Lisa Kaltenegger, Astrophysikerin am Carl-Sagan-Institut und Autorin von "Alien Earth", gibt spannende Einblicke in die Suche nach Leben im Universum. Sie erläutert, wie moderne Technologien wie das James-Webb-Teleskop und atmosphärische Lichtanalysen helfen, Exoplaneten zu identifizieren, die potenziell Leben beherbergen könnten. Die Chemie der Atmosphären und ihre Bedeutung für die Entdeckung von lebenswichtigen Molekülen stehen im Fokus. Kaltenegger teilt ihre Faszination für die Planetenforschung und die Herausforderungen ihrer Arbeit.
Die Entdeckung von über 1500 Supererden im Exoplanetenarchiv lässt auf zahlreiche mögliche Lebensräume im Universum schließen.
Das James-Webb-Teleskop ermöglicht durch Spektralanalysen das Identifizieren von Lebenszeichen in den Atmosphären entfernten Planeten.
Deep dives
Exoplaneten und ihre Bedeutung
Im Exoplanetenarchiv der NASA sind derzeit 5616 Exoplaneten registriert, die außerhalb unseres Sonnensystems existieren. Davon zählen über 1500 zu der Kategorie der Supererden, was bedeutet, dass sie mindestens so groß sind wie die Erde oder sogar bis zu 14 Mal größer. Besonders bemerkenswert sind die 200 erdähnlichen Planeten, die ernsthaftes Potenzial für die Existenz von Leben bieten könnten. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass es im Universum möglicherweise viele Orte gibt, an denen Lebensformen existieren könnten.
Der Weg zur Planetenentdeckung
Die Suche nach Leben im Universum ist eng mit der Beobachtung von Exoplaneten verbunden, wofür das James-Webb-Teleskop von entscheidender Bedeutung ist. Astronomen nutzen die Informationen, die im Licht dieser fernen Welten gespeichert sind, um chemische Zusammensetzungen zu analysieren und potenzielle Lebenszeichen zu identifizieren. Dies geschieht vor allem, wenn Planeten sich zwischen ihrer Sonne und der Erde bewegen und dabei das Licht filtrieren. So können Forscher durch Spektralanalysen feststellen, ob bestimmte Gase in der Atmosphäre vorhanden sind, die auf biologisches Leben hinweisen könnten.
Lebenssuche im Sonnensystem
Neben der Suche nach Exoplaneten spielt auch unser eigenes Sonnensystem eine wichtige Rolle in der Forschung nach extraterrestrialem Leben. Plätze wie der Mars und die Jupitermonde Enceladus und Europa bieten faszinierende Möglichkeiten, Lebensformen zu entdecken. Diese Regionen sind für direkte Erkundungen zugänglicher, was es Wissenschaftlern ermöglicht, Proben zu entnehmen und detaillierte Analysen durchzuführen. Die Kombination von Suche im Sonnensystem und der Analyse von Exoplaneten eröffnet einen breiten Horizont für die Astrobiologie.
Lisa Kaltenegger ist Astrophysikerin am Carl-Sagan-Institute in New York. Im ersten Teil unserer dreiteiligen Miniserie über „Außerirdische“ erklärt sie, mit welchen Techniken sich lebendige Organismen in fernsten Galaxien aufspüren lassen. Das Gespräch führen die P.M.-Journalisten Andreas Albes und Torben Müller.