

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
Mentioned books

Dec 3, 2020 • 25min
Wie stabilisieren wir unseren Patient Erde, Dr. Herrmann?
Wie Klimaschutz und Gesundheit zusammenhängen
Die Initiative "KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V." will die planetare Gesundheit fördern, also dafür sorgen, dass unser Heimatplanet gesund bleibt, damit wir Menschen auf ihm leben können. Zur Vorstellung des aktuellen "Lancet Countdowns", der anhand vieler Faktoren jährlich das Fortschreiten des Klimawandels bewertet, wollen wir über den Zusammenhang zwischen Gesundheit – oder besser Krankheit – und Klimawandel reden.
Selbst Ärzte haben die Komplexität der Auswirkungen nicht verstanden, denkt Dr. Martin Herrmann, Vorsitzender von KLUG sowie selbst Arzt und Psychotherapeut. Zusammen mit ihm gehen wir die vier Punkte durch, auf die es zur Stabilisierung des Patienten Erde ankommt. Am Ende unserer Episode kommt sogar ein Hauch Anti-Kapitalismus auf: Ist Überkommerzialisierung im Gesundheitssystem möglicherweise ein Symptom des modernen krankhaften Wachstumswillens auf Teufel komm raus?

Dec 2, 2020 • 13min
„Die Pflegerinnen und Pfleger sind in dieser Serie die Verlierer“
Der FDP-Politiker Seestern-Pauly über die „Ehrenpflegas“-Kampagne
„Mit Alten abchillen und so“ – betont cool sollte die Kampagne „Ehrenpflegas“ des Bundesfamilienministeriums für die Pflegeberufe werben. Doch sie war kaum online, schon hagelte es Protest von Pflegekräften und Verbänden. Auch der kinder- und jugendpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Matthias Seestern-Pauly, lässt kein gutes Haar an den Videoclips.
Pflegeberufe werden darin als „anspruchslos“ dargestellt, sagt er in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Das werde dem komplexen Berufsbild nicht gerecht. Ob die Kampagne tatsächlich junge Menschen für die Pflege begeistere, sei völlig offen. Auch an den Ergebnissen einer Umfrage der Bundesregierung hat er Zweifel, wonach die Mehrheit die Clips gut oder sehr gut finde. Er meint: Wer für die Pflege werben wolle, solle Pflegekräfte zu Wort kommen lassen.
Foto: privat

Dec 1, 2020 • 31min
„Eine Frauenquote ist auch für Männer gut“
Die Spitzenfrauen Kapinsky und Wanke über die Quote in Medizin und Co
Die Bundesrepublik könnte noch in dieser Legislaturperiode eine Frauenquote bekommen – für börsennotierte Unternehmen, Staatsbetriebe aber auch Körperschaften. Davon betroffen wären dann vermutlich auch die gesetzlichen Krankenkassen. Vielleicht sogar auch die Kassenärztlichen Vereinigungen.
Kritiker der Quote argumentieren, Karrierewege würde durch sie nur mehr durch das Geschlecht bestimmt, nicht durch Leistung. Über das Für und Wider der Quote und die Gleichberechtigung von Frauen speziell im Gesundheitswesen sprechen wir in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast mit Antje Kapinsky und Cornelia Wanke.
Beide sind in führenden Positionen im Gesundheitswesen aktiv und engagieren sich im Verein Spitzenfrauen Gesundheit. Sie erklären, wie man eine Quote hätte vermeiden können, sie nach viele Jahren des Stillstands aber unumgänglich ist. Sie sprechen über „maskuline“ Gremien und Kultur. Und sie sagen: Von einer Frauenquote werden auch Männer profitieren.
Foto: [M] Kapinsky: Lopata / axentis.de | Wanke: Susie Knoll

