Österreich - die ganze Geschichte

Von der Opferthese zur Erinnerungskultur

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Dec 5, 2025
Claudia Kuretsidis-Haider ist Historikerin am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und Expertin für Erinnerungskultur. Im Gespräch beleuchtet sie die Moskauer Deklaration von 1943 und wie die Opferthese zum politischen Instrument wurde. Sie skizziert den Wandel der Narrativen ab den 1960er Jahren, die Diskussion um die Mitschuld Österreichs während des Waldheim-Wahlkampfs 1986 und die heutige Vielfalt der Erinnerungskultur. Der Dialog über die aktuellen Formen der Erinnerung und den Bezug zur Gegenwart soll gegen den Rechtsextremismus wirken.
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Episode notes
INSIGHT

Moskauer Deklaration Formt Narrativ

  • Die Moskauer Deklaration 1943 verankerte Österreichs Rolle als "erstes Opfer" des Nationalsozialismus in der internationalen Wahrnehmung.
  • Diese Zuschreibung wurde rasch zum politischen Instrument in der Nachkriegszeit und prägt lange das nationale Narrativ.
INSIGHT

Opferrolle Verstellt Blick Auf Täter

  • Die Opferthese verdrängte Täterforschung und den Anteil vieler Österreicher an NS-Verbrechen.
  • Sie marginalisierte zugleich den Widerstand, weil dieser oft von Kommunistinnen und Kommunisten getragen wurde.
ANECDOTE

Gründung DÖW 1963

  • Bereits ab den 1960er Jahren regten Überlebende und Forschende an, das Opfernarrativ aufzubrechen.
  • 1963 wurde das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes gegründet als sichtbares Beispiel.
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