In dieser Folge geht es um die wachsende Sichtbarkeit von ADHS, insbesondere in sozialen Medien. Erwachsene sind oft unterdiagnostiziert, was zu Missverständnissen und Mythen führt. Die persönlichen Geschichten von Betroffenen zeigen, wie herausfordernd verspätete Diagnosen sein können. Außerdem wird das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn erklärt und wie dies die Informationsverarbeitung beeinflusst. Eine umfassende Aufklärung über ADHS ist dringend notwendig, um Vorurteile abzubauen und die Behandlung zu verbessern.
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Quick takeaways
ADHS wird häufig bei Erwachsenen, insbesondere bei Frauen, unterdiagnostiziert, was zu einem Mangel an Unterstützung und frühzeitiger Behandlung führt.
Traditionelle Geschlechterrollen beeinflussen die Wahrnehmung von ADHS, wodurch häufig die Symptome bei Mädchen übersehen und nicht ernst genommen werden.
Deep dives
Verborgene Herausforderungen von ADHS
ADHS ist eine häufig unterdiagnostizierte Erkrankung, besonders bei Erwachsenen, was zu einem hohen Aufkommen unerkannter Fälle führt. Viele Betroffene nehmen ihre Symptome einfach als Teil ihrer Persönlichkeit wahr und scheuen sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies betrifft insbesondere Frauen, bei denen der unaufmerksame Subtyp von ADHS oft nicht erkannt wird, was darauf hinweist, dass die Diagnosekriterien möglicherweise nicht spezifisch genug sind. Das Fehlen eines klaren Bewusstseins für ADHS in der allgemeinen Gesellschaft verstärkt die Schwierigkeit, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Der Einfluss von Geschlechterstereotypen auf die Diagnose
Traditionelle Geschlechterrollen und stereotype Erwartungen spielen eine zentrale Rolle bei der Diagnose von ADHS, da Ärzte häufig dazu neigen, bei Jungen eine hyperaktive Form zu vermuten und bei Mädchen die weniger auffällige, unaufmerksame Form zu übersehen. Diese Voreingenommenheit führt dazu, dass viele Mädchen nicht die notwendige Unterstützung erhalten, da ihre Symptome nicht als ernsthafte gesundheitliche Probleme wahrgenommen werden. Ein Beispiel ist Lotti, die erst spät die richtige Diagnose erhielt, nachdem sie jahrelang mit anderen psychischen Erkrankungen behandelt worden war. Diese Situation zeigt, wie wichtig es ist, Stereotypen zu hinterfragen und eine differenzierte Diagnostik zu fördern.
Medikamentöse Behandlung und ihre Missverständnisse
Die Behandlung von ADHS umfasst häufig medikamentöse Therapiemöglichkeiten, die jedoch von vielen als riskant oder süchtig machend betrachtet werden. Medikamente wie Ritalin, die bei ADHS-Betroffenen eine beruhigende Wirkung haben können, sind mit vielen Missverständnissen behaftet. Bei richtiger Dosierung helfen diese Medikamente, den Stoffwechsel im Gehirn auszugleichen und dadurch die Symptome der Erkrankung zu mildern. Die Entscheidung für eine medikamentöse Behandlung sollte in enger Absprache mit Fachleuten erfolgen, um individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen und Vorurteile abzubauen.
Auf Social Media gibt es gerade viele Posts zum Thema ADHS, dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Früher hat man geglaubt, dass nur Kinder die psychische Störung haben können. Seit ein paar Jahren weiß man aber, dass es auch Erwachsene betrifft – nur dass die Symptome bei ihnen anders ausfallen. Aber woran merkt man, ob man ADHS hat? Und wie kann sich das auswirken? Darum geht es in dieser Folge von Wissen Weekly. Wir haben mit verschiedenen ADHS-Spezialist*innen und Betroffenen darüber gesprochen, warum es so wichtig ist, dass die Störung erkannt wird, wenn man sie hat – und warum gerade Frauen unterdiagnostiziert sind.
Einen ersten Überblick zu den Symptomen und Risiken von ADHS bei Erwachsenen findet ihr hier. Das hier ist außerdem ein Link zu einer aktuellen Studie darüber. Außerdem kommt in unserem Podcast eine Studie über die Vorurteile, die es in der Gesellschaft gegen ADHS gibt, vor. Die kann man sich hier anschauen.
Wenn euch diese Folge gefällt, dann interessiert euch vielleicht auch diese hier zur Frage, woher unsere Unverträglichkeiten kommen.
Diese Folge ist auf Anregung aus unserer Community hin entstanden. Wenn ihr auch ein Thema habt, das wir von Wissen Weekly uns mal angucken sollen, dann schickt Lisa-Sophie auf Instagram eine Nachricht.