Meine Lieblingsfolge 2024 - Franz Rogowski - Warum bist du so schamlos?
Jan 15, 2025
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Franz Rogowski, ein talentierter Schauspieler bekannt aus Filmen wie "Victoria" und "Passages", spricht über die Rolle von Scham in seiner Kunst. Er reflektiert über seinen Werdegang und die Herausforderungen im Bildungssystem. Themen wie Selbstwert, Empathie und der Umgang mit Extremen in seinem Beruf kommen zur Sprache. Franz teilt auch seine Erfahrungen mit Ayahuasca und Klettern, sowie die komplexe Beziehung zwischen Identität und gesellschaftlicher Wahrnehmung, die für seine kreative Arbeit entscheidend sind.
Franz Rogowski reflektiert über die Bedeutung von Scham als eine komplexe Emotion, die sowohl Verletzlichkeit als auch kreative Stärke hervorbringen kann.
Die Diskussion befasst sich mit der Herausforderung des Bildungssystems, das oft individuelle Talente nicht erkennt und soziale Isolation erzeugt.
Ayahuasca-Erfahrungen werden als transformative Ereignisse dargestellt, die das Bewusstsein für die eigene Verletzlichkeit und die Verbindung zu anderen stärken können.
Kreativer Ausdruck in der Kunst wird als Therapie beschrieben, die es ermöglicht, tiefsitzende Emotionen zu verarbeiten und bedeutungsvolle Verbindungen zu schaffen.
Deep dives
Persönliche Suche nach Zugehörigkeit
Die Äußerungen reflektieren die stetige Suche nach einem Platz in der Gesellschaft, der eigenständigen Identität und der Frage nach der eigenen Bestimmung. Der Gesprächspartner beschreibt ein Gefühl der Trennung vom Leistungssystem und dem Suchen nach einem erfüllenden Lebensweg, was sich als Herausforderung in seinem persönlichen und beruflichen Leben darstellt. Ein zentraler Punkt hierbei ist der Wunsch, sich in einem künstlerischen Beruf auszudrücken und das Bedürfnis, sich als wertvoller Teil der Gesellschaft zu erachten. Darüber hinaus wird angesprochen, wie Dysfunktionalität in der Gesellschaft dazu führt, dass Menschen bestimmte Zugänge oder Berufe zugewiesen werden, oft jedoch nicht erkannt wird, dass es auch alternative Wege geben könnte, erfolgreich zu sein und sich zugehörig zu fühlen.
Erfahrungen mit Scham und Identität
Der Gastgeber spricht offen über das Gefühl der Scham, insbesondere in Bezug auf gesellschaftliche Normen und Erwartungen. Es wird beschrieben, dass Scham oft aus persönlichen Unsicherheiten resultiert, aber auch als Antrieb für persönliche Wachstum und Veränderung empfunden werden kann. Der Dialog legt nahe, dass Scham komplexe Emotionen hervorbringen kann, die sowohl menschliche Verletzlichkeit als auch Stärke beeinflussen. Die Auseinandersetzung mit dieser Emotion hat dazu geführt, dass der Gesprächspartner seine Identität und seinen Platz in der Welt hinterfragt hat.
Einfluss von ADHS auf das Leben
Der Dialog thematisiert die Erfahrungen des Gesprächspartners mit ADHS und reflektiert darüber, wie dies seine Wahrnehmung und Lebensweise beeinflusst. Er zeigt, dass ADHS nicht unbedingt als Krankheit, sondern eher als abweichende Art des Seins betrachtet werden kann, die sowohl Herausforderungen als auch kreative Potentiale mit sich bringt. Die Erzählung verdeutlicht auch, dass ein hohes Maß an Energie und Hyperaktivität positiv genutzt werden kann, wenn die richtigen Rahmenbedingungen existieren. Gleichzeitig gibt es Einblicke in die Schwierigkeiten, die mit einem akademischen und leistungsorientierten System einhergehen und wie diese oft zu einem Gefühl der Isolation führen.
Künstlerische Ausdrucksformen und deren Bedeutung
Es wird darüber gesprochen, wie der kreative Ausdruck nicht nur eine Form der Selbstverwirklichung darstellt, sondern auch eine Möglichkeit, mit inneren Konflikten und Gefühlen umzugehen. Der Gastgeber hebt hervor, dass Schauspielerei und Kunst eine Plattform für vielseitige Emotionen bieten und eine Verbindung zu anderen Menschen herstellen können. Diese kreative Arbeit wird als eine Art Therapie beschrieben, die sowohl der Durchführung des eigenen Schaffens als auch der Reflektion von Lebensrealitäten dient. Der Ausdruck in der Kunst hat das Potenzial, tiefsitzende Schamgefühle zu transformieren und eine Gemeinschaft zu bilden.
