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Engelbert Dollfuß, Austrofaschismus und die ÖVP - #655

Dec 28, 2021
Lucile Dreidemy, Historikerin und Autorin des Buches 'Der Dollfuß-Mythos', und Gabriella Hauch, Professorin für Frauen- und Geschlechtergeschichte, beleuchten die komplexen Verbindungen zwischen dem Austrofaschismus und Geschlechterpolitik. Sie diskutieren den Mythos um Engelbert Dollfuß, die problematischen Darstellungen in Museen und die Nachwirkungen seines Regimes auf die Gleichstellung der Geschlechter. Der Einfluss der ÖVP auf die Geschichtsschreibung wird kritisch hinterfragt und die Notwendigkeit einer unabhängigen Aufarbeitung betont.
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INSIGHT

Personalisierte Erinnerung Verzerrt Geschichte

  • Der "Dollfuß-Mythos" zentriert die Erinnerung an den Austrofaschismus auf eine Person und überspielt problematische Aspekte.
  • Dadurch werden antidemokratische Traditionen und Verantwortung der Christlich-Sozialen oft ausgeblendet.
ANECDOTE

Geburtshausmuseum Als Pilgerort

  • Das Museum im Geburtshaus präsentiert Dollfuß stark personenzentriert mit Schaukelpferd und Uniformen ohne kritische Einbettung.
  • Exponate erzeugen dabei eher Verehrung als historische Kontextualisierung.
INSIGHT

Narrativ Der Alternativlosigkeit

  • Problematisch ist die Darstellung, die Dolfuß' autoritäre Maßnahmen als unvermeidbare Abwehr gegen "Rot" und "Braun" legitimiert.
  • Kritische Elemente werden gezeigt, aber nicht eingebettet oder bewertet.
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