Rainer Schaller, Gründer von McFit und Fitness-Pionier, spricht über die dramatischen Folgen der Loveparade-Katastrophe von 2010 für sein Unternehmen. Trotz des Image-Schadens wächst McFit und wird europäischer Marktführer. Schaller erzählt von seiner Innovationskraft und der Gründung neuer Fitnesskonzepte wie High5 und John Reed. Außerdem beleuchtet er die Herausforderungen der Corona-Pandemie, die die Fitnessbranche erschüttert hat, und sein visionäres Projekt The Mirai, das Fitness und Forschung vereint.
Die Loveparade-Katastrophe 2010 führte zu erheblichen Imageproblemen für McFit, doch das Unternehmen konnte in der Folge weiterhin wachsen und Marktführer werden.
Rainer Schaller reagierte auf den wachsenden Wettbewerb von FitX mit der Gründung neuer Marken wie Hi5 und John Reed sowie visionären Projekten für die Zukunft.
Deep dives
Die Tragödie der Love Parade 2010
Bei der Love Parade 2010 in Duisburg kam es zu einer tragischen Katastrophe, als als Folge eines Massenstaus an der eingelegten Rampe 21 Menschen ihr Leben verloren und mehr als 600 verletzt wurden. Der Unglücksort war von einem 400 Meter langen Tunnel umgeben, der die Besucherströme lenken sollte, jedoch unzureichend für die Anzahl der anwesenden Menschen war. Rainer Schaller, der Gründer von McFit und Hauptsponsor der Veranstaltung, erhielt während der Feierlichkeiten die alarmierende Nachricht über die Vorfälle und verlor schnell die Kontrolle über die Situation. Die Medienberichterstattung über die Tragödie und die Frage nach der Verantwortung belasteten Schaller und sein Unternehmen schwer, wobei McFit als Hauptverantwortlicher wahrgenommen wurde, obwohl die organisatorischen Mängel von der zuständigen Firma Lopavent ausgingen.
Öffentliche Reaktionen und Verantwortung
Nach dem Unglück sah sich Rainer Schaller massiven Vorwürfen der Öffentlichkeit und des Papiers ausgesetzt, die sowohl seine Verantwortung als auch die von McFit für die Sicherheit der Veranstaltung in Frage stellten. In einer Pressekonferenz drückte er sein Mitgefühl für die Opfer und deren Familien aus, versicherte jedoch, dass ein detailliertes Sicherheitskonzept vorlag, welches nicht eingehalten wurde. Kritische Journalisten hinterfragten die Planungen, insbesondere die Logistik an einem einzigen Ein- und Ausgang für mehr als eine Million Menschen, was zu einem verheerenden Versagen führte. Trotz der Ungewissheit und der belastenden Vorwürfe blieben Schaller und sein Team vage und schoben die Verantwortung auf die laufenden Ermittlungen der Behörden.
Wachstum und neue Herausforderungen für McFit
Trotz des verheerenden Unglücks wuchs McFit weiter und erreichte signifikante Mitgliedszahlen, entwickelt neue Marken und Konzepte wie Kitu für Sporternährung und die Modelagentur McFit Models. Schaller versuchte, das negative Image seiner Firma zu wandeln, indem er das Logo verschönerte und die Marke neu positionierte. Jedoch sah er sich bald mit sinkender Kundenzufriedenheit und steigender Konkurrenz durch FitX konfrontiert, was ihn dazu zwang, seine Geschäftsstrategie zu überdenken. Die Einführung der Budgetstudio-Kette Hi5 und die Eröffnung des neuen Boutique-Studios John Reed sollten dem Druck standhalten, während Schaller weiterhin visionäre Projekte wie The Mirai plante, ein riesiges Fitnesszentrum, das Fitness für alle zugänglich machen sollte.
Folge 3/4: Ein Unglück auf der Loveparade stürzt McFit 2010 in die Krise. Trotz des Image-Schadens wächst das Unternehmen weiter und wird ein Jahr später europäischer Marktführer. Aber der Markt ist im Wandel und FitX wird schnell zu McFits stärkstem Konkurrenten. Schaller reagiert mit der Gründung von High5, John Reed und dem Online-Fitness-Anbieter Cyberobics. Aber das reicht ihm nicht. Mit der Hilfe großer Investoren plant Schaller ein Studio, das Fitness endgültig zum Volkssport machen soll. Doch dann stürzt die Corona-Pandemie die Welt ins Chaos.