
WDR Zeitzeichen René Carmille: Mit Lochkarten gegen Hitler?
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Jan 8, 2026 Béatrice Touchelay, Professorin an der Universität Lille und Expertin für René Carmille, beleuchtet die umstrittene Rolle des Mannes mit den Lochkarten. Sie diskutiert, ob Carmille ein Widerstandskämpfer oder ein Bürokrat war, der mit Statistik jonglierte. Besonders spannend ist, wie seine Techniken sowohl von den französischen Widerstandskämpfern als auch von den deutschen Besatzern genutzt wurden. Die gefährlichen Konflikte mit dem Vichy-Regime und die moralischen Implikationen seiner Rassendaten werden ebenfalls thematisiert.
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Episode notes
Technokratischer Patriot
- René Carmille war ein pflichtbewusster Militärtechnokrat, der die Effizienz der Verwaltung priorisierte.
- Seine Ablehnung des Nationalsozialismus koexistierte mit Loyalität zum starken Staat und Vichy.
Lochkarten Als Tarnung
- Carmille nutzte Lochkarten, um zivile Karteien zu aktualisieren und wehrfähige Franzosen zu erfassen.
- Er tarnte die heimliche Mobilisierung als zivile Bevölkerungsstatistik in Lyon.
Rassistische Datensammlung
- Carmille führte in Fragebögen eine Frage nach der "jüdischen Rasse" ein und adaptierte damit rassistische Kategorien.
- Das zeigt, wie Verwaltungsinnovationen zugleich instrumentell für Ausschluss und Kontrolle werden können.
