Hamas-Massaker in Israel: Ein Überlebender erzählt - #1327
Feb 22, 2025
auto_awesome
Amir Tibon ist Außenpolitikjournalist der israelischen Tageszeitung Arez und Überlebender des Massakers im Kibbutz Nahal-Oz. Er erzählt von seinen zehn Stunden in einem Schutzraum, während Hamas-Terroristen angriffen. Tibon beleuchtet die emotionalen Folgen dieser traumatischen Erfahrung und die Herausforderungen des Lebens an der Grenze zu Gaza. Zudem thematisiert er Heldentum in Krisensituationen und die komplexe Realität für die Zivilbevölkerung, während er Hoffnung inmitten des Terrors sucht.
Amir Tibon schildert den dramatischen Überlebenskampf seiner Familie während des Hamas-Angriffs, der die psychosoziale Dynamik und die sicherheitstechnischen Herausforderungen im Kibbutz verdeutlicht.
Die komplexen politischen Perspektiven für die Zukunft Israels und Gazas nach dem Massaker erfordern einen differenzierten Ansatz zur Bewältigung der humanitären Krisen und der diplomatischen Beziehungen.
Deep dives
Erfahrungen während des Angriffs
Am 7. Oktober 2023 erlebte der israelische Journalist Amir Tibon das Massaker in Kibbutz Nahal-Oz, wo er mit seiner Familie im Schutzraum auf den Angriff palästinensischer Terroristen warten musste. Trotz der ständigen Gefahr, die das Leben in der Nähe der Gaza-Grenze mit sich bringt, entschieden sie sich, in dieser Region zu leben, da sie sich der Bedeutung des Lebens im Kibbutz und der Gemeinschaft bewusst sind. Der Iron Dome, der in anderen Teilen Israels Schutz bietet, versagt in solchen nahen Grenzen, was das Leben in Nahal-Oz lebensbedrohlich macht, da man nur wenige Sekunden hat, um in Sicherheit zu gelangen. Als der Angriff begann, war die Gefahr so akut und unvorhersehbar, dass Tibon und seine Familie mit aller Kraft um ihr Überleben kämpfen mussten.
Strategien zur Gefahrenabwehr
Im Kibbutz sind die Häuser so konzipiert, dass sie Schutz bieten, daher gibt es speziell designierte 'sichere Räume', in die Familien schnell flüchteten, um dem Bombardement zu entkommen. Amir Tibon beschreibt eine Routine, die seine Familie entwickelt hatte: Unter den Betten ihrer Kinder waren Koffer mit Kleidung verstaut, bereit für die Evakuierung im Notfall. Die Kinder mussten in der Dunkelheit ruhig gehalten werden, während sie um ihr Leben bangten, was eine außergewöhnliche Belastung darstellt. Tibon hebt hervor, wie wichtig es war, das sichere Gefühl zu wahren und den Kindern zu erklären, warum sie ruhig bleiben sollten, während sie in der extremen Gefahr waren.
Das Trauma der Invasion
Die Infiltration von über 3.000 Hamas-Terroristen in den Kibbutz stellte eine nie dagewesene Bedrohung dar, die die Realität des Krieges in diesem Gebiet erneuert und verschärft hat. Tibon und seine Familie erlebten, wie Terroristen versuchten, in ihr Haus einzudringen, während sie sich in ihrem sicheren Raum verbarrikadierten. Diese plötzliche Veränderung in der Sicherheitslage hat die Familien im Kibbutz in einen Zustand der ständigen Alarmbereitschaft und des Schreckens versetzt. Er beschreibt die unheimliche Stille und Dunkelheit, die während des Angriffs herrschte, und die schockierende Realität, dass Terroristen, die mit Kameras ausgestattet waren, direkt vor ihrer Tür standen.
Zukunftsvision und politische Szenarien
Amir Tibon diskutiert die komplexe Zukunft Israels und Gazas, die durch die Ereignisse des 7. Oktober 2023 geprägt ist, und skizziert verschiedene Szenarien für eine mögliche Lösung. Er beschreibt die Herausforderung, die in der politischen Anerkennung von Hamas und den damit verbundenen Risiken besteht, falls eine diplomatische Lösung nicht gefunden wird. Ein Szenario beinhaltet eine humanitäre Wende, während ein anderes die Möglichkeit eines anhaltenden Konflikts mit weiteren Verlusten auf beiden Seiten darstellt. Die Unsicherheit über die politische Landschaft und die künftigen Führungsstrukturen sowohl in Israel als auch in den Palästinensergebieten bleibt bestehen und verlangt nach einem überlegten Ansatz zur Lösung der humanitären Krise.
Zehn Stunden lang wurden Amir Tibon und seine Familie beim Massaker des 7. Oktober 2023 in einem Kibbuz von Hamas-Terroristen belagert. Wie er überlebt hat, erzählt er Tessa Szyszkowitz im Bruno Kreisky Forum. Sein Buch "Die Tore von Gaza" trägt den Untertitel: Eine Geschichte von Terror, Tod, Überleben und Hoffnung.