Trumps Rohstoff-Deal: Ist das der Ausverkauf der Ukraine?
Feb 27, 2025
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Sebastian Gierke, SZ-Politikredakteur mit über drei Jahren Erfahrung im Bericht über den Ukraine-Krieg, diskutiert einen potenziellen Deal zwischen den USA und der Ukraine. Jenseits der militärischen Unterstützung wird erörtert, ob die Ukraine dabei verkauft wird. Gierke beleuchtet die geopolitischen Machtspiele und die komplexe Beziehung zwischen Trumps Forderungen und ukrainischen Rohstoffen. Zudem wird die Unsicherheit der NATO-Sicherheitsgarantien thematisiert und es gibt Einblicke in die neue Regierungskoalition in Österreich.
Das bevorstehende Abkommen zwischen den USA und der Ukraine könnte als Möglichkeit oder Risiko für Zelenskyj und den Friedensprozess interpretiert werden.
Die Unsicherheit bezüglich der Kontrolle über ukrainische Rohstoffe erschwert die strategische Planung und birgt Risiken für die Ukraine im Kontext internationaler Verhandlungen.
Deep dives
Deal zwischen USA und Ukraine
Die USA und die Ukraine stehen kurz davor, ein Abkommen zu unterzeichnen, bei dem die USA Rohstoffe aus der Ukraine als Gegenleistung für militärische Unterstützung erhalten. Ursprünglich hatte Präsident Zelenskyj diesen Deal abgelehnt, aber nach Veränderungen in den Bedingungen hat er sein Nein zurückgezogen. Die anfänglichen Forderungen von Donald Trump, die auf einem unrealistischen Betrag von 500 Milliarden Dollar basierten, wurden nicht mehr an den Abkommenstext angefügt, was zu einer Annäherung führte. Trotz dieser Änderungen bleiben viele Details unklar, was die Bereitschaft der Ukraine betrifft, dieses Abkommen zu unterschreiben.
Zelenskyjs Herausforderung und Rohstoffe
Zelenskyj hat schon früh in seinem Friedensplan angedeutet, dass die Rohstoffe der Ukraine eine Rolle in den Verhandlungen spielen könnten, ohne jedoch die Kontrolle über diese Angelegenheit zu verlieren. Durch Trumps aggressive Verhandlungsstrategie wurden diese Rohstoffe jedoch zur Verhandlungsmasse, was Zelenskyj in eine missliche Lage brachte. Es wurde festgestellt, dass die genauen Mengen und das Potenzial der Rohstoffe schwer zu schätzen sind, da viele von ihnen in von Russland besetzten Regionen liegen. Diese Unsicherheit über den Zugang zu Bodenschätzen erschwert die strategische Planung für die Ukraine.
Folgen des Abkommens für Vergangenheit und Zukunft
Die Auswirkungen des bevorstehenden Abkommens auf den Krieg in der Ukraine sind nicht eindeutig, da es sowohl als Möglichkeit für Zelenskyj gesehen wird, den Kontakt zu Trump aufrechtzuerhalten, als auch als Risiko einer potenziellen Kolonialisierung. Trump könnte versuchen, aus der Situation politischen oder wirtschaftlichen Vorteil zu ziehen, ohne die Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu bieten, die Zelenskyj einfordert. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Putin aus dieser Situation als Gewinner hervorgehen wird, insbesondere wenn die US-amerikanischen Sicherheitsgarantien unzureichend sind. Es ist derzeit unklar, wie sich dieses Abkommen auf den Friedensprozess auswirken wird und ob es langfristig tatsächlich zu einem Frieden oder einem Waffenstillstand führen kann.
In Washington könnte am Freitag ein Deal zwischen den USA und der Ukraine unterschrieben werden: Die USA sollen ukrainische Rohstoffe bekommen, als Gegenleistung für die US-Militärhilfen. Ist das ein Erfolg für die Ukraine – oder der Ausverkauf des Landes?
Darüber spricht in dieser Sendung von „Auf den Punkt“ SZ-Politikredakteur Sebastian Gierke, der seit inzwischen mehr als drei Jahren über den Ukraine-Krieg berichtet.
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