Die radikale Rechte wirkt im ersten Augenblick geschlossen, offenbart jedoch erhebliche interne Spannungen und ideologische Risse zwischen verschiedenen Strömungen.
Steve Bannon kritisiert die neuen Tech-unterstützenden Kräfte, die er als 'Tech-Freudalisten' bezeichnet, und fordert ein Umdenken innerhalb der rechten Bewegung.
Der Postliberalismus wird als ernstzunehmendes Konzept dargestellt, das die liberale Hegemonie hinterfragt und den Diskurs über traditionelle Werte anregt.
Deep dives
Risse in der radikalen Rechten
Die radikale Rechte, verkörpert durch die AfD, wirkt zwar auf den ersten Blick geschlossen und stark, zeigt jedoch bei näherer Betrachtung erhebliche interne Spannungen. Diese Spannungen manifestieren sich in unterschiedlichen Auffassungen über die Richtung der Bewegung und den Umgang mit dem politischen Mainstream. Insbesondere die Konflikte zwischen verschiedenen Strömungen innerhalb der Rechten werden thematisiert, wobei die Diskussion um die richtige Balance zwischen radikalem und moderatem Auftreten besonders hervorzuheben ist. Diese Risse sind entscheidend für das Verständnis der Dynamiken und möglichen Richtungswechsel in der politischen Ausrichtung der rechten Bewegungen sowohl in den USA als auch in Deutschland.
Steve Bannon und das populistische Lager
Steve Bannon wird als zentrale Figur dargestellt, die den populistischen Teil der Rechten verkörpert und in einem Podcast über ihre inneren Widersprüche spricht. Bannon kritisiert die neu aufkommenden Tech-Unterstützer, die er als 'Tech-Freudalisten' bezeichnet, und stellt fest, dass diese Oligarchen eine veräußerte Sichtweise auf das menschliche Leben repräsentieren. Er ruft dazu auf, diese Entwicklung zu stoppen, um zu verhindern, dass nicht nur die USA, sondern die gesamte Welt zerstört wird. Diese Ansichten reflektieren den tiefen Konflikt zwischen der alten populistischen Rechten und den neuen, technikaffinen Kräfte und verdeutlichen die komplexen Machtverhältnisse innerhalb des rechten Lagers.
Der Einfluss von Tech-Oligarchen
Technik-Mogule wie Elon Musk und Peter Thiel bringen einen neuen Ansatz in die rechtspopulistische Bewegung ein, der sich von traditionellen rechten Ideologien unterscheidet. Sie betonen Individualismus und technologische Lösungen für gesellschaftliche Probleme und widersprechen dabei den kollektivistischen Ansätzen von klassischen Nationalisten. Diese Tech-Oligarchen sehen sich selbst als visionäre Führer, die glauben, dass Innovation die Probleme der Gesellschaft lösen kann, während sie gleichzeitig gegen Regulierungen kämpfen. Diese Faktoren schaffen ein Spannungsfeld zwischen nationalistischen und technologischen Ansätzen, das die Zukünfte und Ideologien innerhalb der Rechten weiter auseinanderdriften lässt.
Postliberalismus und der Aufstieg der neuen Rechten
Der Postliberalismus wird als ideologisches Konzept vorgestellt, das die liberale Hegemonie hinterfragt und traditionelle Werte zurück in den politischen Diskurs bringen möchte. Patrick Deneen, einer der prominentesten Vertreter, kritisiert sowohl den liberalen als auch den neoliberalen Ansatz und postuliert, dass die Gesellschaft unter der atomisierenden Wirkung des Liberalismus leidet. Er fordert eine Rückbesinnung auf Gemeinschaft, Familie und Tradition, was die bestehenden innerparteilichen Auseinandersetzungen zwischen Tech-Oligarchen und populistischen Nationalisten weiter entfacht. Die Diskussion um den Postliberalismus zeigt, wie sich der politische Diskurs in der Rechten wandelt und einen neuen Rahmen für die Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Landschaft bietet.
Kaminfeuer und Wahlerfolg: Die Dynamik der AfD
Der Erfolg der AfD im politischen Spektrum wird als Resultat einer geschickten Ausnutzung von gesellschaftlichen Ängsten und Unzufriedenheit verstanden. Der Einfluss von Donald Trump und der Mager-Bewegung in den USA wird als Katalysator für die Popularität der AfD wahrgenommen, die sich auf dieser Welle des nationalistischen Aufwinds hat treiben lassen. Intern führt der Spagat zwischen libertären und nationalen Ansätzen zu einem dynamischen, wenn auch konfliktreichen Dialog, der sowohl die Basis als auch die Führung der Partei prägt. Diese Dynamik zeigt, dass die AfD, trotz ihrer internen Spannungen, die Fähigkeit besitzt, sich an die veränderten politischen Gegebenheiten anzupassen und somit als relevanter Akteur im politischen Diskurs zu agieren.
Die radikale Rechte in Deutschland und den USA lässt sich grob in zwei Lager teilen: Auf der einen Seite die Tech-Enthusiasten um Musk, denen auch die deutsche AfD-Chefin Alice Weidel nacheifert, die auch in ihrer deutschen Partei schon länger einen staatsskeptischen, wirtschaftsliberalen Ansatz verfolgt. Auf der anderen Seite stehen Vordenker wie der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon oder in Deutschland Verleger Götz Kubitschek, die eine eher sozial patriotische Ideologie anhängen: Der starke Staat als sozialpolitisch engagierter Kümmerer für die “richtigen” Amerikaner oder die “richtigen Deutschen”.
Worin unterscheiden sich die Lager genau, wie beeinflussen sie sich gegenseitig – und warum ist es bisher nicht zum Bruch gekommen? Darüber sprechen Robert Pausch, Paul Middelhoff und Lisa Caspari aus den Politikredaktionen von ZEIT und ZEIT ONLINE in einer neuen Ausgabe des Podcasts “Was Jetzt? - Der Wahlkreis.”
Die nächste Ausgabe von Was Jetzt? - Der Wahlkreis erscheint am 25.4
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