

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
Mentioned books

Sep 15, 2020 • 11min
Wie Wiederbelebung sexy für junge Menschen wird
Prüfen- Rufen-Drücken in Coronazeiten
Ein Mensch bricht auf der Straße oder zuhause plötzlich zusammen – solch eine Situation kommt in Deutschland nach Schätzung von Intensivmedizinern bis zu 150 Mal am Tag vor. Oft liegt dann ein Herzkreislauf-Versagen vor. In einem solchen Notfall zählt jede Minute, da das menschliche Gehirn nur knapp fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung überlebt. Darauf macht jetzt auch wieder die Woche der Wiederbelebung aufmerksam. Doch die Hemmschwelle zu helfen, ist offensichtlich hoch – die Quote der Laienreanimation liegt in Deutschland gerade mal bei 40 Prozent. Und die Sorge vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 dürfte aktuell die Zurückhaltung eher noch erhöhen. Im Podcast erläutert Professor Götz Geldner von Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie in Ludwigsburg und Präsident des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten, wie Wiederbelebung auch in Coronazeiten leistbar ist und worauf beim Hilfedreiklang Prüfen - Rufen - Drücken zu achten ist. Und für diejenigen, die die BeeGees als Rhythmusgeber nicht mögen oder kennen, hat er eine Alternative parat.

Sep 14, 2020 • 26min
Wie bei Medizinern die Lust an der Allgemeinmedizin geweckt werden soll
Das Projekt HAWIRA in Sachsen-Anhalt
Eigentlich erfordert unsere alternde Gesellschaft mehr Allgemeinmediziner. Doch der Trend in die Hausarztpraxis scheint bei jungen Medizinern nicht vorne auf der Wunschliste zu stehen – schon gar nicht, wenn es darum geht, die Praxis auf dem Land zu führen. Laut einer Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gibt es im Jahr 2020 in etwa 7000 Hausärzte weniger als noch 2010.
Es gibt daher inzwischen einige Ansätze, dem Hausarztmangel entgegen zu wirken – angefangen von den Extrastudienplätzen für jene Studenten, die sich dafür verpflichten, später als Landarzt dort zu praktizieren, wo Not am Arzt ist (Landarztquote) bis hin zu Konzepten, die spätestens dann im Studium heiß auf Hausarzt und Allgemeinmedizin machen sollen. Ein neues Konzept verfolgt nun die Universität Magdeburg mit dem Arbeitsbereich HAWIRA „Hausärztliche Aus- und Weiterbildung der regionalen Allgemeinmedizin“. Was dieses Offensive konkret beinhaltet und wie damit vom Medizinstudium bis zur Weiterbildung die Lust am Hausarzt-Dasein – auch in ländlichen Gegenden – geweckt werden soll, erläutert im Podcast Professor Thomas Lichte, der gemeinsam mit Dr. Robin John das Konzept gerade aufbaut.

Sep 11, 2020 • 42min
Wie wollen Sie Ärzten die Regressangst nehmen, Herr Hecken?
Der unparteiische Vorsitzende des G-BA zu zehn Jahren AMNOG
Gentherapien und „Millionen-Dollar-Spritzen“ sind auch für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Herausforderung. „Wir stoßen in Behandlungssphären vor, bei denen randomisiert-kontrollierte Studien aus ethischen Gründen nicht mehr möglich sind“, sagt der unparteiische G-BA-Vorsitzende Professor Josef Hecken in dieser „ÄrzteTag“-Episode.
Er zieht Bilanz zu zehn Jahren AMNOG, spricht über die Grenzen der evidenzbasierten Medizin (EbM) und was eigene Register leisten sollen.
Hecken erzählt, welche Vorteile Ärzte durch die geplanten Arztinformationssysteme (AIS) haben sollen. Denn Ärzte sollen damit die Nutzenbewertungen nicht mehr in „ihrer ganzen sprachlichen Schönheit“ lesen müssen. Vor allem aber: Mit den AIS soll den Ärzten die Angst vor einem Regress genommen werden.
Auch erklärt er, warum er bei der Euro-HTA, der europäischen Nutzenbewertung im Moment nicht sehr zuversichtlich ist, was ihn nervös macht, und wie viel Spaß das AMNOG-Verfahren machen kann.
Foto: Gregor Fischer/dpa / picture alliance

