
Kreide. KI. Klartext. Drei Perspektiven auf KI im Referendariat
In dieser Folge geht es darum, wie KI die Ausbildung angehender Lehrkräfte im Referendariat verändert, von der Planung der Lehrprobe bis zur Prüfungskultur.
Als Gäst*innen mit dabei:
🔸 Catrin Ingerfeld-Bloemertz Catrin Ingerfeld-Bloemertz ist seit 2017 Fachleiterin für Deutsch am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Mönchengladbach. Gemeinsam mit Iris Laube-Stoll beschäftigt sie sich als „Ingerfeld + Laube“ seit der Pandemie mit Fragen zu Unterricht, Lehrkräftebildung und zeitgemäßer Lernkultur.
🔸 Georg Schlamp Georg Schlamp ist seit rund 17 Jahren Seminarlehrer für Englisch an einem Gymnasium bei München und bundesweit als Fortbildner unterwegs. Er setzt sich seit vielen Jahren für eine zeitgemäße Schule ein, die sich an den Rechten von Kindern und Jugendlichen orientiert, und beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit KI.
🔸 Julian Rechlin Julian Rechlin unterrichtet Englisch und Spanisch am selben Gymnasium, an dem er von 2023 bis 2025 sein Referendariat absolviert hat. Zuvor arbeitete er drei Jahre als Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Salamanca, heute hält er gemeinsam mit Georg Schlamp Vorträge und Fortbildungen.
🎧 In dieser Episode sprechen Cynthia und Diana mit Catrin Ingerfeld-Bloemertz, Georg Schlamp und Julian Rechlin darüber, welche Rolle KI im Referendariat spielt und spielen sollte. Zum Einstieg vergleichen sie die Ausbildung in Nordrhein-Westfalen und Bayern, vom ZfsL mit fünf Unterrichtsbesuchen bis zum bayerischen Seminarschulsystem mit viel Coaching und nur drei bewerteten Stunden. Julian erzählt, wie er KI bei seinen Lehrproben eingesetzt hat und warum die Grundidee trotzdem von ihm selbst kommen sollte. Im Mittelpunkt steht außerdem die Prüfungskultur: warum KI-Detektoren Misstrauen schüren, weshalb 45-minütige Prüfungsstunden kaum zum selbstorganisierten Lernen passen und ob es am Ende überhaupt eine Note braucht. Zum Schluss gibt es Tipps für angehende Referendar*innen und konkrete Wünsche an die Kultusministerien: mehr Gestaltungsfreiheit, Geld für KI-Werkzeuge und vor allem Zeit für Fortbildung.
💡 Key-Takeaways
KI als Sparringspartner, nicht als Ghostwriter: Wer zuerst eine eigene Idee entwickelt und die KI danach zum Prüfen und Nachschärfen nutzt, lernt mehr und plant Unterricht, der wirklich zur eigenen Lerngruppe passt.
Prüfungskultur neu denken: Statt zu fragen, wie KI aus Prüfungen herausgehalten werden kann, sollte im Mittelpunkt stehen, was Prüfungen eigentlich sichtbar machen sollen, denn KI-Detektoren funktionieren nicht und fördern Misstrauen.
Expertise ist keine Einbahnstraße: Ausbildende und Lehrkräfte dürfen sich von Referendar*innen und Schüler*innen überholen lassen und gemeinsam mit ihnen lernen, statt am eigenen Wissensvorsprung festzuhalten.
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