#5: Ist Europa wirtschaftlich der große Verlierer und die USA der Gewinner des Ukrainekrieges?
Nov 6, 2024
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Der Ukrainekrieg hat nicht nur menschliches Leid, sondern auch wirtschaftliche Verlierer und Profiteure hervorgebracht. Experten diskutieren, wie die USA und China in diesem Konflikt gewonnen haben, während Europa unter steigenden Preisen leidet. Zudem wird die Verteidigungsindustrie Europas analysiert und die strategischen Veränderungen vorgestellt. Ein Blick auf die Energiesituation zeigt, dass europäische Staaten zunehmend von russischen Gasimporten unabhängig werden müssen, was die Abwanderung von Unternehmen in die USA verstärken könnte.
Die USA und China sind die Hauptprofiteure des Ukrainekriegs, während Europa und die Ukraine als klare wirtschaftliche Verlierer dastehen.
Die steigenden Energiekosten in Europa gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und führen zu einer Abwanderung von Unternehmen in die USA.
Deep dives
Wirtschaftliche Gewinner und Verlierer des Ukraine-Kriegs
Die USA und China sind die Hauptprofiteure des Ukraine-Kriegs, während Europa und die Ukraine als klare Verlierer angesehen werden. Die USA haben von einem Anstieg der Rüstungsausgaben profitiert, da mehr als die Hälfte der US-Hilfen direkt in die Rüstungsindustrie flossen, was Unternehmen wie Lockheed Martin zugutekommt. China hat seine Position als wichtiger Handelspartner für Russland gestärkt, da russische Exporte vermehrt in Richtung China umgeleitet wurden. Europa hingegen muss hohe Energiepreise und alternative Bezugsquellen bewältigen, was die wirtschaftliche Stabilität erheblich belastet.
Energiekrise in Europa
Die Energiekosten in Europa sind seit Beginn des Krieges stark angestiegen, was die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie erheblich beeinträchtigt. Schätzungen zufolge müssten allein die zusätzlichen Energiekosten in Europa etwa 300 Milliarden Euro betragen, während die USA von ihrer Energieautarkie profitieren. Die Abkopplung von russischem Gas hat zu einem Anstieg der Energiepreise geführt, was energieintensive Branchen wie die Chemie- und Stahlindustrie unter Druck setzt. Diese Entwicklung hat zudem dazu geführt, dass viele Unternehmen abwandern, da die USA aufgrund niedrigerer Energiepreise und industrieller Anreize attraktiver geworden sind.
Die Rolle der Rüstungsindustrie
Die Rüstungsindustrie spielt eine zentrale Rolle im wirtschaftlichen Kontext des Krieges, mit signifikanten Ausgaben sowohl in den USA als auch in Europa. Während die amerikanischen Rüstungsunternehmen von der militärischen Unterstützung der Ukraine profitieren, zeigen auch europäische Unternehmen wie Rheinmetall einen Anstieg der Aktienkurse und Gewinne. Allerdings bleibt der europäische Rüstungssektor viel kleiner als der amerikanische, was bedeutet, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen in den USA weitreichender sind. Der Trend zur Aufrüstung in Europa ist ein Zeichen für den Bedarf an verstärkter Verteidigungsausgaben in der aktuellen geopolitischen Situation.
Kriege haben es an sich, dass sie neben dem menschlichen Leid eben auch wirtschaftliche Profiteure und Verlierer hervorbringen. Das ist beim Ukrainekrieg nicht anders. Doch was lässt sich gut zweieinhalb Jahre nach Kriegsbeginn diesbezüglich erkennen? Lassen die Daten bereits klare Schlüsse zu, wer wirtschaftlich die meisten Vorteile aus dem Konflikt gezogen und wer abgesehen von der Ukraine am meisten verloren hat – und noch immer verliert?
Die Russland-Experten Eduard Steiner und Vasily Astrov sehen sich in der fünften Folge des „Presse“-Podcast zur russischen Wirtschaft das Phänomen näher an. Und kommen zur Erkenntnis, dass das Verhältnis zwischen wirtschaftlichen Siegern und Gewinnern auffällige Schlagseite hat.
Der Podcast zur russischen Wirtschaft
Ringt der Westen mit Sanktionen Russland nieder? Oder braucht Russlands Wirtschaft Europa gar nicht mehr? Was spielt sich da wirklich ab hinter dem neuen Eisernen Vorhang, seit Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine führt? Eduard Steiner, langjähriger Russland-Korrespondent, und Vasily Astrov, Russland-Experte des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), liefern nüchterne Analysen und erklären, warum vieles nicht so ist wie oft behauptet.
Abrufbar unter DiePresse.com/podcast und auf allen gängigen Podcatchern.
Redaktion: Eduard Steiner, Julia Pollak
Produktion: Georg Gferer/audio-funnel.com
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