400.000 Menschen. Ein Konzert ohne Sicherheitskräfte. Drei Tage Chaos bei Starkregen: Woodstock 1969 hätte ein Desaster werden müssen. Stattdessen wurde es zum Symbol für eine bessere Welt. Doch was war das eigentlich – diese Counterculture der 60er Jahre, die heute noch unsere Debatten prägt?
Von LSD-Trips zur Friedensbewegung, von Timothy Learys „Turn on, tune in, drop out“ bis zu den Mary Pranksters: Eine ganze Generation stieg aus dem American Dream aus. Sie suchten Alternativen zum Vietnamkrieg, zur Rassentrennung, zum biederen Wohlstandsdenken ihrer Eltern. Drogen wurden zur Bewusstseinserweiterung, Musik zur politischen Botschaft, freie Liebe zum gesellschaftlichen Statement.
Aber diese Gegenkultur war mehr als Hippie-Romantik. Sie verband schwarze Bürgerrechtler mit weißen Mittelklasse-Kids, Studentenproteste mit spiritueller Suche, Umweltbewegung mit Feminismus. Ein universalistisches Experiment: Alle Grenzen überwinden, alle Menschen als gleichwertig betrachten.
Heute kämpft eine neue Rechte mit denselben Methoden gegen genau diese Werte. Sie nennt sich „gegen das Establishment“ – und meint damit den liberalen Konsens, den die 60er schufen. Patrick und Jens fragen: Brauchen wir eine neue Counterculture? Und wo ist unser Woodstock gegen den Faschismus?
Themen
- Counterculture der 1960er Jahre und ihre Entstehung
- Woodstock 1969 als Symbol einer Generation
- Timothy Leary und die LSD-Bewegung
- Vietnamkrieg und Bürgerrechtsbewegung als Katalysatoren
- Unterschied zwischen Subkultur und Counterculture
- Moderne rechte Gegenkultur und ihre Strategien
- Aktuelle Protestbewegungen: Fridays for Future vs. Letzte Generation
- Demokratiegefährdung und neue Formen des Widerstands
Erwähnte Personen & Organisationen
- Timothy Leary: Harvard-Psychologe, LSD-Pionier und „Turn on, tune in, drop out“-Philosoph
- Ken Kesey: Autor und Anführer der „Merry Pranksters“, experimentierte mit LSD
- Tom Wolfe: Schriftsteller, dokumentierte die Pranksters in „Electric Kool-Aid Acid Test“
- Martin Luther King Jr.: Bürgerrechtsführer, „I Have a Dream“-Rede 1963
- Rosa Parks: Bürgerrechtlerin, Bus-Boykott in Montgomery 1955
- Jerry Rubin: Aktivist und Mitbegründer der „Yippies“ (Youth International Party)
- Abbie Hoffman: Aktivist und Yippie-Mitbegründer
- Stuart Brand: Unternehmer, inspirierte das erste Foto der Erde aus dem All
- Albert Hofmann: Schweizer Chemiker, entdeckte LSD
- Ronald Reagan: Kalifornischer Gouverneur, später US-Präsident
- Richard Nixon: US-Präsident während der Counterculture-Zeit
- Black Panther: Radikale schwarze Bürgerrechtsbewegung
- Weather Underground: Radikale linke Gruppe, half Timothy Leary bei der Flucht
Begriffe
- Counterculture: Gegenkultur, die bewusst gegen die Mehrheitsgesellschaft opponiert
- Subkultur: Teilkultur innerhalb der Gesellschaft ohne zwingenden Widerspruch zum Mainstream
- Jim Crow Gesetze: Rassentrennungsgesetze in den US-Südstaaten bis Mitte der 1960er
- Summer of Love: Sommer 1967 in San Francisco, Höhepunkt der Hippie-Bewegung
- Turn on, tune in, drop out: Timothy Learys Slogan für Bewusstseinserweiterung und Ausstieg
- Yippies: Youth International Party, mischte Politik mit Theaterprovokation
- Set and Setting: Psychologische Vorbereitung und Umgebung für psychedelische Erfahrungen
- Ich-Auflösung: Psychedelischer Zustand, in dem das Ego temporär verschwindet
- War on Drugs: US-amerikanischer „Krieg gegen Drogen“ seit den 1970ern
- Intersektionalität: Verbindung verschiedener sozialer Bewegungen und Diskriminierungsformen
Weiterführende Quellen
- Woodstock-Festival auf Wikipedia
- Counterculture der 1960er Jahre
- Tom Wolfe: Electric Kool-Aid Acid Test
- Die Chicago Seven – Film über radikale Aktivisten
- Mad Men – TV-Serie über die amerikanischen 1960er
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