
Die Leichtigkeit der Kunst Film ab! – Feminismus und Region im Film | Lotte Ruf
Lotte Ruf, Film ab! und die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Filme prägen Bilder von Orten, Menschen und Haltungen. Sie schaffen Narrative, die bleiben – leise oder laut, realistisch oder poetisch. Wenn eine Region beginnt, sich selbst zu erzählen, entstehen neue Perspektiven: jenseits von Klischees, vertrauten Genres und erwartbaren Zuschreibungen.
Diese Folge richtet den Blick auf Film als kulturelle Praxis. Es geht um regionale Erzählungen, um feministische Produktionsweisen und um die Frage, wie Herkunft, Haltung und Ästhetik zusammenwirken, wenn Geschichten für Kino, Fernsehen und Streaming entstehen.
Lotte Ruf
Produzentin, Grimme-Preisträgerin und Mitgründerin von Goldstoff Filme.
Im Gespräch wird deutlich, wie Film aus einer Region heraus entstehen kann – selbstbewusst, humorvoll und historisch fundiert.
Film & Identität
Film ist mehr als Unterhaltung. Er formt kollektive Vorstellungen davon, wie Orte aussehen, wie Menschen handeln und welche Geschichten erzählenswert sind. In dieser Folge erscheint Film als Medium, das Identität sichtbar macht – nicht durch Abbildung, sondern durch Auswahl, Tonfall und Perspektive.
Westfalen dient dabei als konkreter Ausgangspunkt. Nicht als festes Bild, sondern als offener Raum für Erzählungen zwischen Geschichte und Gegenwart.
Blicke, Wege, Prägungen
Lotte Ruf spricht über ihren Weg in die Filmproduktion, über frühe Einflüsse und über die Entscheidung, Geschichten aus der Region heraus zu entwickeln. Herkunft wird dabei nicht als Begrenzung verstanden, sondern als Ressource: für Stoffe, Figuren und Haltungen.
Deutlich wird eine Arbeitsweise, die auf Zusammenarbeit, Vertrauen und langfristige Entwicklung setzt. Filmproduktion erscheint hier als kollektiver Prozess – getragen von Haltung und Verantwortung.
Serien, Stoffe, Handschriften
Im Gespräch geht es um Serien wie Haus Kummerveldt und Die Baronesse. Beide Formate verbinden historische Stoffe mit zeitgenössischen Fragen und einer eigenständigen Bildsprache.
Filmische Erzählungen bewegen sich hier zwischen Märchen, Geschichte und Gegenwart. Burgen, Nebel und Landschaften werden nicht dekorativ eingesetzt, sondern als Teil der Narration. Regionale Motive erhalten Bedeutung durch Perspektive und Kontext.
Feministische Filmproduktion
Ein zentraler Aspekt des Gesprächs ist feministische Filmproduktion. Es geht um Arbeitsstrukturen, um Sichtbarkeit hinter der Kamera und um die Frage, wie Geschichten erzählt werden, wenn Machtverhältnisse reflektiert werden.
Feminismus erscheint hier nicht als Thema, sondern als Praxis: in Entscheidungsprozessen, in Stoffentwicklung und in der Zusammenarbeit mit Autor:innen, Regisseur:innen und Teams.
Regionale Bilder, globale Plattformen
Film entsteht heute in einem Spannungsfeld zwischen regionaler Verankerung und internationaler Auswertung. Streaming-Plattformen, Festivals und Preise verändern Produktionsbedingungen ebenso wie Sehgewohnheiten.
Lotte Ruf beschreibt, wie regionale Geschichten Anschlussfähigkeit gewinnen können, ohne ihre Eigenheit zu verlieren. Herkunft wird zur Stärke – nicht zur Folklore.
Warum Westfalen?
Westfalen fungiert in dieser Folge als Erzählraum, nicht als Marke. Die Region bietet Stoffe, Atmosphären und historische Tiefenschichten, die filmisch neu befragt werden können.
Die Frage, wie Regionen sich selbst erzählen, wird damit zu einer größeren gesellschaftlichen Frage: Wer spricht? Aus welcher Perspektive? Und mit welcher Verantwortung?
Themen dieser Folge
Filmproduktion · Regionale Erzählungen · Feminismus im Film · Serie · Herkunft · Identität · Westfalen
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Goldstoff Filme
1250 Jahre Westfalen
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Genau! Westfalen! ist eine Gesprächsreihe über Identität.
Ausgangspunkt ist das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen, welches Anlass für eine größere Frage bietet:
Was prägt Menschen, Regionen und Gemeinschaften?
Identität entsteht aus vielen Bereichen: aus Geschichte und Alltag, aus Arbeit, Sprache und Humor, aus Kultur, Sport, Ernährung, Musik, Film und Literatur. Die Reihe nähert sich diesen Prägungen über konkrete Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven – ruhig, beobachtend, offen.
Die Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wurde gefördert von der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturabteilung.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.


