Im Jahr 1405 wagt eine Frau in Paris das Unvorstellbare: Sie widerspricht. Christine de Pizans "Stadt der Frauen" ist ein Meilenstein feministischer Literaturgeschichte.
In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Belemann:
- wie Christine de Pizan dafür sorgt, dass sie als Frau und Autorin zu Lebzeiten sichtbar ist,
- wie übel das Schicksal Christine ab 1380 mitspielt,
- warum sie als Schriftstellerin im 14. Jahrhundert zunächst Geld mitbringen muss, bevor sie welches verdient,
- dass über Christine de Pizans Tod wenig bekannt ist.
Christine de Pizan wird in Venedig als Tochter des Arztes Tommaso da Pizzano geboren. Als ihr Vater zum Astrologen und Leibarzt von König Karl V., genannt der Weise, ernannt wird, kommt Christine als Vierjährige nach Paris. Ihrem Vater verdankt sie eine gute Bildung in Latein, Geometrie und Arithmetik, die sie durch Lektüre theologischer und profaner Literatur in französischer und lateinischer Sprache erweitert.
Als kurz hintereinander ihr Vater und der Ehemann sterben, muss die alleinerziehende Mutter Christine de Pizan ab 1390 zusehen, wie sie sich, ihre Kinder, ihre Mutter und weitere Familienangehörige ernährt. Um Geld zu verdienen, besinnt sie sich auf ihr dichterisches Talent und beginnt zu schreiben.
In schneller Folge entstehen Erziehungsratgeber, eine Biographie über König Karl V., religiöse Texte und sogar ein Buch über das Waffenhandwerk. 1405 veröffentlicht sie "Das Buch von der Stadt der Frauen". Eine Streitschrift und eine Antwort auf die Flut hasserfüllter Reden gegen Frauen, die um 1400 Konjunktur haben.
Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:- Prof. Margarete Zimmermann, Romanistin und Übersetzerin der Werke Christine de Pizans
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Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Belemann
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins