mit Infos und VideosBuchtipp: "All that Jazz"ARD Audiothek-Tipp: "Alles in Butter" von WDR 5 Über diese Songs vom Album "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" sprechen wir im Podcast (16:12) – "Ole Man Trouble"(23:42) – "Respect"(32:23) – "Change Gonna Come"(49:15) – "I've Been Loving You Too Long"(54:58) – "Satisfaction" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (07:40) – "These Arms Of Mine" von Otis Redding(10:50) – "Green Onion" von Booker T. & The MG's(11:33) – "In The Midnight Hour" von Booker T. & The MG's(12:39) – "My Girl" von The Temptations(17:06) – "(Sittin' On) The Dock Of The Bay" von Otis Redding(19:33) – "King Of The Road" von Roger Miller(23:42) – "Respect" von Aretha Franklin(29:53) – "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke(39:09) – "Blowin' In The Wind" von Bob Dylan(43:43) – "Wenn Dir die Liebe fehlt" von Rolf Stahlhofen(48:33) – "Mr. Pitiful" von Otis Redding(53:48) – "I've Been Loving You Too Long" von den Rolling Stones(59:30) – "Thirty Days" von Chuck Berry
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Sep 29, 2025 • 1h 12min

Oasis – "(What's The Story) Morning Glory?"

2025 hatten die Fans von Oasis wieder allen Grund zur Freude: Nach jahrelangem Zwist zwischen den Brüdern Noel und Liam Gallagher haben die beiden Brüder sich wieder zusammengerauft und sind mit Oasis auf Welttournee gegangen. "(What's The Story) Morning Glory?" überholt das Debütalbum von Oasis "Definitely Maybe" "(What's The Story) Morning Glory?" ist das zweite Album von Oasis und gleichzeitig auch das kommerziell erfolgreichste der Band. Mehr als 20 Millionen Mal wurde die Platte verkauft und hat damit das (bereits sehr erfolgreiche) Debütalbum überholt. Das zweite Album ist für junge Künstler oft entscheidend, denn damit wird klar, ob eine Band nur eine "Eintagsfliege" war, oder Fans länger begeistern kann. Oasis konnten die Begeisterung noch steigern, was wohl auch daran liegt, dass mit "Wonderwall" und "Don't Look Back In Anger" zwei der erfolgreichsten Songs der Band auf dem Album vertreten sind. In den 90ern war "Wonderwall" omnipräsent! Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner "(What's The Story) Morning Glory?" hat Zeit gebraucht Dabei hat es in der Anfangszeit, nach Veröffentlichung der Platte, gar nicht danach ausgesehen, als ob das Album so ein großer Erfolg werden würde. Die Fachpresse hat zu Beginn nämlich wirklich viele schlechte Kritiken zum Album geschrieben. Die Musik wurde als "mühsam und träge" und Oasis als "limitierte Band" beschrieben. Diese Bedeutung von "(What's The Story) Morning Glory?" kam eigentlich mit der Zeit. Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner Die Aufnahmen zu "(What's The Story) Morning Glory?" von Oasis waren turbulent Mit musikalisch gut gepackten Taschen sind Oasis für die Aufnahmen in die Rockfield Studios nach Wales gefahren, wo auch schon andere Meilensteine wie "Bohemian Rhapsody" von Queen oder auch "Parachutes" von Coldplay aufgenommen worden sind. Liam Gallagher hat während der Zeit dort viele Freunde eingeladen, mit denen sich gemeinsam betrunken wurde und die Aufnahmesessions gestört haben – so sehr, dass es zu einer Prügelei zwischen den beiden Brüdern gekommen ist und Liam Gallagher zwischenzeitlich sogar zurück nach London gereist ist. Auf dem Album hören wir auch viel Beatles-Einflüsse Im Podcast wird auch darüber gesprochen, dass Oasis – und vor allem Noel Gallagher – sich an vielen Stellen von den Beatles inspirieren lassen hat. Ganz besonders deutlich wird das zum Beispiel im Song "Don't Look Back In Anger", sowohl musikalisch als auch textlich. Das Besondere an "(What's The Story) Morning Glory?" Für Meilensteine Gast Ronny Bittner ist das Besondere an "(What's The Story) Morning Glory?", dass es für ihn, wie eine Art musikalisches Lagerfeuer oder ein nach Hause kommen ist, das er im Podcast als "Happy Place" bezeichnet. "(What's The Story) Morning Glory?" ist mit seiner Vielschichtigkeit der perfekte Begleiter in vielen Situationen. Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner über die Songs des Albums Shownotes Meilensteine-Folge zu "Definitely Maybe" von OasisARD Podcast-Tipp: "Fuck You Very Very Much" über Oasis und BlurÜber das außergewöhnliche Cover zur Single "Some Might Say"Zur Coverfotografie von Michael Spencer JonesBuchtipp: "Gallagher – Fall und Aufstieg von Oasis"ARD Audiothek-Tipp: "Merch, Marketing und Musik – Das Geschäft mit den Fans" Über diese Songs vom Album "(What's The Story) Morning Glory" sprechen wir im Podcast (13:54) – "Roll With It"(22:50) – "Wonderwall"(37:03) – "Don't Look Back In Anger"(56:55) – "Some Might Say"(01:04:44) – "Champagne Supernova" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (16:40) – "Country House" von Blur(29:19) – "Wonderwall" von The Mike Flowers Pops(30:03) – "Wonderwall" von Ryan Adams(36:30) – "The Masterplan" von Oasis(38:38) – "Imagine" von John Lennon
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Sep 18, 2025 • 1h 16min

Ton Steine Scherben – "Wenn die Nacht am tiefsten ..." (mit Claudia Roth)

Für die Podcastfolge zu "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben hatten wir eine besondere Gästin im Hinterkopf, auf die man vielleicht nicht sofort kommt: Politikerin Claudia Roth. Freundin, Mitbewohnerin und Vertraute – Claudia Roth kennt Ton Steine Scherben gut Sie ist nicht nur ehemalige Vizepräsidentin und langjähriges Mitglied des Bundestages, sondern, vor seinem Tod, auch enge Freundin von Rio Reiser und der Band Ton Steine Scherben. Zeitweise hat sie sogar mit den Musikern zusammen gewohnt. Claudia Roth hat also einen ganz intimen und speziellen Blick auf die Geschichte von Ton Steine Scherben. Sie war auch schon früher Gast bei den Meilensteinen, bei der Folge zum internationalen Frauentag zum Beispiel, zusammen mit den Sängerinnen Stefanie Heinzmann und Lucie van Org. Die Zeit um "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben Im Podcast erklärt Claudia Roth, dass die Zeit damals, Anfang der 1970er-Jahre, eine "extrem politische Zeit" in Deutschland gewesen ist. Der RAF-Terrorismus war mehr als spürbar und auch die 68er-Generation und die Studentenbewegungen haben viele Menschen bewegt und auch beeinflusst. Es war immer ein Ansatz von Rio und [...] von allen, die gesagt haben: Wir müssen mit Emotionen die Menschen erreichen! Quelle: Claudia Roth über die Herangehensweise von Ton Steine Scherben SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig erzählt im Podcast von vielen Momenten (auch bei Konzerten) durch die Ton Steine Scherben zu Helden der Linken Szene geworden sind, was für die Band auch "immer mehr zur Belastung" geworden ist. Ton Steine Scherben waren "Eigentum der linken Bewegung" Man hat sie immer mehr versucht wie das Eigentum der linken Bewegung zu behandeln. Es ist fast schon erwartet worden, dass man nach einem Konzert ein Haus besetzt! [...] Das hat die Band einfach verrückt gemacht. Quelle: Claudia Roth über die gesellschaftliche Wahrnehmung der Band Ton Steine Scherben, die eigentlich aus Berlin kommen, ziehen aufs Land nach Fresenhagen, erzählt Claudia Roth. Aber "es ist ein Rückzug nach vorne", so beschreibt sie es weiter. Die Band wollte nicht die Augen verschließen vor dem, was passiert, sondern Kraft schöpfen für die Zukunft. Sie fliehen vor der dogmatischen Linksszene. Quelle: Stephan Fahrig über den Umzug der Band nach Fresenhagen Was bedeutet "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben für Claudia Roth In einer sehr politischen, rauen Zeit in Deutschland Mitte der 1970er ist "Wenn die Nacht am tiefsten ..." eine Art Lichtblick. Es soll motivieren mit Songs wie "Steig ein". Das ist vermutlich das, was Claudia Roth mit "Rückzug nach vorne" gemeint hat. SWR1 Moderator Frank König beschreibt das Album als eine Art Silberstreif am Horizont. Es ist ein Meilenstein, weil es die Stimme einer Generation ist, weil es der Sound einer Generation ist. Quelle: Claudia Roth über das Besondere an "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben Das ganze Album "Wenn die Nacht am tiefsten ..." steht im Zeichen des Aufbruchs und im Zeichen der Hoffnung. Das hören wir an ganz vielen Texten des Albums, an denen Rio Reiser lange gearbeitet hat, wie Claudia Roth aus erster Hand berichten kann. Und für sie haben die Songs eine "so große Kraft, dass sie auch 50 Jahre später noch stimmen." Shownotes Website von "Wenn die Nacht am tiefsten ..."Das Rio Reiser ArchivBuchtipp: "Rio Reiser – König von Deutschland"Buchtipp: "Das schillernde Leben des Nikel Pallat – von Ton Steine Scherben bis Adele"ARD-Podcast-Tipp: "Musik ist eine Waffe – Die Geschichte von Ton Steine Scherben" Über diese Songs vom Album "Wenn die Nacht am tiefsten ..." sprechen wir im Podcast (25:33) – "Wenn die Nacht am tiefsten ..."(43:00) – "Samstag Nachmittag"(49:13) – "Halt dich an deiner Liebe fest"(58:17) – "Wir sind im Licht"(01:04:39) – "Steig ein" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:15) – "Junimond" von Rio Reiser
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Sep 15, 2025 • 1h 8min

Kate Bush – "Hounds Of Love"

Die Folge der Meilensteine über "Hounds Of Love" von Kate Bush war längst überfällig. Das Album ist ein zeitloses Meisterwerk und machte die Ausnahmekünstlerin Kate Bush zu einer feministischen Ikone, die viele Musikerinnen und Musiker nach ihr inspiriert hat. Die Struktur von "Hounds Of Love" "Hounds Of Love" wurde für Langspielplatte konzipiert und behandelt komplexe und existenzielle Themen. Es geht um die Liebe, den Tod, um Glaube, menschlichen Wille und um die Kraft der Natur. Um es uns Hörern zu erleichtern, hat sie das Album geschickt in eine A- und eine B-Seite aufgeteilt. Auf der A-Seite befinden sich alle Hits, wie "Running Up That Hill", "Hounds Of Love" oder "The Big Sky". Die B-Seite enthält hingegen eine kleine Mini-Oper mit dem Konzeptstück "The Ninth Wave". Viele ihrer Songtexte sind inspiriert von Filmen, die sie gesehen, oder Büchern, die sie gelesen hat. Kate Bush besitzt die besondere Gabe, diese Geschichten in ihren Songs weiterzuerzählen und sie musikalisch lebendig werden zu lassen. Ich glaube, dass sie auch die Aufschrift auf einem Kühlschrankmagneten zu einem tollen Text formulieren könnte. Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig Mit 13 Jahren nahm Kate Bush erste Demos auf Kate Bush wuchs zusammen mit ihren Eltern und ihren beiden älteren Brüdern Paddy und John Carder auf einem Bauernhof in der Nähe von London auf. Ihre ganze Familie war immer schon künstlerisch veranlagt. Ihre beiden Brüder unterstützten sie auch bei der Produktion zu "Hounds Of Love". Mit nur 13 Jahren nahm Kate bereits ihre ersten Demos auf. Eins dieser Demos gelangte 1974 über einen Freund ihres Bruders zu Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour, der gerade auf der Suche nach Nachwuchstalenten war. Er entdeckte Kate Bush, nahm Songs mit ihr auf und organisierte ihr einen Plattenvertrag. Da Bush jedoch noch sehr jung war, betrachtete das Label sie als langfristiges Projekt und unterstützte sie gezielt mit Gesangs- und Tanzunterricht. "Running Up That Hill" von "Hounds Of Love" war 2022 erneut in den Charts Der erste Song auf "Hounds Of Love" ist "Running Up That Hill". Er handelt von der Kraft der Liebe und den Schwierigkeiten, die entstehen, wenn Männer und Frauen einander nicht verstehen. Bush vollzieht dafür einen Perspektivwechsel – ihr "Deal With God" beschreibt die Idee, einmal die Rollen zu tauschen, um die Perspektive des anderen einnehmen zu können. Im Jahr 2022 erlebte "Running Up That Hill" ein überraschendes Comeback. Es kam in der vierten Staffel der Netflix-Serie "Stranger Things" vor und eroberte dadurch ein neues, junges Publikum. Kate Bush erreichte dadurch in mehreren Ländern erneut die Spitze der Charts. Die fabelhafte Klangwelt der Kate Bush Nicht nur ihre Songs sind außergewöhnlich, auch ihre Stimme ist extrem einzigartig. Sie besitzt einen enormen Umfang, der von tiefen, warmen Tönen bis zu schwindelerregenden Höhen reicht. Mit ihr kann sie wunderschön flüstern, schreien oder spielerisch experimentieren. Vor allem aber erzählt sie mit jedem Ton Geschichten und zieht die Zuhörerinnen und Zuhörer so in ihre Klangwelten hinein. Der Gesang von Kate Bush ist sowieso einzigartig. Die Produktion ist völlig irre zu der Zeit [...] und die emotionale Tiefe hat mich immer umgehauen. Quelle: Meilensteine-Redakteur Dave Jörg Für die zusätzliche Magie auf diesem Album nutzte sie den digitalen Synthesizer "Fairlight CMI". Mit ihm konnte sie Instrumente, Stimmen und Geräusche aufnehmen, modulieren und in verschiedenen Tonhöhen abspielen. Besonders zu hören ist das bei "Running Up That Hill", wo die markanten Anfangstöne von einem Cello stammen, das mit dem Synthesizer verändert wurde. Auch die B-Seite von "Hounds Of Love" hat es in sich Die B-Seite des Albums bildet mit "The Ninth Wave" eine kleine Mini-Oper aus sieben Songs, die gemeinsam eine mythische Geschichte erzählen. In einem dieser Stücke taucht am Ende sogar ein deutscher Satz auf. Welcher das ist, was es damit auf sich hat und vieles mehr über dieses – in jeder Hinsicht – außergewöhnliche Album erfahrt ihr in dieser Episode der Meilensteine. Shownotes Musikvideo zu "Running Up That Hill"Musikvideo zu "Hounds of Love"Kate Bush Youtube-KanalARD Podcast Tipp: "Grimms Märchen & Verbrechen Über diese Songs vom Album "Hounds Of Love" wird im Podcast gesprochen (16:17) – "Running Up That Hill"(29:10) – "Hands Of Love"(39:22) – "The Big Sky"(47:53) – "Cloudbusting"(53:20) – "The Ninth Wave"(01:01:26) – "Hello Earth" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (22:25) – "Babooshka" von Kate Bush
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Sep 8, 2025 • 1h 18min

Pink Floyd – "Wish You Were Here"

Thematisch geht es um Verlust, Entfremdung, Wiederannäherung und um die Kritik am seelenlosen Musikbusiness. Obwohl die Urteile zum Album erstmal nicht so positiv waren, führte es nach seiner Veröffentlichung europaweit die Charts an und wurde in den USA und Großbritannien mit Gold ausgezeichnet. "Wish You Were Here" ist der Nachfolger des Erfolgsalbums "The Dark Side Of The Moon". Kein Wunder, dass sie während der Aufnahmen in den berühmten Abbey Road Studios unter sehr großem Druck standen. Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig erklärt dazu, dass Pink Floyd zu Beginn erst mal gar nichts hinbekommen haben. Sie waren noch ziemlich müde, uninspiriert und haben sich oft gestritten. Sänger Roger Waters hatte schließlich die Idee, ein weiteres Konzeptalbum zu erschaffen. Einige Songs wurden dem ehemaligen Mitbegründer Syd Barrett gewidmet, der Pink Floyd 1968 wegen psychischer Probleme verlassen musste. Syd Barrett tauchte plötzlich im Studio auf Apropos Syd Barrett: Der erste und letzte Song des Albums, "Shine On You Crazy Diamond", ist eine Hommage an den 2006 verstorbenen Sänger und Gitarristen. Während der Aufnahme spielte sich eine ziemlich tragische Begebenheit ab. Barrett erschien eines Tages im Studio, doch die Band erkannte ihn zunächst nicht. Er hatte sich den Kopf und die Augenbrauen abrasiert und wirkte völlig verändert. Der Moment war zutiefst emotional; Roger Waters und David Gilmour brachen sogar in Tränen aus. Zu dieser Zeit kämpfte Barrett bereits stark mit seinen psychischen Problemen, die durch seinen LSD-Konsum noch verschärft wurden. "Shine On You Crazy Diamond": Pink Floyds neunteilige Klangreise Der Song "Shine On You Crazy Diamond" ist ein einzigartiges Meisterwerk und besteht insgesamt aus neun Parts. Als eröffnender und abschließender Track hält er das Album wie ein Rahmen zusammen. Wer sich auf das Stück einlässt, erlebt eine musikalische Reise: Erst nach acht Minuten und 41 Sekunden setzt der Gesang ein. Bis dahin schwebt man durch verschiedenste Soundlandschaften. Pink Floyd ist Kino für die Ohren. Quelle: Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project" Die sphärischen Klänge ganz am Anfang wurden übrigens mit einem ganz normalen Wasserglas erzeugt. Dieses eine Glas wurde auf mehreren Bändern aufgenommen und dann in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt, um die verschiedenen Tonhöhen zu erzeugen. David Gilmours Gitarrenspiel sorgt für Gänsehaut Natürlich muss man sich bei "Shine On You Crazy Diamond" auch das ikonische Gitarrenspiel von Pink Floyd-Gitarrist David Gilmour anschauen. Meilensteine Podcast-Gast Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project", verrät, dass er das ikonische Solo am Anfang und die markanten vier Töne im zweiten Part regelmäßig spielt. Dadurch weiß er genau, wie anspruchsvoll es ist, den Sound authentisch zu treffen. Eine exakte Kopie ist demnach kaum möglich. Auch David Gilmour spielte es bei jedem Auftritt etwas anders. Stattdessen muss man den Spielraum nutzen und eine eigene Version entwickeln. Gilmour schenkt jedem Ton Raum und "lebt" sie förmlich aus. Das macht es für Musiker so anspruchsvoll, doch für das Publikum umso bewegender: ein Spiel, das live auf der Bühne für Gänsehaut sorgt. Man sagt ja von Eric Clapton, er wäre "Mr. Slowhand" und für mich ist David Gilmour "Mr. Super Slowhand". Quelle: Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project" Der legendäre Radio-Effekt am Anfang von "Wish You Were Here" Der Song "Wish You Were Here" ist einer der bekanntesten von Pink Floyd. Besonders spannend ist der Übergang ausgehend von "Have A Cigar". Plötzlich hört man ein merkwürdiges Geräusch, dann Radiostimmen, ein Stück von Tschaikowski und schließlich das ikonische Gitarrenintro, zunächst auch im Radio-Sound. Damals konnte man leider noch keine "Radio-Filter" über Aufnahmen legen, also mussten Pink Floyd improvisieren. Sie brachten ein Kabel aus den Abbey Road Studios nach draußen auf den Parkplatz zu David Gilmours Auto und schlossen es an sein Radio an. So konnten sie den Sound vom Mischpult ins Radio übertragen. Schließlich mussten sie nur noch das Autoradio aufnehmen. "Wish You Were Here" ist zeitlos "Wish You Were Here" hat Pink Floyd auf eine ganz neue Entwicklungsebene gebracht. Die Band entfernte sich ein Stück weit von den Synthesizerflächen und näherte sich dem rockigeren Sound an, den wir später auf "The Wall" hören sollten. Gleichzeitig besitzt das Album eine zeitlose Klangästhetik, was es bis heute so faszinierend und beliebt macht. Das klingt doch nicht, als wäre das 50 Jahre alt. Quelle: Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project" Shownotes Behind The Scenes: David Gilmours singende Gläser"The Pink Floyd Project": Shine on You Crazy Diamond im Ducsaal"Wish You Were Here" Main Themes beim "Lights On! 3.0" St. Wendel 25The Elevator Sessions: "Another Brick In The Wall" - Pink Floyd - Cover live by "The Pink Floyd Project"Nachruf auf Ronnie Rondell Jr. im Rolling StoneBuchtipp: Pink Floyd BiografieDie Geschichte von Syd Barrett & Pink Floyd bei ArtePodcast-Tipp: Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche Über diese Songs vom Album "Wish You Were Here" wird im Podcast gesprochen (19:30) – "Shine On You Crazy Diamond"(46:50) – "Welcome To The Machine"(53:00) – "Have A Cigar"(01:04:33) – "Wish You Were Here" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (01:09:05) – Die 4. Sinfonie von Tschaikowski
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Aug 25, 2025 • 1h 2min

Bruce Springsteen – "Born To Run"

"Born To Run" war für den US-amerikanischen Sänger aber nicht nur der internationale Durchbruch, sondern diese Platte hat die Karriere von Bruce Springsteen sogar gerettet. Seine ersten beiden Alben sind bei der Fachpresse zwar gut angekommen, aber die Verkaufszahlen waren zu schlecht. "Born To Run" war die letzte Chance für Bruce Springsteen Die letzte Chance, die er von seiner Plattenfirma CBS-Records noch bekommen hat, war das dritte Album "Born To Run" und glücklicherweise konnte Bruce Springsteen damit das Steuer nochmal herumreißen. Als Gast in dieser Folge der Meilensteine ist BAP-Sänger Wolfgang Niedecken mit dabei. Er hat uns im Meilensteine Studio besucht, um mit uns über "Born To Run" von Bruce Springsteen zu sprechen. Die Kassette ["Born To Run"] lief an einem Stück – ununterbrochen! [...] Diese Dinge kenn' ich auswendig! Quelle: Wolfgang Niedecken über "Born To Run" von Bruce Springsteen Wolfgang Niedecken ist Fan und Freund von Bruce Springsteen Er ist nämlich selber nicht nur Fan von Springsteen, sondern auch ein guter Freund des Megastars. Kennengelernt haben sich Bruce Springsteen und Wolfgang Niedecken bei einem Interviewtermin in New York, bei dem Niedecken Bruce Springsteen eigentlich nur interviewen sollte. Sie haben sich dann aber so gut verstanden, dass sie sich angefreundet haben. Die beiden standen sogar schon gemeinsam auf der Bühne und haben den Song "Hungry Heart" zusammen gespielt. Und als Freund von Bruce Springsteen kann Wolfgang Niedecken uns im Podcast natürlich noch einen ganz anderen Einblick in das Leben und Wirken des "Boss" geben. Bob Dylan und Phil Spector waren Springsteens Vorbild für "Born To Run" Für Bruce Springsteen stand mit "Born To Run" viel auf dem Spiel. Deshalb hat er sich auch von den ganz großen Künstlern inspirieren lassen. Bei den Texten war eines der Vorbilder auch Folklegende Bob Dylan und beim Sound hat sich Springsteen an der legendären "Wall of Sound" von Phil Spector orientiert. Die hört man vor allem beim größten Hit des Albums – dem Titeltrack "Born To Run". Wolfgang Niedeckens persönlicher Wunsch Im Vorfeld einer Meilensteine Aufzeichnung sprechen wir auch immer darüber, über welche Songs wir denn im Podcast explizit sprechen möchten. Der explizite Wunsch von Wolfgang Niedecken war "Meeting Across The River". Über den Song wollte der BAP-Frontmann unbedingt reden. Der Song ist wie ein Film von Martin Scorsese! [...] Für mich ist das ein Juwel! Quelle: Wolfgang Niedecken über "Meeting Across The River" von Bruce Springsteen Das Vermächtnis von Bruce Springsteen und "Born To Run" Für Wolfgang Niedecken ist "Born To Run" so etwas wie die Essenz dessen, was man als Rock 'n' Roll bezeichnen kann. Im Meilensteine Podcast umschreibt er das mit seinen eigenen Worten und endet dabei aber ganz typisch mit dem klassischen kölschen Ausspruch "...weisse Bescheid!" Shownotes Bruce Springsteen und Wolfgang Niedecken performen "Hungry Heart"Buchtipp: "Über Bruce Springsteen" von David RemnickBuchtipp: "Bruce Springsteen: All the Songs" von Philippe Margotin und Jean-Michel GuesdonSWR1 Interview mit Wolfgang Niedecken über seine Freundschaft zu Bruce SpringsteenPodcast SWF3 – Das PhänomenARD Podcast-Tipp: "50 States – Der Amerika Podcast mit Dirk Rohrbach" Über diese Songs vom Album "Born To Run" wird im Podcast gesprochen (20:08) – "Thunder Road"(32:00) – "Born To Run"(45:05) – "Meeting Across The River"(50:54) – "Jungleland" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (23:38) – "Walking In The Street" von Bruce Springsteen(33:22) – "Be My Baby" von The Ronettes(44:30) – "Born To Add" von Bruce Stringbean (Sesamestreet)(49:15) – "Diss Naach ess alles drin" von BAP
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Jul 14, 2025 • 1h 16min

AC/DC – "Back In Black"

Mit dem Album "Back In Black" und dem neuen Sänger Brian Johnson trauern AC/DC um ihren verstorbenen Frontmann Bon Scott, feiern mit den Songs des Albums aber auch das Leben und den Rock'n'Roll-Lifestyle. Es ist ein tolles Tribute-Album für Bon Scott und es ist die perfekte Einführung für den neuen Sänger Brian Johnson! Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über "Back in Black" So wurde Brian Johnson zum neuen AC/DC-Sänger Nach dem tragischen Tod von Sänger Bon Scott, der am 19. Februar 1980 nach einer durchzechten Nacht leblos im Wagen seines Freundes gefunden wurde, stand die Band erstmal unter Schock. Der Vater von Bon Scott hat AC/DC aber darum gebeten, weiterzumachen, erzählt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast. Es musste also ein neuer Sänger her. Wie genau Brian Johnson schlussendlich zum neuen AC/DC-Sänger geworden ist, da gibt es unterschiedliche Geschichten. Vor seiner Zeit bei AC/DC hatte Brian Johnson in Newcastle eine Band namens Geordie, die auch schon einen Top-10-Hit hatte, und Bon Scott soll Brian Johnson da selbst mal gesehen haben und recht angetan von dem Sänger gewesen sein. Eine andere Geschichte, wie die Band auf Brian Johnson aufmerksam geworden ist, ist, dass ein junger AC/DC-Fan dem Produzenten der Band, Robert "Mutt" Lange, der auch schon für den klaren, aber rauen Sound beim AC/DC Kultalbum "Highway To Hell" an den Reglern gesessen hat, ein Tape von Brian Johnson zugesteckt hat, woraufhin er zum Vorsingen bei der Band eingeladen worden ist. "Back In Black" von AC/DC ist ein absoluter Topseller Und obwohl AC/DC vor diesem Album gerade erst ihren charismatischen Frontmann verloren hatten, mit dem die australischen Hardrocker damals den Durchbruch geschafft hatten, ist es "Back in Black", das zum (kommerziell) erfolgreichsten Album der Band wurde. Aber nicht nur das – "Back In Black" ist nach Michael Jacksons "Thriller" auch das zweitmeistverkaufte Album aller Zeiten. Über 50 Millionen Einheiten sollen von dem Album über den Ladentisch gegangen sein. Das Album ist ein Wendepunkt für die Band, ein neuer Startpunkt. AC/DC werden – vielleicht auch durch den Tod von Bon Scott – ein Stück erwachsen. Aus den rotzigen Rock'n'Rollern [...] werden gestandene Rocker. Quelle: Stefan Fahrig, Musikredakteur über AC/DC und "Back In Black" Die Inspiration für den Opener auf "Back in Black" Aufgenommen wurde "Back in Black" auf den Bahamas in Nassau. Ein beliebter Ort für viele Musiker wie zum Beispiel auch die Beach Boys, Sting und The Police oder Dire Straits. Aber die Bahamas waren nicht einfach nur der Aufnahmeort für die Band. Der neue Sänger Brian Johnson hat sich von dem Wetter dort sogar für Teile des Songtextes zu Hells Bells inspirieren lassen. Als die Band zu den Aufnahmen vor Ort war, tobte dort ein Tropensturm, und so hat sich Sänger Brian Johnson zu den passenden Textzeilen für "Hells Bells" hinreißen lassen: I'm rolling thunder, pouring rain – I'm coming on like a hurricane. My lightning's flashing across the sky. You're only young, but you're gonna die! Quelle: Die ersten Textzeilen aus "Hells Bells" Die Gitarrenarbeit von AC/DC auf "Back In Black" Ganz besonders ist bei "Back In Black" natürlich auch die Gitarrenarbeit und der Gitarrensound der beiden Brüder Angus und Malcolm Young. Und was für viele Laien oft ganz einfach wirkt, ist es natürlich nicht. Es geht dabei um ganz viele Feinheiten. Von der Auswahl der unterschiedlichen Gitarren über Verstärker bis hin zur Wahl der Gitarrensaiten von Angus und Malcolm. Alles ist haargenau auf die jeweilige Rolle der beiden Brüder innerhalb der Band abgestimmt. Malcolm macht den Druck und die Power hinten und das bissige und verzerrte, darum kümmert sich Angus. Und diese unterschiedlichen Rollen sind auch im Mix auf dem Album genau aufgeteilt. Und auch beim Songwriting sind die Elemente und auch die Anschlagtechniken von Malcolm und Angus sehr fein aufeinander abgestimmt, erklärt Musikredakteur und Gitarrenexperte Stephan Fahrig im Podcast. Das Erbe von AC/DC und "Back In Black" Das kommerziell erfolgreichste Hardrockalbum aller Zeiten hat natürlich auch Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen – und zwar sehr tiefe, wie Musikredakteurin Katharina Heinius im Podcast erzählt: Sie (AC/DC) sind das Vorbild vieler, vieler Hardrockbands geworden – auch mit diesem Album. Sie haben auch einen Sound geprägt und sie haben den Sound auch durchgezogen. Wenn jemand fragt: Was ist [...] Hardrock? 100% "Back In Black"! Quelle: Katharina Heinius, Musikredakteurin, über den Einfluss von "Back In Black" Shownotes In diesem Studio wurde nicht nur Brian Johnson zum neuen AC/DC-Sänger, sondern auch "Back In Black" aufgenommenVon hier kommt die legendäre Glocke aus Hells BellsDer Gitarrensound von Malcolm YoungSo findest du den Gitarrensound von Angus YoungDie Geschichte von "Back in Black" beim Revolver MagazinMeilensteine-Folge zum AC/DC-Album "Highway To Hell"ARD-Podcast-Tipp: "Gabalier – Hinter der Lederhose" Über diese Songs vom Album "Back In Black" sprechen wir im Podcast (23:13) – "Hells Bells"(37:05) – "Shoot To Thrill"(48:45) – "Back In Black"(01:03:12) – "You Shook Me All Night Long"(01:10:44) – "Rock and Roll Ain't Noise Pollution" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (04:01) – "Ein frauenfeindliches AC/DC Stück" von den Rodgau Monotones(06:35) – "Friday On My Mind" von The Easybeats(14:41) – "All Because Of You" von Geordie
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Jul 14, 2025 • 29min

