
Der Rest ist Geschichte Völkermord - Das schlimmste aller Verbrechen
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Jan 8, 2026 Kerstin von Lingen, Professorin für Zeitgeschichte mit Fokus auf Genozidforschung, analysiert den Herero- und Nama-Völkermord und erklärt dessen historische Bedeutung. Stefanie Bock, Professorin für Völkerstrafrecht, erläutert die juristischen Herausforderungen der Genozidkonvention. Sie diskutieren Beweisstandards und die Definition von Völkermord. Auch aktuelle Konflikte werden thematisiert, wie etwa die Situation in Gaza, und die Bedeutung der Anerkennung für Opfer und Täter wird hervorgehoben.
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Erster Genozid In Deutsch-Südwestafrika
- Die deutschen Kolonialtruppen trieben Herero und Nama 1904/1908 in die Wüste und besetzten Wasserstellen, sodass Zehntausende verhungerten und verdursteten.
- Heute zählt diese Vernichtung von bis zu 100.000 Menschen als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts und wurde 2021 von der Bundesregierung anerkannt.
Raphael Lemkins Wortschöpfung
- Raphael Lemkin prägte 1944 den Begriff Genozid und kombinierte griechisch genos mit lateinisch cide, um das Töten von Völkern zu beschreiben.
- Seine Erfahrungen mit Pogromen und dem Armeniergenozid flossen in sein Werk 'Axis Rule in Occupied Europe' ein.
Neue Dimension Der Massengewalt
- Das 20. Jahrhundert erhöhte Gewalt durch neue Waffentechnologien, Bürokratie, Rassenideologie und Propaganda, wodurch Massenvernichtung systematisch möglich wurde.
- Diese Kombination machte Völkermord als juristischen Straftatbestand notwendig, wie Lemkin und andere Juristen erkannten.


