Toxische Männlichkeit: Warum schaden sich Männer selbst?
May 8, 2022
auto_awesome
Die Diskussion über toxische Männlichkeit zeigt, wie sehr Männer selbst unter den starren Erwartungen von Stärke und Unemotionalität leiden. Es wird alarmierend aufgezeigt, dass Männer im Schnitt fünf Jahre früher sterben und häufiger Opfer von Gewalt werden. Historische Wurzeln und aktuelle Beispiele verdeutlichen den gesellschaftlichen Druck. Gleichzeitig wird ermutigt, traditionelle Männlichkeitsbilder zu hinterfragen und neue Wege der Selbstbefreiung zu erkunden. Schließlich wird die Gesundheit von Männern in den Fokus gerückt und die Notwendigkeit, über emotionale Herausforderungen zu sprechen.
36:01
AI Summary
AI Chapters
Episode notes
auto_awesome
Podcast summary created with Snipd AI
Quick takeaways
Toxische Männlichkeit verursacht nicht nur soziale Probleme, sondern führt auch zu Gesundheitsrisiken wie erhöhten Suizidraten und Gewaltopfern unter Männern.
Um die schädlichen Auswirkungen toxischer Männlichkeit zu reduzieren, sind neue Kommunikationsansätze und sichere Räume für emotionale Ausdrucksformen erforderlich.
Deep dives
Die Auswirkungen toxischer Männlichkeit
Toxische Männlichkeit führt nicht nur zu negativen sozialen Interaktionen, sondern hat auch gravierende gesundheitliche Folgen für Männer. Männer sind doppelt so häufig Opfer von Gewalttaten und begehen dreimal mehr Suizide als Frauen, was zeigt, dass das Drängen zu essentieller Stärke und Disziplin lebensbedrohlich sein kann. Die gesellschaftliche Vorstellung, dass Männer ihre Gefühle nicht zeigen sollten, trägt dazu bei, dass viele Männer nicht rechtzeitig Hilfe suchen. Diese stigmatisierten Ansichten hindernden Männer daran, ihre Emotionen auszuleben und Psychotherapie in Anspruch zu nehmen.
Gesellschaftliche Erwartungen und Klischees
Die Vorstellung, dass Jungs und Männer stark und unverwundbar sein müssen, wird oft bereits in der Kindheit vermittelt und führt zu einem inneren Konflikt, wenn es um Emotionen geht. Insbesondere unter männlichen Freunden kann Druck entstehen, keine Schwächen zu zeigen, was einem gesunden emotionalen Ausdruck entgegenwirkt. Diese Klischees werden durch Erziehung, Medien und gesellschaftliche Normen verstärkt, die wehement einen strengen Gendercode vorschreiben. Diese Erwartungen sorgen dafür, dass Männer oft gefährliche Verhaltensweisen an den Tag legen, um den gesellschaftlichen Idealen gerecht zu werden.
Der Einfluss von Erziehung auf Männlichkeit
Die Erziehung und die sozialen Vorbilder, die Männer in ihrer Kindheit erleben, haben einen signifikanten Einfluss auf ihre Sichtweise zur Männlichkeit. Der Begriff 'toxische Männlichkeit' wurde maßgeblich in den 1980er Jahren eingeführt und ist eng mit dem Fehlen väterlicher Rollenbilder und zu starken mütterlichen Einflüssen verbunden. Viele Männer, die auf traditionell mechanische Weise erzogen wurden, glauben, dass sie ihrer Rolle nicht gerecht werden, wenn sie emotionale Schwäche zeigen. Diese tief verwurzelten Glaubenssätze erschweren den Männern, offen über ihre Gefühle zu sprechen oder Hilfe zu suchen, was die gesellschaftliche Reduktion ihrer Männlichkeit verstärkt.
Ansätze zur Überwindung toxischer Männlichkeit
Um die Auswirkungen toxischer Männlichkeit zu verringern, sind neue Ansätze in der Kommunikation und gesellschaftlichen Wahrnehmung erforderlich. Workshops, in denen Männer ermutigt werden, ihre Gefühle in einem sicheren Raum auszudrücken, können eine wertvolle Maßnahme sein. Das Beispiel, Männer in Abenteueraktivitäten zu integrieren, bevor sie über Gefühle sprechen, hat sich als erfolgreich erwiesen. Solche Ansätze könnten Männern helfen, sich von den strengen und oft schädlichen Normen zu befreien und ein gesünderes emotionales Leben zu führen.
Bei toxischer Männlichkeit haben wir ja alle sofort ein bestimmtes Bild vor Augen: Männer, die frauenfeindliche Dinge tun, Männer, die sich prügeln. Aber Männer schaden mit ihrem Verhalten nicht nur anderen, sondern vor allem sich selbst: Sie sterben im Schnitt 5 Jahre früher als Frauen, sie werden doppelt so oft Opfer von Gewalt und begehen dreimal so häufig Suizid. Männer leiden also mindestens genauso unter toxischer Männlichkeit wie alle anderen Geschlechter. Aber warum ist das so? Und welche Ansätze gibt es, toxische Männlichkeit und ihre Auswirkungen zu überwinden?
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie gesund und ungesund sich Männer und Frauen im Vergleich verhalten, könnt ihr hier den Bericht vom RKI nachlesen. Zu einer Studie darüber, wie man Männer gezielt dazu bringen könnte, sich gesünder zu verhalten, geht es hier lang. Und wenn ihr euch zu männerspezifischer Suizidprävention informieren wollt, geht das hier.
In dieser Folge sprechen wir über Suizid. Bei der Telefonseelsorge und unter 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 bekommt ihr Hilfe, wenn ihr selbst Suizidgedanken habt.
Wenn euch diese Folge interessiert, dann könnte auch die Folge zu toxischen Beziehungen spannend für euch sein. Ihr findet sie hier.