Nov 30, 2020 • 23min
Warum das Embryonenschutzgesetz eine Reform nötig hat
und die Politik sich ziert
Das Bayerische Oberste Landesgericht hat im November in einem Revisionsverfahren ein maßgebliches Urteil zur künstlichen Befruchtung mit einer Eizellspende gefällt. Konkret ging es dabei um das Einsetzen von gespendeten Eizellen im sogenannten Vorkernstadium, bei denen bereits ein Spermium eingedrungen ist, aber noch keine Zellteilung stattgefunden hat. Die Richter werteten die Eizellen daher als noch unbefruchtet. Und weil eine Eizellspende in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten ist, saht das Gericht darin einen Gesetzesverstoß.
Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) reagierte enttäuscht auf das Urteil und sieht sich einmal mehr in seiner Forderung bekräftigt, dass es 30 Jahre nach Einführung des Embryonenschutzgesetzes dringend neue, zeitgemäße Regelungen für Fragen der Reproduktionsmedizin braucht. Was an diesem Urteil kritisiert wird und welche konkreten Änderungen am bestehenden Embryonenschutzgesetz nötig wären, das erläutert im Podcast-Gespräch die Humangenetikerin Dr. Gabriele du Bois. Sie ist Vorsitzende des DÄB-Ethikausschusses sowie Vorsitzende der gemeinsamen Ethikkommission zur Präimplantationsdiagnostik (PID) der Länder Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen.

Nov 27, 2020 • 14min
Volle Kliniken in Ostsachsen – was tun, Herr Bodendieck?
Ärztekammer-Präsident Erik Bodendieck über Corona im Freistaat
Im Frühjahr und Sommer war der Osten der Republik verhältnismäßig gering von SARS-CoV-2-Neuinfektionen betroffen. Das hat sich jetzt geändert: Allein in Sachsen liegen drei Landkreise bei der Sieben-Tages-Inzidenz bei über 300 Fällen je 100.000 Einwohner. Die ersten Kliniken können bereits keine Patienten mehr aufnehmen.
Droht im Freistaat etwa schon die Triage? Wohin können die Patienten verteilt werden? Wie hilft das „Kleeblatt“-Prinzip und wie können Reha-Kliniken jetzt unterstützen? Darüber reden wir in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast mit Erik Bodendieck, dem Präsidenten der Sächsischen Landesärztekammer.
Foto: Bundesärztekammer

Nov 25, 2020 • 27min
„Nach 20 Jahren können wir endlich eine E-Mail verschicken!“
Dr. Werner Baumgärtner über Corona, die ePA und Selektivverträge
Dr. Werner Baumgärtner gilt als leidenschaftlicher Kritiker vieler Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen – ganz besonders der Telematikinfrastruktur (TI). Telemedizin per se ist aber nichts Schlechtes, im Gegenteil: Tele- und Videosprechstunden werden auch nach Corona bleiben, sagt der MEDI-Vorstandsvorsitzende in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Aber: Digital erbrachte Leistungen müssten genauso vergütet werden wie beim persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt.
An der TI und der E-Patientenakte (ePA) lässt er aber nach wie vor kein gutes Haar: „Die ePA ist von vornherein ein Flop. Nach 20 Jahren sind wir in der Lage, eine E-Mail zu verschicken!“ Das sei „erbärmlich“. Die eAV hingegen, die „elektronische Arztvernetzung“ im Hausarzt- und Facharztprogramm in Baden-Württemberg sei nicht nur sicherer, sondern schon weiter: „Bei uns ist ein Versand strukturierter Daten schon möglich.“
Von Minister Spahns „Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege“ (GPVG) hält der Allgemeinmediziner Baumgärtner auch „sehr wenig“. Es verspreche zwar mehr Möglichkeiten für Selektivverträge, halte es aber nicht ein: „Wir brauchen eine Förderung für Vollversorgungsverträge“, fordert Baumgärtner. Und weniger Befugnisse für das Bundesamt für soziale Sicherung (BAS): „Wenn das BAS ins Spiel kommt, ist jeder Selektivvertrag gefährdet.“
Foto: MEDI Baden-Württemberg e.V.

