Der Podcast beleuchtet die nukleare Bedrohung im Ukrainekrieg, insbesondere die Risiken der besetzten Atomkraftwerke. Experten diskutieren die gefährliche Situation rund um Tschernobyl und die verheerenden Auswirkungen von militärischen Entscheidungen auf die Sicherheit. Die Rückkehr der Natur im Roten Wald wird thematisiert, während Minen und Krieg die Region bedrohen. Zudem wird die bedrückende Lage des AKW Saporischa und die Herausforderungen ukrainischer Ingenieure unter extremen Bedingungen diskutiert.
25:33
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question_answer ANECDOTE
Besatzungsspuren In Der Sperrzone
Anton Juchimenko führt durch die verstrahlte Sperrzone und beschreibt Checkpoints und Spuren der Besatzung.
Die Natur hat vieles zurückerobert, doch Minen und Kriegsreste machen das Gebiet gefährlich.
question_answer ANECDOTE
Ingenieure Zwischen Besatzung Und Pflicht
Mitarbeiter wie Ingenieur Anton Kuteko arbeiteten während der russischen Besatzung ununterbrochen unter Zwang.
Sie mussten den Betrieb erhalten und schliefen auf Stühlen, während Brücken und Kommunikation zerstört waren.
insights INSIGHT
Stromausfall Gefährdet Havarie-Kontrolle
Im havarierten Reaktor 4 liegen 200 Tonnen radioaktives Material, das kontinuierlich überwacht werden muss.
Stromausfälle bedrohen Kühlung und Rückbau, weshalb beschädigte Leitungen im Krieg besonders riskant sind.
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Drei aktive Atomkraftwerke, ein abgeschaltetes unter russischer Kontrolle und die Überreste des Unfallreaktors von Tschernobyl in einem Land, in dem Krieg herrscht. Eine gefährliche Ausgangslage mit grossem Gefahrenpotenzial.
Als Russland im Februar 2022 die Ukraine überfällt, besetzen russische Truppen das Areal des ehemaligen Atomkraftwerks von Tschernobyl. Auch fast vierzig Jahre nach dem bislang grössten Atomunfall der Geschichte ist das Gebiet lebensgefährlich verstrahlt. Die russischen Truppen benutzen es dennoch als Rückzugsgebiet in ihrem Angriffskrieg. Nur dank dem Einsatz der ukrainischen Spezialisten, die trotz Besatzung weiterarbeiteten, konnte eine weitere Katastrophe verhindert werden.
Mittlerweile ist Tschernobyl wieder unter ukrainischer Kontrolle. Doch die atomare Bedrohung ist weiterhin real. Erst Anfang Jahr wurde die Schutzhülle über dem Unfallreaktor von einer Drohne getroffen.
Doch auch das Atomkraftwerk Zaporischschja bleibt ein Risiko. Es steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle und befindet sich in umkämpftem Gebiet. Das Atomkraftwerk ist derzeit zwar ausgeschaltet, doch eine Beschädigung durch Kampfhandlungen hätte trotzdem verheerende Folgen.
Hinzukommen drei weiterhin aktive AKWs unter Kontrolle der Ukraine. Eigentlich müssten diese aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Doch die Ukraine ist auf den Atomstrom angewiesen, da die meisten nicht nuklearen Kraftwerke des Landes mittlerweile von Russland zerstört wurden.
Viele in der Ukraine gehen davon aus, dass Russland bewusst mit der Angst vor dem Atomunfall spielt. Sie ist Teil einer Kriegsstrategie, die auf Terror und Zermürbung der Bevölkerung ausgelegt ist. Die möglichen, verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt, weit über die Ukraine hinaus, werden dafür in Kauf genommen.