Pride: Wie zeigen TV & Streaming die queere Community?
Jun 12, 2022
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Im Pride Month wird die Sichtbarkeit der queeren Community in Film und Fernsehen beleuchtet. Es wird diskutiert, wie wichtig positive Vorbilder sind und welche Herausforderungen queere Charaktere in den Medien haben. Die persönliche Reflexion von Avi und Leni über ihre Erfahrungen zeigt die Bedeutung von Diversität und Repräsentation auf. Außerdem wird auf die Problematik von Queercoding und Queerbaiting eingegangen, die die Unterstützung der LGBTQ+-Community erschwert. Ein aufschlussreicher Dialog über Identität und Anerkennung!
36:36
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Quick takeaways
Die mangelnde Sichtbarkeit queerer Charaktere in den Medien beeinflusst stark die Identitätsentwicklung und das Selbstverständnis junger LGBTQ+-Menschen.
Trotz Fortschritten in Streaming-Diensten bleibt die repräsentative Darstellung oft stereotyp und unrealistisch, was die Identifikation erschwert.
Deep dives
Die erste Begegnung mit queerer Repräsentation
Maxi erinnert sich an den prägenden Moment seiner Jugend, als er zum ersten Mal eine Beziehung zwischen zwei Männern im Fernsehen sah. Diese Darstellung bei GZSZ war für ihn wie ein magischer Moment, der sein Verständnis von Liebe und Identität nachhaltig beeinflusste. Während seiner Kindheit musste er die Serie heimlich schauen, da er fürchtete, dass seine Familie seine sexuelle Orientierung nicht akzeptieren würde. Der Einfluss dieser Medien ein solcher Momente auf queere Jugendliche ist enorm, da sie selten Vorbilder in ihrem direkten Umfeld finden.
Bedeutung von Vorbildern in den Medien
Die Medienpsychologin Sabine Trepte betont die Notwendigkeit von Diversität in den Medien, insbesondere für marginalisierte Gruppen wie die LGBTQ-Plus-Community. Sie hebt hervor, dass fehlende Vorbilder in der Gesellschaft die Identitätsentwicklung von queeren Menschen stark beeinflussen können. Für Jugendliche kann das Fehlen solcher Repräsentationen in ihrem Alltag dazu führen, dass sie sich isoliert fühlen und Schwierigkeiten haben, ihre eigene Identität zu akzeptieren. Vorbilder können nicht nur Inspiration bieten, sondern auch Verhaltensweisen und Lebensentwürfe aufzeigen, die ansonsten unbekannt bleiben.
Repräsentation in Streaming-Diensten
Die Analyse der Sichtbarkeit von queeren Charakteren in Streaming-Diensten zeigt, dass trotz der größeren Vielfalt oft die Realität nicht widerspiegelt wird. Viele Plattformen neigen dazu, ihre Angebote überschlagend zu vermarkten, was zu einem verzerrten Bild der Diversität führt. Der Anteil der nicht-heterosexuellen Menschen in den Medien sollte bei etwa 11% liegen, was aber in der Realität oft nicht erreicht wird. Besonders der Mangel an positiven und komplexen Darstellungen queerer Charaktere könnte die Identifikation für viele Zuschauer erschweren.
Die Herausforderung von Sichtbarkeit versus Repräsentation
Die Differenzierung zwischen Sichtbarkeit und Repräsentation ist wesentlich für eine gelungene Medienpräsentation. Sichtbarkeit alleine bedeutet nicht, dass die Charaktere realistisch oder positiv dargestellt werden; oft geschieht dies in stereotypen Rollen. Queerbaiting ist ein weiteres Problem, das auftritt, wenn Medien das Interesse der queeren Community wecken wollen, ohne tatsächliche Geschichten auszubauen, was enttäuschend für die Zuschauer ist. Um den Bedürfnissen der LGBTQ-Plus-Community gerecht zu werden, müssen Geschichten authentisch und vielschichtig erzählt werden, wobei alle Facetten menschlicher Identität sichtbar gemacht werden sollten.
Es ist Pride Month und das bedeutet: Regenbogen everywhere! Aber wenn wir den Fernseher anmachen, dann sehen wir da in der Regel gar nicht mal so viele Menschen aus der LGBTQ+ Community. Bei Netflix sind das gefühlt schon etwas mehr. Aber queere Vorbilder sind in den Medien immer noch sehr vereinzelt zu sehen… oder? In dieser Folge geht es darum, wie es um die Sichtbarkeit von queeren Menschen in den Medien steht, wie die Community in Film und Fernsehen dargestellt wird und was es da immer noch für Probleme gibt. Dafür sprechen wir mit Forscherinnen und Menschen aus der Community, unter anderem Avi und Leni von Queer Eye Germany.
Die Studie von Prof. Prommer zum Fernsehen findet ihr hier, die Ergebnisse ihrer Studie zum Streaming hier. Eine Übersicht über die Verteilung von queeren Menschen in der Bevölkerung gibt es in der LGBT+ Pride 2021 Global Survey. Zur Studie von Bradley Bond von der Uni San Diego geht es hier lang. Und schaut doch gerne mal auf Maxis TikTok und Avis und Lenis Instagram vorbei.