Nov 24, 2020 • 23min
KIM könnte die Digitalisierung in der Arztpraxis beflügeln
Dr. Martin Albrecht über das KBV-Praxisbarometer
Wunsch und Wirklichkeit liegen bei der Digitalisierung in Deutschlands Arztpraxen oft auseinander: Obwohl die Mehrheit sich etwa den digitalen Austausch von Arztbriefen wünscht, nutzen nur die wenigsten Ärzte E-Arztbriefe. Warum ist das so? Das hat Dr. Martin Albrecht vom Berliner IGES-Institut untersucht. Über seine Befunde im jüngsten KBV-Praxisbarometer und die Ursachen sprechen wir mit ihm in dieser „ÄrzteTag“-Episode.
Der Geschäftsführer und Bereichsleiter Gesundheitspolitik bei IGES spricht aber auch über mögliche Gamechanger, die Telemedizin und Co beflügeln könnten. Könnte das KIM sein, oder gibt es womöglich nicht die eine „Killeranwendung“? Und warum hinkt der bundeseinheitliche Medikationsplan nicht nur, sondern sinkt sogar die Akzeptanz? Außerdem erzählt er, was Ärzte von einem besonderen „TÜV“ halten.
Foto: IGES

Nov 20, 2020 • 23min
Wie das Corona-Virus uns auf die Leber schlägt
Leber-Check-up im Fokus des Deutschen Lebertags
Mit dem Aufruf "Check-up für die Leber" erinnert der Deutsche Lebertag daran, den Gesundheitsstatus dieses lebenswichtigen Organs im Blick zu behalten. Denn die Leber hält zwar einiges aus – aber gerade während der Corona-Pandemie hat sie bei vielen Menschen doch einiges mehr abbekommen als sonst. Wie sich unsere neue Lebenssituation in den letzten Monaten mitunter ungünstig auf die Lebergesundheit ausgewirkt hat und wie obendrein SARS-CoV-2-Infektionen Patienten mit bestehenden Lebererkrankungen zusätzlich belasten, das erläutert der Leberexperte Professor Christoph Sarrazin im Podcast-Gespräch. Er ist Chefarzt der Medizinischen Klinik II am St. Josefs-Hospital Wiesbaden sowie Leiter des Leberzentrums Wiesbaden und Vorstand der Deutschen Leberhilfe e.V.

Nov 18, 2020 • 14min
Was eine Medizinstudentin an ihrer Ausbildung ändern würde
... und was an der ÄApprO-Reform gut ist
Das Medizinstudium soll praxisnäher werden: Das ist einer der Punkte, die sich die Politiker mit dem Masterplan 2020 vor Jahren in ihr Aufgabenheft geschrieben haben. So soll etwa das Arzt-Patienten-Gespräch in den Fokus rücken und mehr Wert auf wissenschaftliches Arbeiten gelegt werden. Auch die Allgemeinmedizin soll gestärkt werden. Jetzt haben wir 2020 – etwa 12 Monate sind seit dem letzten Arbeitsentwurf der Reform vergangen.
Alles anders machen oder Altbewährtes nicht ändern? Wir wollten von einer angehenden Ärztin wissen, welche geänderten Punkte ihr schmecken würden und wo es hakt: Lena Jamaszyk studiert in Hannover Medizin und macht derzeit ein Praktikum in der Redaktion der "Ärzte Zeitung". Ein Gespräch über eine breitere Ausbildung, elektronische Prüfungen, den ÖGD und das Hannoveraner Konzept der Landpartien. Außerdem bricht sie eine Lanze für ein Medizinstudium, das die Auswirkungen des Klimawandels in den Blick nimmt. (Dauer: 14:15 Minuten)

Nov 17, 2020 • 12min
Diabetes und Sex – wenn nichts mehr geht
Wie ein Tabuthema sensibel zur Sprache gebracht werden kann
Viele Menschen mit Diabetes entwickeln im Laufe ihrer Stoffwechselkrankheit weitere Begleiterkrankungen – an Augen, Herz und Nieren etwa. Eine über die dabei nur selten offen gesprochen wird, sind Sexualfunktionsstörungen. Und die betreffen nicht allein die männlichen Diabetiker. Ein Experte, der sich dieses Tabuthemas angenommen hat, ist Professor Thomas Haak, Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim und Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Hilfe. Im Podcast erläutert der Diabetologe, wie häufig Störungen des Sexuallebens bei Diabetes auftreten, wie sie sich bei Männern und wie bei Frauen bemerkbar machen – und vor allem, wie Ärzte ihre Patienten sensibel ansprechen und Hilfe anbieten können.


