In dieser Folge von Economic Challenges nehmen Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, einen Vorstoß aus dem CDU-Wirtschaftsflügel zum Anlass, um über Arbeitszeit und Fachkräftemangel zu sprechen. Soll das seit 2001 geltende Recht auf Teilzeit zurückgedrängt werden – oder braucht Deutschland genau diese Flexibilität?
Hüther betont, dass Teilzeit in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Erwerbsbeteiligung deutlich erhöht habe. Gleichzeitig verschärfe der demografische Umbruch den Druck, Arbeitsvolumen zu mobilisieren. „Wir sind heute mit 61 Milliarden Arbeitsstunden und 46 Millionen Erwerbstätigen auf dem Höchststand“, sagt Hüther. Doch in den kommenden Jahren klaffe eine wachsende Lücke zwischen Renteneintritten und nachrückenden Jahrgängen.
Rürup kritisiert, der aktuelle Vorschlag greife an der falschen Stelle an. Entscheidend seien strukturelle Hemmnisse wie Ehegattensplitting, beitragsfreie Mitversicherung und fehlende verlässliche Betreuung – sonst bleibe qualifiziertes Erwerbspotenzial ungenutzt. Hüther nennt den ab Herbst 2026 startenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen zwar „richtig und wichtig“, aber „viel zu spät“.
Beide plädieren für eine kohärente Strategie: bessere Anreize für den Wechsel aus Teilzeit in vollzeitnahe Beschäftigung, mehr Zuwanderung – auch über Hochschulen – und Produktivitätsfortschritte durch Automatisierung. Rürup warnt, die Debatte werde zu kleinteilig geführt. Deutschland habe kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Mehr dazu hören Sie in der aktuellen Folge von Economic Challenges.
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