Johnny Cash – "American III: Solitary Man"

Mitte der 90er-Jahre hat Johnny Cash, gemeinsam mit Starproduzent Rick Rubin, angefangen, große Songs der Pop- und Rockgeschichte zu covern, oder viel mehr seine ganz eigenen Versionen davon zu erschaffen. Der Titel dieses Projekts: "American Recordings". Die dritte Platte der Reihe heißt "Solitary Man" und ist im Jahr 2000 rausgekommen. Insgesamt sechs Alben umfasst die Reihe, von welcher der erste Teil bereits 1994 veröffentlicht worden ist. Der sechste und letzte Teil "Ain't No Grave" ist dann 2010 veröffentlicht worden, knapp sieben Jahre nach dem Tod von Johnny Cash. Bei "Solitary Man" hören wir einen stark gealterten Johnny Cash Auf dem dritten Album der Reihe "American Recordings" hören wir ganz viel "Johnny Cash pur", so beschreibt es Meilensteine Host Frank König im Podcast. Das bedeutet, es gibt einige Songs, wo wir nur die Gitarre hören und einen von der Krankheit schwer gezeichneten Johnny Cash. Noch eindringlicher wird "Solitary Man" dadurch, dass man den körperlichen Verfall des schwer kranken Johnny Cash beinahe in jeder Gesangszeile raushören kann. Quelle: Frank König, Meilensteine Host über Johnny Cash und "Solitary Man" Neben der ausdrucksstarken Stimme gibt es auf "Solitary Man" wieder einen musikalischen Mix aus Coversongs, Traditionals und eigenen Songs von Johnny Cash. Aber auch wenn die Songs vorher von Künstlern wie U2, Tom Petty & The Heartbreakers, Nick Cave oder Neil Diamond gewesen sind – auf diesem Album wird jeder Song dann doch irgendwie zu einem sehr persönlichen Song von Johnny Cash. Der Song ("One") wirkt so ein bisschen wie aus Cashs Leben geschnitten. Quelle: Jonas Gutsche, ehemaliger SWR1 Musikredakteur über den Song "One" Wir hören auf "Solitary Man" von Johnny Cash ein gewohntes Team und Umgebung Für "Solitary Man" vertraute Johnny Cash wieder auf eine gewohnte Umgebung und auch auf bekannte Personen. Zum einen bei seinen Mitmusikern wie Tom Petty und seinen Heartbreakers und auch beim Produzenten Rick Rubin, der unterstützt worden ist von dem Sohn von Johnny Cash. Auch das Studio, in dem "Solitary Man" aufgenommen worden ist, war bereits bekannt. Es war nämlich sein eigenes Tonstudio, die "Cash Cabin Studios", die gleich auf der anderen Straßenseite von Cashs damaligem Wohnhaus in Tennessee liegen und auch heute noch von seinem Sohn betrieben werden. Das Vermächtnis der "American Recordings" und von Johnny Cashs "Solitary Man" Die "American Recordings" Reihe, zu der auch "Solitary Man" gehört, hat für Musikredakteur Benjamin Brendebach einiges für das Ansehen der Countrymusik getan – vor allem bei uns in Deutschland. Johnny Cash hat dem Country mit diesen Alben hier (in Deutschland) einen sehr großen Dienst erwiesen. Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über die "American Recordings" Shownotes Der offizielle Youtube Kanal von Johnny CashDokumentation über das Leben von Johnny CashDie Cash Cabin Studios Über diese Songs vom Album "American III: Solitary Man" sprechen wir im Podcast (02:54) – "I Won't Back Down"(08:54) – "Solitary Man"(12:50) – "One"(17:09) – "The Mercy Seat"(23:37) – "Country Trash"(28:16) – "Wayfaring Stranger" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:23) – "I Won't Back Down" von Tom Petty(11:34 ) – "Solitary Man" von Neil Diamond(19:52) – "The Mercy Seat" von Nick Cave & The Bad Seeds
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Jul 4, 2025 • 1h 13min

The Beach Boys – "Pet Sounds"

