Kreativität als Kampfzone: Künstler Christoph Schlingensief
Aug 21, 2025
Christoph Schlingensief, ein provokanter Künstler, bewegt sich zwischen Trash und Kunst. Er revolutioniert das Kino mit umstrittenen Filmen und polarisiert auf der Berlinale. Seine Theaterproduktionen behandeln gesellschaftliche Themen wie Identität und Behinderung auf herausfordernde Weise. Trotz seiner Lungenkrebsdiagnose bleibt er offen über sein Leben und Sterben, was viele berührt. Sein Vermächtnis lebt im Operndorf in Burkina Faso weiter, wo Kunst Bildung und Gemeinschaft verbindet.
14:44
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Der Beginn Mit Einer Doppelbelichtung
Als Kind entdeckte Schlingensief Film durch eine Doppelbelichtung im Urlaubsfilm seines Vaters.
Mit acht Jahren bat er um die Kamera und begann eigene Filme zu drehen.
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Skandal Bei Der Berlinale
Sein Film "Menü Total" mit Helge Schneider löste bei der Berlinale 1986 Gewalt und Spaltung im Publikum aus.
Schlingensief wurde dadurch als Provokateur bekannt und polarisierte Publikum und Kritik.
insights INSIGHT
Provokation Als Diagnostisches Werkzeug
Schlingensief wollte nicht bloß schockieren, sondern nationale Symbolik entlarven.
Er verstand Provokation als diagnostisches Mittel, um gesellschaftliche Pathologien sichtbar zu machen.
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Er provoziert mit Kettensägen und toten Hasen - ist verletzlich und bewegt sich stets zwischen Trash und Kunst. Christoph Schlingensief stirbt am 21.08.2010 in Berlin.
In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:
wie ein produktiver Fehler den Künstler in Schlingensief weckt,
von Schlingensiefs ersten Filmproduktionen mit der Kamera des Vaters,
mit welchem Projekt Schlingensief in Wien Proteste, aber auch entlarvende Zustimmung provoziert,
wie Schlingensief sein eigenes Leben und Sterben künstlerisch verarbeitet.
Christoph Schlingensief dreht schon als Kind mit der Kamera des Vaters und Freunden Filme: Slapstick, Stop-Trick, Krimis. Den ersten künstlerischen Gehversuchen folgen Film, Theater, Hörspiele und öffentliche Performances. Mit Anfang 40 ist Christoph Schlingensief einer der bekanntesten und umstrittensten Künstler seiner Zeit: 1997 wird er wegen Störung der öffentlichen Ordnung auf der Documenta in Kassel verhaftet.
Anfang 2008 wird bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert und ein Lungenflügel entfernt. Christoph Schlingensief spricht öffentlich über seine Erkrankung. Auch dafür wird er kritisiert, doch viele Menschen sind berührt von seiner Offenheit. Schlingensief stirbt am 21. August 2010 mit 49 Jahren in Berlin.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
Prof. Sven Lindholm, Szenische Forschung Ruhr-Uni Bochum, Regisseur und Medienkünstler
Christoph Schlingensief: Ich weiß, ich war’s. Nachgelassene biographische Texte zu Leben und Werk, hrsg. von Aino Laberenz. Köln 2012
Christoph Schlingensief: Kein falsches Wort jetzt. Gespräche, hrsg. von Aino Laberenz. Köln 2020
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