
ROCKETFUEL - Der Change Podcast! Wie wird Körpersprache zu einem Change Tool, Stefan Verra? - Folge 255
In dieser Episode von rocketfuel trifft unser Host Oliver Kemmann auf Stefan Verra, einen der bekanntesten Experten für Körpersprache im deutschsprachigen Raum. Kennengelernt haben sich die beiden nicht auf einer Bühne, sondern in Osttirol. Dort, wo Beobachtung noch Handwerk ist und Haltung nicht erklärt, sondern gelebt wird. Vielleicht kein Zufall, denn genau darum geht es in diesem Gespräch. Um Wirkung. Um Präsenz. Um das, was zwischen den Worten passiert.
Stefan Verra erzählt von einem ungewöhnlichen Weg. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, geprägt von einem Vater, der aus Baumstämmen menschliche Figuren formte, lernte er früh, wie sehr Körper, Spannung und Haltung darüber entscheiden, ob etwas lebendig wirkt. Körpersprache war kein Begriff, aber Alltag. Später studierte er Musik in Wien, spielte Schlagzeug und lernte auf der Bühne, dass Menschen nicht nur hören, sondern sehen wollen. Dass Wirkung entsteht, lange bevor Inhalte greifen.
Ein zentrales Thema der Episode ist Verras Ansatz, Körpersprache nicht zu psychologisieren, sondern zu entmystifizieren. Verschränkte Arme sind kein Charaktermerkmal, überschlagene Beine keine innere Haltung. Vieles ist Gewohnheit, Biologie, gespeicherte Bewegung. Das eigentliche Problem liegt woanders. Menschen glauben zu wissen, wie sie wirken. Tun sie aber nicht. Fast alle halten sich für freundlich. Die Wirkung nach außen erzählt oft eine andere Geschichte.
Hier setzt auch Verras zentrales Konzept an, das er „Vom Du zum Super-Du“ nennt. Es geht nicht darum, lauter, dominanter oder performativer zu werden. Sondern darum, im Blick der anderen nicht eines von vielen Du zu sein, sondern ein besonderes. Ein Super-Du. Nicht durch mehr Leistung, sondern durch stimmige Wirkung. Die meisten Menschen sind kompetent genug. Was fehlt, ist Sichtbarkeit dieser Kompetenz. Körpersprache wird damit zum Übersetzer zwischen Innenwelt und Außenwirkung.
Im Gespräch wird deutlich, wie klein die Stellschrauben oft sind. Ein bewusstes Lächeln. Gehobene Augenbrauen. Eine offenere Kopfhaltung. Keine Disruption, sondern Ergänzung. Verra plädiert für Mini-Veränderungen statt radikaler Umbrüche. Das gilt für Körpersprache genauso wie für Transformation insgesamt. Menschen brauchen Stabilität, auch in Routinen. Wer alles auf einmal verändern will, erzeugt Widerstand. Wer ergänzt, öffnet Räume.
Auch Bühne, Politik und Führung kommen zur Sprache. Warum Populisten oft wirkungsmächtiger auftreten als die politische Mitte. Warum wir Führung emotional wählen, nicht rational. Und warum Körpersprache keine Trickserei ist, sondern eine emotionale Sprache, die entscheidet, ob Menschen zuhören oder abschalten.
Zum Ende richtet sich der Blick nach vorn. Auf KI, humanoide Roboter und künstliche Körpersprache. Technisch wird vieles möglich. Aber das wirklich Menschliche entsteht im Gegenüber. Im Moment. Im Du. Oder eben im Super-Du.
Wer Stefan Verra live erleben möchte, hat dazu regelmäßig Gelegenheit. In seinem Bühnenprogramm „Vom Du zum Super-Du“ zeigt er auf unterhaltsame und zugleich fundierte Weise, wie Wirkung entsteht und warum kleine Veränderungen große Effekte haben. Zusätzlich bietet er Seminare, Vorträge für Unternehmen und Medienanalysen an.
Diese Folge ist keine Anleitung zur Selbstoptimierung. Sie ist eine Einladung zur Selbstbeobachtung. Und zu der Erkenntnis, dass Veränderung oft dort beginnt, wo man sie nicht vermutet. In der Haltung. Im Gesicht. In einem einzigen, echten Lächeln.
Alle Informationen, Termine und Hintergründe finden sich hier:
Die Episode ist Teil des Podcasts rocketfuel von Oliver Kemmann, der sich mit Veränderung, Transformation und Zukunftsfragen beschäftigt.