"Pet Sounds" erschien am 16. Mai 1966 als elftes Studioalbum der Beach Boys. Die kalifornische Band bestand aus den Brüdern Brian, Dennis und Carl Wilson, ihrem Cousin Mike Love und dem Schulfreund Alan Jardine. Mit "Pet Sounds" entfernten sie sich von ihrem sommerlichen Surfsound und wandten sich vielschichtigen, komplexen Kompositionen mit lyrischer Tiefe zu. Während der Produktion des Albums war ein Großteil der Beach Boys eigentlich gar nicht dabei. Die Band tourte gerade durch Japan. Nur Brian Wilson, der kreative Kopf der Gruppe, blieb zurück in Kalifornien, um sein Ziel zu erreichen, das beste Rockalbum aller Zeiten zu komponieren. Dabei orientierte er sich am Album "Rubber Soul" von den Beatles, das ein Jahr zuvor erschienen war. Für die Songtexte engagierte Wilson den Werbetexter Tony Asher als Mitautoren. Als die Band schließlich aus Japan zurückkehrte, mussten sie nur noch die Songs einsingen – der Rest war bereits fertig. Die Beach Boys verabschieden sich vom Surfbrett Brian Wilson war ein großer Fan des amerikanischen Produzenten Phil Spector, der für die Komposition dichter und orchestraler Klangflächen bekannt wurde, der sogenannten "Wall Of Sound". Spector war unter anderem am Song "Be My Baby" aus dem Jahr 1963 von den Ronettes beteiligt. Wilson bezeichnete das Lied als das beste Popstück, das je geschrieben wurde. Tief beeindruckt von Spectors Arbeit, wollte Wilson ihn jedoch nicht einfach nachahmen. Sein Anspruch war, ihn zu übertreffen. Was Brian Wilson so an [Phil Spector] fasziniert hat, war, dass er sich nicht nur rein als Produzent verstanden hat, also als jemand, der Musiker aufnimmt. Sondern, dass er ein Künstler war. Quelle: Katharina Heinius, SWR Musikredakteurin über Brian Wilsons Faszination von Phil Spector Inhaltlich und musikalisch ging Brian Wilson einen großen Schritt weg vom erfolgreichen Beach Boy-Surfsound und von den Texten über Surfen, Sonne und Strand. Aus heutiger Sicht ist klar, dass er damals Pionierarbeit für die Musikwelt geleistet hat. Zur damaligen Zeit waren seine Songs mit komplexen Harmonie- und Tempowechseln etwas ganz Neues. Entsprechend groß war die Unsicherheit, wie das Publikum darauf reagieren würde. [Brian Wilson] hat alles auf den Kopf gestellt. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über "Pet Sounds" im Vergleich zu vorherigen Beach Boy-Alben Die Lieder auf "Pet Sounds" spiegeln die Gefühle und Gedanken des Musikers wider und sind tiefgründiger und melancholischer als die vorherigen Beach Boy-Songs. Bekannte Stücke wie "Wouldn't It Be Nice" und "God Only Knows" behandeln sehr schwere und große Themen. Doch Wilson gelang es, ihnen eine Leichtigkeit und Eingängigkeit zu verleihen. Was "Pet Sounds" mit (Tier-)Geräuschen zu tun hat Neben der neuartigen Kompositionsweise finden sich auf "Pet Sounds" viele interessante Instrumente, oder eher Alltagsgegenstände, die zu Instrumenten umfunktioniert wurden. Im gleichnamigen Titelsong "Pet Sounds" spielte der Schlagzeuger die Percussions am Anfang mit zwei leeren Cola-Dosen ein. In "You Still Belive In Me" kommt eine Fahrradhupe zum Einsatz. An anderen Stellen klingen Löffel als Rhythmusinstrumente mit und der letzte Song des Albums, "Caroline, No", endet mit Hundegebell und einem vorbeifahrenden Zug. Die Beach Boys brachen 1966 ein musikalisches Tabu "God Only Knows" sorgte zur Zeit seiner Veröffentlichung für Aufsehen. Ein Popsong mit dem Wort "Gott" im Titel galt in den 1960ern als Tabubruch. Dabei handelt es sich eigentlich um ein Liebeslied, auch wenn das aus dem Text nicht sofort hervorgeht. Mit einem Arrangement von 20 Studiomusikern und 14 unterschiedlichen Akkorden ist "God Only Knows" kein typischer Popsong. "God Only Knows" wurde übrigens nicht von Brian, sondern von Carl Wilson gesungen. Brian gab ihm die Anweisung, den Song ganz ruhig und ohne jede Anstrengung zu singen. So entstand die besondere Leichtigkeit, die dem Stück seinen besonderen Charakter verleiht. "Pet Sounds" ist ein einzigartiges Album, das die Musikwelt bis heute prägt. Bei seiner Veröffentlichung blieb der große Erfolg jedoch zunächst aus. Es schien, als hätte Brian Wilson sein Ziel, das größte Rockalbum aller Zeiten zu schreiben, verfehlt. Die Enttäuschung traf den Musiker damals tief. Das war sein Herzensprojekt. [...] Er war seiner Zeit damals weit voraus. Und weil der Erfolg, den er sich davon versprochen hatte [...] nicht so herauskam, ist er wirklich in ein Loch gefallen. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über Brian Wilsons Enttäuschung nach dem zunächst mäßigen Erfolg von "Pet Sounds" Shownotes Film "Die Beach Boys – Genie und Wahnsinn" bei ArtePet Sounds live: Brian Wilson Baloise Session 2016The Beach Boys – Pet Sounds - Classic AlbumsARD-Podcast-Tipp: Based on a true Story – Die Könige von Malle Über diese Songs vom Album "Pet Sounds" wird im Podcast gesprochen (22:43) – "Wouldn't It Be Nice"(36:25) – "Pet Sounds"(39:26) – "You Still Believe In Me"(40:07) – "Caroline, No"(45:53) – "Sloop John B"(51:37) – "God Only Knows"(01:02:31) – "I Just Wasn't Made For These Times" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:34) – "Here, There And Everywhere" von The Beatles(07:23) – "Tequila" von The Champs(10:12) – "Norwegian Woods" von The Beatles(10:39) – "In My Life" von The Beatles(15:44 & 30:09) – "Be My Baby" von The Ronettes(56:55) – "Stella By Starlight" von Ella Fitzgerald
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Jun 30, 2025 • 1h 3min

Coldplay – "Parachutes"

