In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, ein größer werdendes Problem, das mit der Überalterung der Gesellschaft in Zusammenhang steht: das Produktivitätswachstum in Deutschland droht mehr und mehr abzunehmen.
Und das, obwohl die Bevölkerung in Deutschland stetig wächst, sinkender Geburtenraten zum Trotz: Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert, dass die Zahl der Menschen, die in Deutschland leben, von heute 83,5 Millionen bis 2035 auf 85 Millionen anwachsen soll. Gleichzeitig allerdings soll die Zahl der Erwerbstätigen um mehr als vier Prozent, in absoluten Zahlen um gut drei Millionen zurückgehen. „Der Anteil der Erwerbstätigen läge dann auf einem Rekordtief nämlich unter 59 Prozent. Das wäre ein historischer Tiefstand“, sagt Bert Rürup.
Das bedeutet: Die deutsche Wirtschaft müsste sich sehr anstrengen, um das auszugleichen. In den letzten 30 Jahren lag das Produktivitätswachstum in Deutschland bei etwa 1,2 Prozent. Und allein um die Folge des Rückgangs der Erwerbstätigen zu kompensieren, müsste das Produktivitätswachstum auf 1,8 Prozent wachsen.
Hinzu komme: Hinter jedem Wirtschaftsaufschwung in der Geschichte der Bundesrepublik stand der Faktor Zuwanderung. Die Rahmenbedingungen seien mit dem Fachkräftezuwanderungsgesetz auch jetzt geschaffen. Doch diese Karte werde aufgrund der derzeitigen innenpolitischen Verhältnisse kaum mehr gezogen. Denn die Diskussion in der Politik sei eben diese: „Erfolge bei der Migrationspolitik werden aktuell nur als Beschränkung der Migration vorgetragen“, sagt Hüther. Das und mehr hören Sie in dieser Folge Economic Challenges.
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