
„Das Selber-Schreiben wird in den Hintergrund treten“
SWR Kultur lesenswert - Literatur
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Qualität der KI‑Texte: stereotyp und schematisch
Katharina kritisiert Musterhaftigkeit; Belmonte nennt Probleme und Möglichkeiten des Prompt‑Engineerings.
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Episode notes
KI kann Literatur. Das beweist der Autor belmonte in seinem neuen Buch „Was bleibt von uns, wenn das Wasser kommt. Einsatz generativer KI in erzählender Literatur“.
Auch wenn sein Künstlername anderes vermuten lassen könnte: belmonte ist ein Mensch. Er ist Autor, Liederdichter und ein Sprecher der Heidelberger Autor:innen. Trotz seiner Liebe zu altem Liedgut, das er – begleitet von einem indischen Harmonium – auch selbst vorträgt, ist er ausgesprochen technikaffin und experimentierfreudig.
In der Zukunft wird literarisches Schreiben „eine Mischung aus menschlicher Kreativität und maschineller Intelligenz“ sein, prognostiziert belmonte. „KI wird im literarischen Schreiben stärker als Partner eingesetzt werden, als Assistenz, als Dialogpartner. Nicht umsonst sind das ja auch Chatprogramme.“
Wie man KI zum Schreiben einsetzen kann
In seinem sehr anwendungspraktischen Buch erfasst und testet er aktuelle KI-Programme für Autorinnen und Autoren. Diese Sachteile werden von literarischen Texten umspielt, die belmonte mit Hilfe von KI hergestellt hat. Sein Buch ist klar strukturiert und erinnert passagenweise an ein Lehrbuch. Es führt zunächst ein in die technischen Hintergründe von KI und bietet begriffliche Klärungen. Anschließend geht es darum, wie KI für Literatur nutzbar gemacht werden kann: Charakterentwicklung, Plotgestaltung, Dialogaufbau und Weltenbau sind wichtige Themen. Viele Beispiele ergänzen jedes Kapitel. Die KI-generierten Kurztexte klingen allerdings noch sehr stereotyp. „Ich würde sie auch schematisch und musterhaft nennen wollen“, ergänzt belmonte im Gespräch auf SWR Kultur.KI ist Teil der Technologieentwicklung
„Allerdings glaube ich, dass KI-generierte Texte immer besser werden“, unterstreicht er. Dann würde sich auch das Gefühl einer gewissen Leere bei der Lektüre KI-generierter Texte legen. „Ich würde das gerne im Rahmen von Technologieentwicklung betrachten. Denn neue Technologien wurden oftmals als entleert empfunden. Telefon ersetzte einst das persönliche Gespräch, und Internet und E-Mail ersetzten wiederum den handschriftlichen Brief. Selbst nach der E-Mail sehnt man sich inzwischen schon zurück, seit sie durch WhatsApp und Messenger-Systeme zurückgedrängt wurde.“ Kommunikationstechnik ändert sich. „KI lässt sich in die Reihe dieser Medienentwicklungen einphasen“, findet belmonte.Weniger phantasieren, mehr kontrollieren
Autorinnen und Autoren werden zunehmen KI verwenden, prognostiziert belmonte auf SWR Kultur. Dadurch wandelt sich auch die Rolle des Autors, findet er. „Autorschaft umfasst einerseits die Tätigkeit des Schreibens und andererseits die Verantwortlichkeit für einen Text. Ich kann mir vorstellen, dass der Aspekt des Selber-Schreibens in den Hintergrund treten wird. Zugleich denke ich, dass der zweite Aspekt in der Zukunft viel, viel wichtiger wird: nämlich dass der Text mir als Autor gehört und dass ich ihn auch selbst komplett überprüfen muss, um dafür verantwortlich zu sein.“Virtuelle Autor:innen und Neuro-Literatur
Schließlich kann KI auch selbst zur Autorin werden. „Ich glaube“, sagt belmonte, „dass wir bald in Europa die ersten komplett virtuellen Autor:innen sehen werden. In der Popmusik gibt es sie ja bereits. In Südkorea und Japan gibt es komplett virtuelle Popstars, die riesige Hallen füllen. Denkbar ist das auch für besonders talentierte KI-Autor:innen mit besonderen Erzählweisen. Die hätten dann eigene Social Media Accounts und gäben virtuelle Interviews.“ Auch neue literarische Genres sieht belmonte kommen: „Es sind zum Beispiel Bücher denkbar, die sich je nach Standpunkt von Leser:innen komplett neu schreiben. Das heißt Neuro-Literatur. Da passt sich Literatur ad hoc an die Gedanken der Leser an.“The AI-powered Podcast Player
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