Hygiene: Wie viel Körperpflege brauchen wir wirklich?
Jun 19, 2022
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Die Diskussion über tägliches Duschen wird hinterfragt: Ist weniger mehr? Promis propagieren einen "NoBathing-Trend" und betonen, dass Haut sich oft selbst reinigt. Die Pandemie hat unser Hygieneverhalten drastisch verändert und übermäßige Sauberkeit könnte der Haut schaden. Zudem wird humorvoll beleuchtet, wie Meerschweinchen Hautmykosen übertragen können. Gesellschaftlicher Druck und Schönheitsideale beeinflussen unser Hygieneverhalten stark. Abschließend wird die Balance zwischen Hygiene und Gesundheit thematisiert.
35:10
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Quick takeaways
Übermäßige Körperhygiene kann die Hautgesundheit beeinträchtigen, daher ist es besser, nur zwei- bis dreimal pro Woche zu duschen.
Gesellschaftlicher Druck und Scham beeinflussen unsere Hygienepraktiken und führen oft zu übertriebener Körperpflege, insbesondere bei jüngeren Generationen.
Deep dives
Die Balance zwischen Hygiene und Gesundheit
Die übermäßige Körperhygiene, einschließlich zu häufiges Duschen und übermäßiger Gebrauch von Seife, kann negative Auswirkungen auf die Hautgesundheit haben. Experten empfehlen, dass die meisten Menschen lediglich zwei- bis dreimal pro Woche duschen sollten, um die natürliche Hautbarriere zu erhalten. Zu viel Duschen führt dazu, dass die Haut austrocknet und kleine Risse bildet, was das Eindringen schädlicher Keime begünstigen kann. In diesem Kontext ist das natürliche Mikrobiom der Haut von großer Bedeutung, da es eine Schutzfunktion gegen Krankheitserreger bietet.
Hygiene und Körperöffnungen
Die Bedeutung von Hygiene ist besonders ausgeprägt an den Körperöffnungen wie dem Mund und den Genitalien. Unzureichende Mundpflege kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, einschließlich Entzündungen des Herzmuskels. Für die Genitalhygiene wird empfohlen, die sensiblen Bereiche nur mit Wasser zu reinigen, während die äußeren Bereiche auch mit milder Seife gewaschen werden können. Bei der Analhygiene wird Wasser als effektivere Methode empfohlen, um Verletzungen und Infektionen zu vermeiden.
Die Auswirkungen von Scham auf Hygienepraktiken
Scham und gesellschaftlicher Druck spielen eine entscheidende Rolle in den Hygienepraktiken der Menschen. Viele fühlen sich gezwungen, strengen Hygienestandards zu entsprechen, um nicht als unrein wahrgenommen zu werden, was zu übertriebenen Reinigungsgewohnheiten führt. Dies betrifft insbesondere jüngere Generationen, die versuchen, einem idealisierten Schönheitsstandard gerecht zu werden. Die Komplexität dieser sozialen Dynamik verhindert, dass Menschen sich für ihren natürlichen Körper und seine Bedürfnisse annehmen.
Die Rolle der Hygiene in der Gesellschaft
Hygiene wird oft mit Sauberkeit verwechselt, ist jedoch grundsätzlich darauf ausgerichtet, Krankheiten zu vermeiden. Frühe medizinische Eingriffe waren häufig von Infektionen betroffen, was die Entwicklung von Hygienestandards und -praktiken entscheidend machte. Auch heute spielen diese Standards eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit, besonders im Hinblick auf Infektionsprävention. Dennoch sollte das Bewusstsein für eine gesunde Balance zwischen Hygiene und dem Erhalt natürlicher Körperfunktionen gefördert werden.
Für die Mehrzahl der Deutschen ist tägliches Duschen normal. Nicht nur, weil es erfrischt, sondern auch, weil einfach niemand stinken will - nach dem Motto: Je sauberer, desto besser. Und das ist ja auch durch die Pandemie nochmal bestärkt worden. Wir waschen uns ständig die Hände, manche haben immer ihr kleines Desinfektionsfläschen dabei. Auf der anderen Seite wurde in den vergangenen Monaten in den Medien immer wieder davon gesprochen, dass es einen NoBathing-Trend gibt, also einen Nicht-Waschen-Trend. Promis wie Charlize Theron, Jake Gyllenhall oder Mila Kunis scheinen darauf zu schwören, dass die Haut sich oft von selbst reinigt. Und wir alle zu oft duschen. Was ist da dran? Und wie viel Duschen ist jetzt eigentlich wirklich gut für den Körper? Das finden wir für euch in dieser Folge von Wissen Weekly heraus.
Falls ihr nochmal nachlesen wollte, wie viel Waschen empfohlen ist, empfehlen wir euch diesen Geo-Artikel. Wer mehr über pilzige Meerschweinchen erfahren will, kann sich die Ergebnisse dieser Dissertation anschauen. Hier findet ihr die Stellungnahme des Bundesinstitut für Risikobewertung zur Corona-Ansteckungsgefahr durch Oberflächen. Und wenn ihr euch Ann-Kathrins Tiktok-Kanal und ihre "Real-Talks" anschauen wollt, findet ihr die hier.