Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst der „Wokeness“. Alle Mächte der alten Welt haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet – Trump und Putin, Elon Musk und Jordan Peterson, CSUler und deutsche Journalisten. Doch was ist „woke“ eigentlich? Der Begriff stammt aus den 1930ern und meint schlicht ein wachsames Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit und Rassismus. Von der Black Lives Matter-Bewegung über die Bürgerrechtsbewegung bis heute: „Stay woke“ war immer ein Aufruf zur Aufmerksamkeit gegenüber Diskriminierung.
Aber wie wurde aus diesem Begriff für soziale Gerechtigkeit plötzlich ein Kampfbegriff der Rechten? Wie schafften es erzkonservative Kräfte, aus dem Eintreten gegen Rassismus und Sexismus eine angebliche Bedrohung des Abendlandes zu konstruieren? Von der „Political Correctness“ der 90er über „Social Justice Warriors“ bis hin zum heutigen Anti-Woke-Kreuzzug: Es ist immer dasselbe Muster. Einzelfälle werden aufgeblasen, generalisiert und zu einer moralischen Panik hochgejazzt.
Patrick und Jens analysieren die Begriffsgeschichte, entlarven die Mechanismen der Manipulation und zeigen: Wer heute „anti-woke“ ist, kämpft gegen die Grundprinzipien der Aufklärung selbst. Sie decken auf, wie dieser Kulturkampf von Florida bis Deutschland reale politische Projekte befeuert – und warum das Schweigen dazu Zustimmung bedeutet.
Themen
- Begriffsgeschichte von „Woke“ – von den 1930ern bis heute
- Parallelen zu „Political Correctness“ und „Kulturmarxismus“
- Anti-Woke-Bewegung als Kulturkampf gegen Universalismus
- Moralische Panik und mediale Instrumentalisierung
- Patriarchat und Herrschaftsstrukturen
- Rolle der Universitäten im Kulturkampf
- Von Tucker Carlson bis Sarah Wagenknecht – internationale Dimension
- Sprache, Lernen und gesellschaftlicher Wandel
Erwähnte Personen & Organisationen
- Adrian Daub: Autor von „Cancel Culture Transfer“
- Tucker Carlson: US-amerikanischer Moderator und Trump-Unterstützer
- Elon Musk: Tech-Milliardär und Anti-Woke-Aktivist
- Ron DeSantis: Gouverneur von Florida, erlässt Anti-Woke-Gesetze
- Friedrich Merz: CDU-Vorsitzender, stimmte 1997 gegen Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe
- Thomas Gottschalk: Moderator, kritisiert „Woke Culture“
- Sarah Wagenknecht: Politikerin, kritisiert „Lifestyle-Linke“
- Frankfurter Schule: Kritische Theorie, wird von Rechten als „Kulturmarxismus“ diffamiert
- Black Lives Matter: Bürgerrechtsbewegung, verwendete „Stay Woke“
- Christopher Rufo: Erfinder der Anti-CRT-Kampagne in den USA
- Claudia von Werlhof: Soziologin, erste Professur für Frauenforschung in Österreich
Begriffe
- Woke: Ursprünglich Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit und Rassismus, heute Kampfbegriff der Rechten
- Political Correctness: Vorgänger-Begriff, ähnliche Instrumentalisierung durch Konservative
- Kulturmarxismus: Rechte Verschwörungstheorie gegen progressive Kultur
- Critical Race Theory: Wissenschaftliche Analyse strukturellen Rassismus, wird in den USA bekämpft
- Moralische Panik: Mediale Übertreibung einzelner Fälle zu gesellschaftlicher Hysterie
- Cancel Culture: Behauptete Zensur durch progressive Kräfte
- Patriarchat: Historisches Herrschaftssystem, ursprünglich „Vaterursprung“
- Universalismus: Prinzip gleicher Würde und Rechte aller Menschen
Weiterführende Quellen
- Adrian Daub: „Cancel Culture Transfer – Wie eine moralische Panik die Welt erfasst“
- Jason Stanley: „Wie Faschismus funktioniert“
- Sarah Wagenknecht: „Die selbstgerechte Rebellion“
- Project 2025 – Konservatives Politikprogramm USA
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