
5 Minus Die Debatte um den Rettungsdienst | Lucas Glaser
Wie steht es um den Rettungsdienst im Gesundheitssystem? Und warum diskutieren gerade so viele darüber, dass Patient:innen den RTW selbst zahlen sollen?
Darüber diskutiert Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Lucas Glaser, der nicht nur privat Medizin studiert, sondern auch schon lange im Rettungsdienst tätig ist.
Er blickt sehr positiv darauf, wie sich die Qualität der Versorgung und der Ausbildung in der präklinischen Versorgung verbessert hat in den letzten Jahren.
Auf der anderen Seite sieht er aber auch die Möglichkeit eines Bore-Outs. Das Personal ist hochkompetent und stark ausgebildet, aber ist oft mit Situationen konfrontiert, die nicht in das Anforderungsprofil passen. Es gibt viele Lapalien-Einsätze, bei denen man sich wie ein begleitetes Taxi fühlt.
Als low-hanging-fruit sieht er, die Parallelstruktur zwischen Kassenärztlichem Notdienst und Leitstelle des Rettungsdienstes aufzulösen.
Laura sieht als großes Problem, dass Rettungsdienst Ländersache ist. Dadurch gibt es teilweise in nebeneinanderliegenden Dörfern keine einheitlichen Strukturen. Niemand will seine Kompetenzen abgeben, was Reformen unmöglich macht.
Beim Rettungsdienst gibt es zwei Konzepte:
Scoop and Run, das heißt, die Patient:innen werden eingesammelt und zum Krankenhaus gebracht.
Stay and Play, das bedeutet, dass Ärzt:innen direkt mit zum Notfall und Patienten kommen.
Laura betont, dass wir die Notärzt:innen auch in Kliniken und Schockräumen brauchen und nicht unbedingt im Auto. Hier bewegen wir uns in Deutschland gerade dahin, dass Notfallmedizin ein eigenständiges Fach wird – das ist allerdings alles hochpolitisch.
Lucas hat sich mit den Budgets beschäftigt: Als Rettungsdienst kann man kein Minus machen. Es gibt feste Summen, die der Rettungsdienst kostet (was u.a. daran liegt, dass der größte Kostentreiber die Fixkosten sind).
Wieviel die einzelnen Krankenkassen zahlen müssen, ist abhängig von der Menge der Transportscheine. Er erklärt, dass die RTW-Einsätze nur etwa 1,5% der GKV-Ausgaben ausmachen und hier ein Rechenfehler vorliegt, wenn darüber gesprochen wird, dass Einsparungen am Rettungsdienst das Gesundheitssystem retten könnten: Das ist nicht so!
Er erklärt, dass wir uns dafür entscheiden müssen, wie gut wir versorgen wollen.
Denn RTWs sind oft unterwegs für Dinge, für die sie nicht gemacht sind.
Viele Patient:innen rufen einen Rettungswagen, weil sie so hoffen, im Krankenhaus „schneller dran“ zu sein.
Das Problem liegt in der Patientengruppe, die genau in der Mitte ist: Sie sind kein Notfall, den man direkt sieht und auch nicht gesund, sondern sie KÖNNTEN etwas haben, es ist aber nicht klar.
Lucas fragt sich, ob vielleicht mehr Menschen dadurch sterben, weil wir überversorgen bzw. die Masse der Patient:innen zu viel ist.
Laura erklärt, dass dies auch ihr Alltag ist. Hier ist es wichtig, ein Bauchgefühl zu entwickeln, dass etwas nicht stimmt. Je mehr SOPs es gibt und je weniger Platz es nach rechts und links gibt, desto weniger wird dieses Bauchgefühl ausgebildet.
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