Hubert Wetzel, SZ-Brüssel-Korrespondent und Experte für Handelspolitik, beleuchtet die weitreichenden Folgen von Trumps Einfuhrzöllen auf die EU. Er erklärt, wie die 20 Prozent Zölle europäische Exporte belasten und die Preise erhöhen könnten. Wetzel diskutiert die Unsicherheiten im transatlantischen Handel und die ausbleibenden Verhandlungschancen mit Trump. Außerdem geht er auf die falschen Berechnungen der Handelsbarrieren ein und thematisiert die globalen Marktreaktionen und potenzielle Spannungen zwischen den NATO-Staaten.
Trumps Einführung von Einfuhrzöllen, insbesondere 20 Prozent für die EU, könnte zu einem drastischen Rückgang der Exporte europäischer Unternehmen führen.
Die EU bereitet Gegenmaßnahmen vor, während unterschiedliche Interessen innerhalb Europas die Solidarität in der Reaktion auf Trumps Zollpolitik herausfordern könnten.
Deep dives
Trumps Zollpolitik und ihre globalen Auswirkungen
Donald Trump hat die globalen Handelsregeln mit der Einführung neuer Einfuhrzölle grundlegend verändert und behauptet, damit die USA von Ungerechtigkeiten zu befreien. Diese Zölle, die pauschal 10 Prozent für alle Importe und deutlich höhere Sätze für bestimmte Länder wie 34 Prozent für China und 20 Prozent für die EU umfassen, könnten zu einem drastischen Rückgang der Exporte von deutschen und europäischen Unternehmen in die USA führen. Die Schwierigkeiten für US-Firmen, ausländische Waren zu importieren, sowie die Möglichkeit, dass einige Unternehmen ihre Produktion in die USA verlagern, könnten die Handelsdynamik zusätzlich beeinflussen. Diese Zollpolitik hat das Potenzial, einen Handelskrieg zwischen den USA und der EU auszulösen, was ernsthafte wirtschaftliche Konsequenzen für beide Seiten mit sich bringen könnte.
Die europäische Reaktion auf Trumps Maßnahmen
Die EU scheint sich auf die Möglichkeit von Gegenmaßnahmen vorbereitet zu haben, da die Kommission bereits eine Liste von amerikanischen Produkten für mögliche Gegenzölle erstellt hat. Diese Zölle würden die Exporte der EU in die USA um etwa 20 Prozent verteuern, woraus sich die Frage ergibt, ob diese Kosten an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben oder von europäischen Unternehmen getragen werden müssen. Es wird befürchtet, dass ein Handelskrieg, obwohl noch ohne militärischen Charakter, in der Tat massive wirtschaftliche Auseinandersetzungen nach sich ziehen könnte, da jede Reaktion als Zeichen der Schwäche verstanden werden könnte. Teilweise gibt es innerhalb Europas unterschiedliche Interessen, was die Solidarität in der Reaktion auf Trumps Zölle herausfordert und die Situation weiter kompliziert.
Zahlen und Missverständnisse in der Handelsdebatte
Trump hat seine Zollentscheidung unter Berufung auf falsch interpretierte oder übertriebene Zahlen begründet, die das Handelsdefizit und angebliche Handelshemmnisse der EU gegenüber den USA darstellen. Stattdessen stellte sich heraus, dass die behaupteten 39 Prozent Handelsbarrieren der EU für die USA nicht nachvollziehbar sind und auf einer irreführenden Berechnung beruhen. Diese Missverständnisse könnten die Diskussion über den Freihandel zusätzlich belasten und die Verhandlungen zwischen den Akteuren erschweren. Mit der Unsicherheit über die echte Situation könnten sich die Spannungen weiter zuspitzen und die globalen Handelsströme beeinträchtigen.
US-Präsident Donald Trump hat die Ära des globalen Freihandels beendet. Er hat Waren aus der ganzen Welt mit Einfuhrzöllen belegt. Für Importe aus der EU sollen vom Wochenende an 20 Prozent Zölle gelten. Das wird für europäische Unternehmen schwerwiegende Folgen haben. Exporte könnten einbrechen und Produkte teurer werden.
Noch versucht die Europäische Kommission eine weitere Eskalation des Handelskonflikts abzuwenden. Aber viele Hoffnungen auf eine gute Lösung, zum Beispiel in einer Verhandlung mit Donald Trump, gibt es inzwischen nicht mehr. So schätzt es zumindest der SZ-Brüssel-Korrespondent Hubert Wetzel ein. Er erklärt im Podcast, welche Folgen die Zölle haben werden, und welche Optionen der EU jetzt noch bleiben.
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