
Auf den Punkt Corona: Wie die steigende Inzidenz zu bewerten ist
Die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland steigt seit mehr als zwei Wochen kontinuierlich an. Und liegt am Donnerstag bei 12,2. Gleichzeitig gibt es aber auch immer mehr Menschen, die geimpft sind. Und damit zumindest meistens vor einem schweren Verlauf geschützt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Mittwoch in einer Pressekonferenz bezogen auf die Sieben-Tage-Inzidenz, dass 200 das neue 50 sei:
“Also, Stand heute, wenn Sie einfach schauen, wir haben 75 Prozent der über 60-Jährigen, die sind vollständig geimpft. Drei Viertel, ein Viertel nicht. Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können Sie sagen, 200 ist das neue 50. Das Vierfache. Wenn Sie es einfach mal herleiten aus dem, was an Belastungen entstehen kann und stehen würde bei einer 50er-Inzidenz für das Gesundheitswesen.”
Hanno Charisius aus der Wissensredaktion sieht aber trotzdem noch keinen Grund zur Entspannung: "Wir sehen in Deutschland momentan, dass die Inzidenz vor allem in den jüngeren Altersgruppen stark steigt. Das heißt, da finden gerade sehr viele Kontakte statt, da sind wenige Menschen geimpft und da kann sich das Virus ausbreiten. Und wenn sich wahnsinnig viele aus diesen Altersgruppen anstecken werden, dann werden einige wenige davon auch im Krankenhaus landen. Und aber auch aus kleinen Zahlen kann im Laufe der Wochen dann tatsächlich eine große Zahl werden, die auch das Gesundheitssystem wieder sehr, sehr stark fordert."
Im Podcast erklärt Charisius wie die aktuellen Inzidenzen zu bewerten sind und warum wir jetzt nochmal eine ganz neue Corona-Situation vor uns haben, die schwer einzuordnen ist.
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Redaktion, Moderation: Antonia Franz
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