Sep 10, 2020 • 20min
Was macht die Rheumatologie für junge Ärzte interessant, Professor Schulze-Koops?
Von Nachwuchs- und Versorgungssorgen
Der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) macht der fehlende Nachwuchs in ihrer Disziplin Sorgen – auch vor dem Hintergrund, dass der Versorgungsbedarf seitens der Patienten stetig wächst. Im Podcast macht Professor Hendrik Schulze-Koops, Präsident der DGRh und Präsident des virtuellen Rheumakongresses 2020 deutlich, wo es bei Aus- und Weiterbildung des medizinischen Nachwuchses hakt, was wir von Ländern wie Frankreich und Italien lernen können, um Versorgungslücken zu schließen – und was den Reiz der internistischen Rheumatologie gerade auch für angehende Ärzte ausmacht.

Sep 9, 2020 • 17min
Warum Alkohol in der Schwangerschaft noch immer unterschätzt wird
Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9.9.
Alljährlich am 9. September ist der Tag des alkoholgeschädigten Kindes. Das Datum wurde dafür bewusst gewählt. Es soll auf die 9 Monate hinweisen, die ein ungeborenes Kind beschützt und behütet im Bauch seiner Mutter heranwächst. Mit zu den vermeidbaren Risiken in dieser sensiblen Phase gehört das Trinken von Alkohol. Denn wenn Schwangere Alkohol trinken, kann das – eigentlich längst bekannt – gravierende Folgen haben: Sie reichen von Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu angeborenen Fehlbildungen. Alle Formen dieser vorgeburtlichen Schädigungen werden unter dem Begriff FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) zusammengefasst.
Doch noch immer wird das Risiko unterschätzt, die Folgen werden spät oder gar nicht erkannt, wie Gisela Michalowski vom Verein FASD Deutschland im Gespräch verdeutlicht. Wo liegen die Schwierigkeiten von Diagnostik und Therapie – bei erkrankten Kindern und später Erwachsenen mit FASD? Und wo müsste die Aufklärung ansetzen, damit nicht jedes Jahr zum 9.9. die Zahl von jährlich 10.000 zusätzlichen Kindern mit FASD genannt werden muss? Hören Sie dazu mehr in diesem Podcast.

Sep 8, 2020 • 7min
BVÖGD-Chefin Ute Teichert: "Das ist eine historische Chance!"
Über die Hausaufgaben der Kanzlerin für die Bürgermeister
„Wann hat es das gegeben, dass sich eine Bundeskanzlerin für den ÖGD interessiert?“, fragt sich Deutschlands oberste Amtsärzte-Vertreterin Dr. Ute Teichert. Immerhin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag ganze zwei Stunden mit ihr, Kollegen, Landräten und Bürgermeistern konferiert. Hintergrund ist der „Pakt für den ÖGD“, mit dem der Bund in den kommenden Jahren vier Milliarden Euro in die Gesundheitsämter und ihr Personal investieren will.
Wir haben mit Ute Teichert direkt nach dem Gespräch mit der Kanzlerin gesprochen. In dieser „ÄrzteTag“-Episode erzählt sie, was die Kanzlerin den Kommunen „als Hausaufgabe mitgegeben hat“. Mit Blick auf eine tarifvertragliche Angleichung für die Amtsärzte fordert sie: „Es muss ein Ruck durch die Kommunen gehen.“ Denn nach der Förderung durch den Bund könne „mir keiner erzählen, dass man das nicht umsetzen kann“.
Foto: picture alliance / Eventpress | Eventpress Stauffenberg

Sep 7, 2020 • 19min
Was für eine Kortisontherapie bei COVID-19-Patienten spricht
Sind Dexamethason und Hydrocortison dabei gleich wirksam?
Nicht nur Dexamethason, sondern auch Hydrocortison eignet sich in der Therapie von Patienten, die schwer an COVID-19 erkrankt sind, um den Krankheitsverlauf zu verbessern und die Überlebenschancen zu erhöhen. Das konnte die REMAP-CAP-Studiengruppe aktuell in einer internationalen Kooperation von mehr als 250 Intensivstationen nachweisen. Die aus derzeit 17 Intensivstationen bestehende Studienbeteiligung in Deutschland wird am Zentrum für Klinische Studien des Universitätsklinikums Jena (UKJ) koordiniert unter Leitung von Professor Frank M. Brunkhorst. Im Gespräch erläutert er, welche entscheidenden Studiendaten zur Kortisontherapie bei COVID-19 inzwischen vorliegen, welche Patienten profitieren und welche nicht – und was das besondere an der derzeitigen Studiensituation ausmacht. Und wie steht es um das Nebenwirkungsrisiko bei Steroidgabe? Auch darüber spricht Professor Brunkhorst in diesem Podcast.