Gesellschaftliche Dynamiken und deren Reflexion
Der Dialog beleuchtet die komplexen gesellschaftlichen Strukturen und das Streben nach Identität innerhalb dieser. Es wird thematisiert, wie Individuen mit verschiedenen Hintergrundgeschichten versuchen, sich Gehör zu verschaffen und gleichzeitig Teil des Diskurses zu bleiben. Dabei wird die Herausforderung angegangen, dass viele Menschen erleben, nicht die Möglichkeit zur Partizipation in Entscheidungsprozessen zu haben. Diese Trennung zwischen den verschiedenen sozialen Schichten wird als kritisch für das gesellschaftliche Gefüge betrachtet und wirft Fragen zur grundliegenden Struktur der Demokratie auf.
Erlebnisse bei Ayahuasca-Zeremonien
Die Erfahrung mit Ayahuasca wird als tiefgehend und transformativ beschrieben, wobei sowohl die positiven als auch die herausfordernden Aspekte dieser Reise zur Selbstentdeckung beleuchtet werden. Der Gastgeber teilt mit, wie die Zeremonie sowohl intensive Glücksgefühle als auch tief sitzende Ängste hervorrufen kann. Durch diese Erfahrungen, die oft an der Grenze zwischen Ekstase und Chaos existieren, wird ein tieferes Verständnis für sich selbst und die Verbindungen zu anderen ermöglicht. Dies führt zu dem Bewusstsein, dass wahre Gemeinschaft und Heilung in der Akzeptanz der eigenen Verletzlichkeit und der Verbindung mit anderen Menschen liegen.
Scham als Kunstform
Die Diskussion über Scham offenbart, wie eng sie mit dem Prozess des künstlerischen Schaffens verbunden ist. Scham wird nicht als negativ wahrgenommen, sondern als eine Emotion, die genutzt werden kann, um authentische Kunst zu erzeugen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Akzeptanz und Integration von Scham in die Darbietung dazu führen kann, dass die künstlerische Arbeit sowohl für den Darsteller als auch für das Publikum bedeutungsvoller wird. Diese Reflexion ermöglicht, Scham in einen Kontext zu setzen, der das kreative Potential stärkt und die individuelle Ausdruckskraft erweitert.
Vereinsamung und Gemeinschaft im modernen Leben
Die Erzählung thematisiert die wiederkehrende Erfahrung von Einsamkeit in einer zunehmend individualisierten Welt. Diese Einsamkeit wird kontrastiert mit dem Bedürfnis nach Gemeinschaft und einer tiefen Verbindung zu anderen Menschen. Der Gesprächspartner deutet an, dass trotz aller Möglichkeiten zur Vernetzung das Gefühl der Isolation weiterhin bestehen bleibt, was auf einen Mangel an echten zwischenmenschlichen Beziehungen hinweist. Der Dialog regt zum Nachdenken darüber an, wie wichtig es ist, solche Verbindungen aktiv zu suchen, um das eigene Wohlbefinden zu fördern.
Das Hotel Matze ist in der Winterpause. Als Wiederholung gibt es meine Lieblingsfolge 2024.
Mein Gast ist Franz Rogowski.
Franz ist Schauspieler. Vielen wurde er vor allem 2015 durch seine Rolle im Kinofilm “Victoria” bekannt, in dem eine Gruppe junger Leute in einer Berliner Nacht in einen Banküberfall verwickelt wird.
Inzwischen ist Franz international gefragt und hat eine beeindruckende Karriere hingelegt. Mich hat er an der Seite von Sandra Hüller im Spielfilm “In den Gängen” total beeindruckt und zuletzt war er zum Beispiel in dem in Paris spielenden Dreiecksdrama “Passages” zu sehen.
Ich wollte von Franz wissen, was das Thema Scham für ihn persönlich und für seine Arbeit als Schauspieler bedeutet, wieso er an unserem Bildungssystem gescheitert ist und warum er sich in den Extremen seines Berufs heimisch fühlt.
Wir sprechen über Franz’ Werdegang, es geht um Selbstwert, um Kontakt zum Außen und Innen, um Politik, Ayahuasca, Kunst und Sprache.