Das Coldplay-Konzept: Erst die Freundschaft, dann die Musik Die Geschichte von Coldplay und ihrem Debütalbum "Parachutes" beginnt 1996 am London University College. Dort lernen sich Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman kennen. Bevor sie anfingen gemeinsam Musik zu machen, wurden die vier Briten erstmal Freunde. Beim ersten Auftritt der Gruppe stand noch nicht Coldplay als Bandname auf dem Plakat an der Londoner Kneipe, sondern noch "Starfish". Einige der späteren großen Hits des Debütalbums "Parachutes" standen aber auch beim ersten Auftritt schon auf der Setliste, der spätere Albumopener zum Beispiel "Don't Panic". Damals klang der Song allerdings noch etwas anders und hieß auch einfach nur "Panic". Bevor Coldplay im Juli 2000 ihr Debütalbum veröffentlichten, hatte die Band bereits insgesamt drei EPs veröffentlicht und war auch schon beim englischen Kultfestival Glastonbury aufgetreten. Dort hatten sich schon vor dem ersten Album tausende von Fans versammelt. Mit "Parachutes" haben Coldplay die ersten Schritte als Profimusiker gemacht Gegründet haben sich Coldplay 1997 und bis heute spielt die Band immer noch in Originalbesetzung, auch nach knapp 28 Jahren. Von der kleinen Kneipe auf die größten Bühnen dieser Welt – Coldplay sind gemeinsam gewachsen. Wir kommen immer wieder zurück auf das Thema Freundschaft. Warum funktionieren Sachen so gut bei denen? Weil sie einfach richtig dicke miteinander sind. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über die besondere Verbindung der Band Mit dem Plattenvertrag in der Tasche haben Coldplay sich an die Aufnahmen zu ihrem ersten Album gemacht, unter anderem in den legendären Rockfield-Studios in Wales. Dort hatten auch schon viele andere große Musiker wie die Britpop-Legenden Oasis oder auch Freddie Mercury und Queen Studioluft geschnuppert. Queen haben dort ihr Album "A Night At The Opera" und ihren Überhit "Bohemian Rhapsody" aufgenommen. Mit dem Plattenvertrag und dem großen Studio fühlten sich Coldplay und auch ihr Sänger Chris Martin unter erheblichem Druck. Jetzt musste man schließlich liefern. Dieser Druck hat auch bei den vier Freunden für Komplikationen und Probleme gesorgt. Das hat vor allem auch Drummer Will Champion zu spüren bekommen, der von Chris Martin – nur für ein paar Tage – aus der Band geschmissen worden ist, weil er nicht gut genug war. Vermutlich ein wichtiger Moment für die Band, weil sie so gemerkt haben, dass sie nur als eine Einheit zusammen funktionieren. "Trouble" von Coldplay ist einer der größten Hits auf "Parachutes" Ein großer Hit auf "Parachutes" ist auch der Song "Trouble", der davon handelt, dass man sich gegenüber Menschen, die man sehr liebt, schlecht benommen hat und damit sozusagen um Verzeihung bittet. Ein schöner Gedanke, wenn man daran denkt, dass Chris Martin sich damit vielleicht auch bei seinem Bandkollegen Will Champion selber entschuldigt hat. Ich empfinde es auch ein bisschen als Liebeslied an die eigene Band! Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung des Songs "Trouble" Das ikonische Plattencover von "Parachutes" haben Coldplay selbst gemacht Für das Debütalbum der Band wurde ein aufwendiges Fotoshooting im englischen Blackpool gebucht. Denn auf das Plattencover sollte eigentlich ein Foto von der bis dahin quasi unbekannten britischen Band. Coldplay selber waren mit den Bildern aber überhaupt nicht zufrieden. Daraufhin hat die Band sich im Schreibwarengeschäft einen Globus und eine Einwegkamera geholt und im Backstagebereich bei einem Konzert einfach selbst das Coverfoto geschossen. Inzwischen ist es eines der bekanntesten Plattencover dieses Jahrtausends. Coldplay sind auf "Parachutes" ganz intim Die Songs auf dem Album "Parachutes" versprühen eine ganz intime, sehr nahbare Stimmung. Es gibt wenig große Effekte und ausgefallene Instrumente auf dem Album. Wir hören (größtenteils) eine sehr klassische Bandbesetzung aus Gitarren, Bass, Schlagzeug und zwischendurch einem Klavier. Dieses Album hat die Popmusik insofern atmosphärisch geöffnet, als dass sie nicht nach "Schema F" funktioniert. Quelle: Katharina Heinius, SWR Musikredakteurin über die Auswirkungen von "Parachutes" Auch was die Band selbst spielt, das ist kein Paradebeispiel für Virtuosität, aber genau das macht den Sound und die Stimmung auf "Parachutes" aus. Es sind oft vermeintlich einfache Dinge, die aber so perfekt ineinandergreifen, dass die Musik ganz nah beim Hörer ist und trotzdem – auch durch das Gitarrenspiel von Jonny Buckland – Welten und Atmosphären öffnet, in denen man beim Hören versinken möchte. Das mag ich am Gitarrenspiel von Jonny Buckland: Er spielt total uneitel für einen Gitarristen und gibt dem Song immer genau das, was er gerade braucht. Manchmal sind das nur ganz kleine Dinge. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über das Gitarrenspiel von Coldplay-Gitarrist Jonny Buckland Shownotes Die Gitarreneffekte von Jonny BucklandDokumentation über Coldplay bei ArteDie Leuchtarmbänder von ColdplayDas Rockfield StudioDas Musikvideo zum Song "Yellow"Das US-Version des Musikvideos zu "Trouble"SWR PopUp-Studio in MainzARD-Podcast-Tipp: "1plus1 – Freundschaft auf Zeit" Über diese Songs vom Album "Parachutes" wird im Podcast gesprochen (13:24) – "Don't Panic"(22:37) – "Shiver"(31:13) – "Sparks"(39:56) – "Yellow"(53:17) – "Trouble" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (25:53) – "Last Goodbye" von Jeff Buckley(26:53) – "Lover You Shouldn't Have Come Over" von Jeff Buckley

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