Sep 7, 2020 • 16min
Psychiatrie und Psychosomatik – das sind zwei Paar Schuhe
Warum die PPP-Richtlinie Kliniken für Psychosomatik in die Bredouille bringt
In der sogenannten PPP-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses geht es um die stationäre Psychosomatik und hier ganz speziell um die Mindestvorgaben fürs Personal, die festgelegt sind. Diese Richtlinie ist Anfang des Jahres in Kraft getreten und betrifft alle Einrichtungen der Psychiatrie und der Psychosomatik. Genau für die Psychosomatik hat das Bundesgesundheitsministerium dem GBA aufgetragen, die praktische Umsetzbarkeit der Mindestvorgaben nochmals zu prüfen. Hier sind Verbände und Kliniken aufgerufen, bis zum Montag Stellung zu nehmen, inwieweit diese Vorgaben überhaupt umsetzbar sind. Und dieser eigentlich auf den ersten Blick unscheinbare Termin treibt den stellvertretenden Vorsitzenden des Bundesverbandes der Privatkliniken und CEO der Schön-Kliniken, Dr. Mate Ivancic, so sehr um, dass er sein Anliegen in die Öffentlichkeit tragen möchte. Im Gespräch mit Hauke Gerlof und Anno Fricke von der Ärzte Zeitung erläutert er, wo die Krux der Anforderungen genau liegt und warum sich das negativ auf die Betreuung der Patienten auswirken wird.

Sep 3, 2020 • 13min
Ist eine Corona-Impfpflicht rechtlich möglich, Christian Solmecke?
... und wie sieht es mit einem COVID-19-Immunitätsausweis aus?
Heute schauen wir im "ÄrzteTag" einmal in die Glaskugel und stellen uns vor, es gäbe einen Corona-Impfstoff und eine Impfpflicht. Die soll es ja nicht geben, das haben Regierungspolitiker schon häufig klar gestellt, aber würde eine allgemeine Impfpflicht überhaupt vor Gericht Stand halten? Oder wäre eher eine spezielle für bestimmte Bevölkerungsgruppen statt einer generellen juristisch machbar?
Unser Gast Christian Solmecke ist Rechtsanwalt und betreibt bei Youtube den sehr erfolgreichen Kanal "Kanzlei WBS". Neben diesem fiktiven Szenario klopfen wir auch die Rechtslage bei heute tatsächlich möglichen Themen ab: Was passiert Ärzten, die ein Gefälligkeitsgutachten ausstellen und muss ich auch Vakzinen verimpfen, die ich für nicht sicher halte? Und ist eigentlich ein angedachter SARS-CoV-2-Immunitätsausweis rechtlich durchsetzbar? Wir klären es – in dieser Podcast-Episode.
Das Video von Christian Solmecke zur rechtlichen Lage rund um einen Corona-Immunitätsausweis: https://www.youtube.com/watch?v=adY7bHrc6I8

Sep 2, 2020 • 23min
Was die Corona-Teststrategie mit Fischefangen zu tun hat
und welche Personen unbedingt getestet werden müssen
Vor wenigen Tagen wurde das Corona-Thesenpapier 4.0 veröffentlicht. Es ist, wie der Name schon signalisiert, das vierte seiner Art. Seit März hat sich dazu eine Gruppe von Gesundheitsexperten zusammengefunden, die das Pandemie-Geschehen beleuchten und dabei mitunter auch kritisch der Linie der Bundesregierung gegenüber stehen.
Neben langjährigen Experten wie Professor Matthias Schrappe, ehemals stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit, und Hedwig François-Kettner, Pflegemanagerin und ehemalige Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit, gehört auch Dr. Matthias Gruhl fest zum Autorenkreis. Er ist Arzt für öffentliches Gesundheitswesen und ehemaliger Staatsrat im Hamburger Senat.
Im Podcast erläutert er, warum die derzeitige Teststrategie wie das Auswerfen eines breiten Netzes ist, damit nicht zielführend und wenig effizient, was es an den Zahlen des RKI zur Corona-Pandemie zu bemängeln gibt – aber auch, wo Präventionsmaßnahmen großes Lob verdienen.


