Am 26.8.1855 wird in einem kleinen Alpendorf Lidia Poët geboren. Sie wird die erste Anwältin Italiens - aber um ihre endgültige Zulassung muss sie jahrzehntelang kämpfen.
In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
- zu welchem Thema Lidia Poët ihre Doktorarbeit schreibt,
- wodurch die Juristin selbst zum Rechtsfall wird,
- wie viele Jahre sie auf ihre dauerhafte Zulassung als Anwältin warten muss,
- welche Chancen Frauen in Rechtsberufen zu dieser Zeit in den USA und Europa haben,
- was über das Privatleben von Lidia Poët bekannt ist.
Lidia Poët wird am 26. August 1855 in Perrero geboren - 60 Kilometer von Turin entfernt. Sie ist das jüngste von sieben Geschwistern einer wohlhabenden Familie. Vater Giovanni ist Bürgermeister. Lidia legt das Abitur ab und geht in die Schweiz, um Gymnasiallehrerin für Deutsch, Englisch und Französisch zu werden.
Doch anstatt als Lehrerin zu arbeiten, schreibt sich die 22-jährige in Turin für das Jurastudium ein. Denn seit ein paar Monaten sind Frauen in Italien zum Studium zugelassen. Das ist damals noch Neuland: In Italien werden Frauen im 19. Jahrhundert rechtlich ähnlich behandelt wie Minderjährige. Sie dürfen nicht wählen und keine öffentlichen Ämter ausüben. Sie besitzen weder das volle Verfügungsrecht über ihr Vermögen noch über ihre Kinder.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:- Professorin Angelika Nußberger (Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz Universität zu Köln)
- Marion Röwekamp (Juristin und Historikerin, Autorin eines Lexikons über frühe deutsche Juristinnen)
- Ilaria Iannuzzi, Pasquale Tammaro: Lidia Poët, la prima avvocata. Milano 2024
- Francesca Tacchi: Eva togata - Donne e professioni giuridiche in Italia dall’Unità a oggi. Turin 2010
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Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Nicolas Dohle